Reiseführer · CampingSpirit
Von Airolo über Bellinzona und den Lago Maggiore durch Verzasca- und Maggiatal nach Lugano und zum Monte Generoso: rund 400 Kilometer Südschweiz zwischen Gneisschluchten, Kastanienwäldern und Seepromenaden.
Der Spirit der Route
Hinter dem Gotthard ändert sich alles auf einmal: Die Luft wird weich, die Dörfer tragen Steindächer aus Gneis, und aus den Kastanienwäldern steigt im Herbst der Geruch von Laub und Rauch. Die Südrampe führt Sie durch die Leventina hinab nach Bellinzona, wo drei Burgen über der Talebene thronen, bis am Lago Maggiore die ersten Palmen stehen. Dann folgen die Täler: das Verzascatal mit seinem grünen, glasklaren Wasser über blankem Fels, das Maggiatal mit Wasserfällen und Steinhäusern, die wie in den Hang gewachsen wirken. Am Abend sitzen Sie vor der Schiebetür, ein Glas Merlot in der Hand, und hören das Läuten von Kirchen auf beiden Seiten des Sees. In Lugano und am Monte Generoso schmeckt es nach Polenta, Luganighe und Cappuccino, und die Alpen schimmern im Rücken. Diese Route lebt von kurzen Etappen, schmalen Talstraßen und der Gelassenheit, einen Tag länger zu bleiben.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Airolo nach Bellinzona (ca. 70 km)
- Die Strecke
- Nach dem Gotthard-Straßentunnel (rund 17 km, Gegenverkehr in einer Röhre, Tempo 80, kein Überholen) beginnt in Airolo die Leventina. Sie folgen der Hauptstraße oder der A2 durch die Piottino-Schlucht, vorbei an Faido, Giornico und Biasca und weiter durch die Magadinoebene nach Bellinzona. Die Autobahn ist schnell, die alte Kantonsstraße durch die Dörfer schöner, aber stellenweise eng. Gut eine Stunde reine Fahrzeit, besser mit zwei Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- Giornico: romanische Kirche San Nicolao da Myra aus dem 12. Jahrhundert, daneben die Granitschwellen des Ticino, bei Niedrigwasser begehbar.
- Biasca: die Wasserfälle von Santa Petronilla, ein kurzer Spaziergang vom Ortskern.
- Bellinzona: Castelgrande, Castello di Montebello und Sasso Corbaro, das UNESCO-Welterbe der drei Burgen mit der Stadtmauer Murata.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Area di sosta per camper Bellinzona nahe dem Stadtzentrum, laut OpenStreetMap-Daten als Stellplatz ausgewiesen, Ausstattung und Gebühren vorab prüfen. Daneben der Camping Bellinzona am Stadtrand. In der Leventina liegen Camping Gottardo bei Quinto und der Stellplatz Prato Leventina, falls Sie schon vor der Ebene stoppen wollen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Tessin wird das Übernachten im Wohnmobil auf öffentlichen Parkplätzen von vielen Gemeinden nicht gern gesehen. Eine einzelne Nacht zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit wird da und dort geduldet, doch Schilder und Gemeindeverbote haben Vorrang. In der Leventina und rund um den Gotthard liegen zudem Schutz- und Wildruhezonen. Bei Zweifel die örtliche Polizei oder die Gemeinde fragen.
- Insider-Tipp für Camper
- Der Gotthard-Straßentunnel staut an Ferien- und schönen Wochenenden mit Wartezeiten an den Portalen von Göschenen und Airolo; reisen Sie unter der Woche und früh. Für Gasflaschen gelten im Gotthard-Straßentunnel die Gefahrgutregeln des ASTRA; Flaschen der Fahrzeuganlage für den Eigenbedarf gelten üblicherweise als Ausnahme (nicht belegt, im Zweifel beim ASTRA nachfragen), die Ventile bleiben geschlossen. Die alte Tremola-Straße über den Pass ist für Fahrzeuge über 3,5 t gesperrt und mit Kopfsteinpflaster und engen Kehren auch mit kleineren Wohnmobilen kein Vergnügen; für Wohnmobile ist der Tunnel die bessere Wahl. In Bellinzona ist Samstagvormittag Markttag am Stadtzentrum.
2Etappe 2: Bellinzona nach Locarno und Tenero (Lago Maggiore) (ca. 30 km)
- Die Strecke
- Von Bellinzona über Cadenazzo und die Piano di Magadino zum Nordende des Lago Maggiore, dann am Delta von Ticino und Maggia nach Locarno. Breite, meist flache Straße mit viel Verkehr in der Hauptzeit, in Locarno einige enge Kreisel. Rund 40 Minuten, Staus am Morgen möglich.
- Highlights & Must-Sees
- Madonna del Sasso über Locarno: Wallfahrtskirche aus dem 15. Jahrhundert, per Standseilbahn oder zu Fuß; Blick über Seeufer und Delta.
- Ascona-Promenade mit den Gassen der Altstadt, gut mit dem Rad oder dem Bus von Locarno aus zu erreichen.
- Isole di Brissago: botanische Inselgärten im Lago Maggiore, mit dem Kursschiff ab Locarno oder Ascona.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Am Nordostufer bei Tenero bündeln sich Campingplätze mit Strom, Sanitär und V/E, darunter Camping Campofelice, Camping Tamaro Resort, Lido Mappo und Rivabella, alle mit Seezugang; in der Hauptsaison früh buchen. Der Stellplatz Locarno liegt nach OSM-Daten in Stadtnähe, wegen Saison und Preis vor Ort prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Freistehen am Lago Maggiore ist in der Praxis ausgeschlossen: Uferzonen, Naturschutz im Maggiadelta und kommunale Verbote greifen, im Sommer wird kontrolliert. Auch große Parkplätze in Locarno und Ascona sind nicht zum Übernachten gedacht.
- Insider-Tipp für Camper
- Teilnehmende Campingplätze und Unterkünfte im Kanton bieten über das Ticino Ticket kostenlose Nutzung von Bus, Bahn und teils Schiffen; beim Einchecken nachfragen, ob der Platz mitmacht. Das Zentrum von Locarno ist zu eng und zu verkehrsberuhigt für Wohnmobile; lassen Sie den Camper am Platz und nehmen Sie Bus oder Rad.
3Etappe 3: Tenero nach Valle Verzasca und Gordevio (ca. 90 km)
- Die Strecke
- Von Tenero/Gordola auf der Talstraße ins Verzascatal, vorbei an der 220 m hohen Staumauer, am Lago di Vogorno, durch Lavertezzo und Brione bis Sonogno, dann zurück und über Locarno ins Maggiatal bis Gordevio. Die Verzascastraße ist stellenweise einspurig, hat Ausweichstellen und Felsdurchfahrten; schwere Fahrzeuge und große Wohnmobile brauchen Geduld. Laut Fondazione Verzasca (Merkblatt 2026 für Busse) braucht es für Fahrzeuge über 12 m Länge, 3,70 m Höhe oder 2,55 m Breite sowie für Gespanne mit Anhänger eine Sondergenehmigung des Kantons (bis 13 m, 60 CHF, mindestens eine Woche vorher beantragen); ob und wie das für Wohnmobile gilt, vorab bei der Fondazione Verzasca klären, spezielle Camper-Grenzen nennt das Merkblatt nicht. Etwa 2,5 Stunden reine Fahrzeit mit Hin- und Rückweg.
- Highlights & Must-Sees
- Diga della Verzasca: die Staumauer, bekannt aus dem Bond-Film GoldenEye, mit Bungee-Sprungplattform.
- Lavertezzo mit dem Ponte dei Salti, der Doppelbogenbrücke über das smaragdgrüne Wasser; die Granitwannen laden zum Baden, aber nur bei stabilem Wetter.
- Sonogno am Talende, ein Steindorf mit Museum und Ausgangspunkt für Wanderungen; auf dem Rückweg lohnen Corippo und Frasco.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: TCS Camping Gordevio-Valle Maggia im unteren Maggiatal, ruhig, mit Strom, Sanitär und V/E. Im Verzascatal selbst ist die Lage für Camper knapp: Übernachten dürfen Wohnmobile laut Ticino Turismo nur in Brione Verzasca (Gere) und Sonogno, mit der Verzasca CAMPERCARD (24 CHF für 24 Stunden, an den Infopoints in Tenero, an der Staumauer und in Sonogno); Reservieren ist nicht möglich. Sonogno hat 40 Plätze mit Toilette, Wasser und Entsorgung (im Winter ohne Wasserservice). Der Platz Gere in Brione ist nur bis Oktober 2026 offen, danach ist wegen eines Campingneubaus (voraussichtlich ab Sommer 2027) der Parkplatz Capela Grande mit rund 50 Plätzen vorgesehen. Stand vor der Fahrt prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Verzascatal gilt Wildcampen als unerwünscht, die Flussufer und Parkplätze sind für Tagesgäste gedacht. Laut Fondazione Verzasca ist Picknicken auf den Rastplätzen des Tals untersagt, außer in der Freizeitzone bei Larici. Übernachten im Wohnmobil ist nur auf den beiden ausgewiesenen Plätzen in Brione und Sonogno vorgesehen, nicht auf den Tagesparkplätzen.
- Insider-Tipp für Camper
- Das Verzascatal ist im Sommer überlaufen; fahren Sie wochentags und vor 9 Uhr, in der Nebensaison ist es deutlich entspannter. Parkplätze (Larici, Froda, Sonogno) sind gebührenpflichtig, in Larici und Froda wird digital bezahlt, in Sonogno auch bar oder mit Karte; bei Unwettern kann der Wasserstand schnell steigen, halten Sie sich dann vom Ufer fern. Für 2026 waren zwischen Gordola und Sonogno Bauarbeiten von Ende April bis September angekündigt; aktuellen Stand erfragen Sie beim Centro Manutenzione Losone.
4Etappe 4: Gordevio nach Valle Maggia und Val Bavona, dann Ponte Brolla (ca. 70 km)
- Die Strecke
- Das Maggiatal hinauf über Maggia und Cevio bis Bignasco, dann in die Val Bavona nach Foroglio und, wer mag, bis San Carlo. Bis Bignasco bequem, in der Val Bavona schmal mit kurzen Felstunneln, Ausweichstellen und knappen Kurven. Zurück am Fluss entlang bis Ponte Brolla am Eingang des Centovalli. Rund 2 Stunden Fahrzeit ohne Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- Foroglio: der etwa 100 m hohe Wasserfall direkt am Weiler, vom Parkplatz aus zu sehen, dazu Steinhäuser, Grotti und Cafés.
- Bignasco und Cevio: Gassen mit Natursteinhäusern, im Hauptort Cevio das Museum Valmaggia.
- Ponte Brolla: Felsschlucht der Maggia, Badestellen und Einstieg in die Centovalli-Straße Richtung Italien.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Melezza bei Ponte Brolla am Fluss, dazu Camping Piccolo Paradiso und Camping Riposo im unteren Valle Maggia. Alle mit Strom und Sanitär; Öffnungszeiten saisonal, vorab erfragen. Der Stellplatz Bignasco (nach OSM rund 30 Plätze) liegt an der Talstraße.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Val Bavona ist das Übernachten außerhalb ausgewiesener Plätze untersagt, die Fondazione Val Bavona schützt die Landschaft; Parken nur auf markierten Flächen. Auch im Maggiatal sind die Flussufer vielerorts Naturschutz- oder Privatgebiet. Wilde Nächte lohnen das Bußgeld nicht.
- Insider-Tipp für Camper
- Große Wohnmobile lassen Sie besser in Bignasco stehen und nehmen den Linienbus oder das Rad in die Val Bavona; die Straße über Foroglio hinaus bis San Carlo ist schmal und für große oder schwere Fahrzeuge ungeeignet; Zufahrts- und Parkregeln (auch mögliche Sperrungen) vorab bei Gemeinde Cevio oder Fondazione Val Bavona erfragen, belegte Grenzwerte liegen uns nicht vor. Tanken Sie vor dem Tal in Locarno oder Cevio, hinter Bignasco gibt es nichts.
5Etappe 5: Ponte Brolla nach Lugano (Agno) (ca. 60 km)
- Die Strecke
- Von Ponte Brolla zurück nach Locarno und Bellinzona, dann auf der A2 durch den Monte-Ceneri-Tunnel und weiter am Fuße des Monte Brè in die Luganese. Autobahn, gut ausgebaut, nur im Raum Lugano stockt der Verkehr. Eine gute Stunde.
- Highlights & Must-Sees
- Lugano: Lungolago, Piazza della Riforma und die Kirche Santa Maria degli Angioli mit Renaissance-Fresken von Bernardino Luini.
- Monte San Salvatore und Monte Brè: Standseilbahn von Paradiso bzw. Cassarate, Blick über See und Alpen.
- Gandria: Seedorf am Nordufer, per Schiff oder auf dem Sentiero dell’Olivo zu Fuß.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: TCS Camping Lugano bei Agno (Muzzano) mit Strom, V/E, Sanitär und Seezugang; in Agno liegen außerdem Camping Molinazzo und Camping La Palma. Die Area Camper Lugano am Stadtrand ist ein Stellplatz mit Ver- und Entsorgung laut OSM, Preis und Öffnung vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Lugano kennt kein Freistehen: Uferpromenaden und Parks sind tabu, Camper dürfen nur auf markierten Parkplätzen tagsüber stehen. Die Stadt kontrolliert, Bußgelder treffen auch Touristen.
- Insider-Tipp für Camper
- Von Agno fährt die Regionalbahn Ferrovia Lugano–Ponte Tresa direkt ins Zentrum und spart Parkplatzsuche; Parkhäuser in Lugano haben Höhenbegrenzungen. Die Seepromenade und die Altstadt erkunden Sie am besten zu Fuß. Wer mit dem Schiff fahren will, nutzt die Kursschiffe der Società Navigazione del Lago di Lugano.
6Etappe 6: Lugano nach Capolago (Monte Generoso) (ca. 50 km)
- Die Strecke
- Vom Luganersee-Südufer über Paradiso und die schmale Halbinsel nach Morcote, dann zurück nach Melide und über den Seedamm nach Bissone, weiter nach Maroggia und Capolago. Die Straße nach Morcote ist eng, kurvig und mit großen Fahrzeugen ein Nadelöhr; der Seedamm bei Melide ist breit. Etwa 1,5 Stunden mit Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- Morcote: Treppenweg zur Kirche Madonna del Sasso, Parco Scherrer mit exotischen Pflanzen und Kunst.
- Melide: Swissminiatur, die Schweiz im Maßstab 1:25, mit Zügen und Seilbahnen.
- Monte Generoso: Zahnradbahn ab Capolago zum Gipfel, oben das „Fiore di Pietra“ von Mario Botta; Betrieb saisonal (2026 laut Betreiber vom 1. Mai bis 9. November), Fahrplan prüfen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Paradiso Lago am Südufer bei Riva San Vitale (nach OSM mit Strom und Seezugang, rund 366 Stellplätze); ein weiterer Platz trägt den Namen Monte Generoso, Stand vorab prüfen. Für Morcote selbst gibt es keinen Platz.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf der Halbinsel von Morcote ist Parken knapp und Übernachten verboten; auch bei Capolago ist das Ufer für Camper tabu. Schilder beachten.
- Insider-Tipp für Camper
- Fahren Sie die Morcote-Straße früh am Morgen; die Busse der TPL haben Vorrang. Im Hochsommer und an schönen Wochenenden kann die Zahnradbahn auf den Monte Generoso voll sein; Reservierungsmöglichkeit beim Betreiber prüfen. Der Seedamm zwischen Melide und Bissone trägt die A2 und eine Parallelstraße, bei Stau der Autobahn wird die Nebenstrecke schnell voll.
7Etappe 7: Capolago nach Mendrisiotto und Chiasso (ca. 35 km)
- Die Strecke
- Von Capolago über Mendrisio nach Meride am Monte San Giorgio, dann zurück und südlich nach Chiasso zur Grenze mit Como. Gut ausgebaute Straßen, nur der Anstieg nach Meride ist kurvig. Gut eine Stunde.
- Highlights & Must-Sees
- Monte San Giorgio: UNESCO-Fossilienfundstätte der Trias, Museo dei fossili in Meride.
- Mendrisio: Altstadt mit Prozessionsritual an Karfreitag, Museo d’arte; der Stadtkern ist kompakt.
- Chiasso: Grenzstadt mit dem Kulturzentrum m.a.x. museo und Bahnhof als Tor nach Italien.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Monte San Giorgio in Meride (Via ala Caraa 2) mit Stromanschluss und Abwasserablauf, laut Ticino Turismo etwa 22. März bis 1. November geöffnet; alternativ zurück nach Capolago zum Camping Paradiso Lago. Auf italienischer Seite liegen die Campingplätze am Comer See, außerhalb dieser Route.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Das Mendrisiotto ist dicht besiedelt; Wildcampen ist praktisch nicht möglich, die Gemeinden verbieten es teils ausdrücklich. Am Monte San Giorgio gelten Naturschutzregeln.
- Insider-Tipp für Camper
- Wer nach Italien weiterfährt: In Como gibt es eine ZTL und Umweltzonen, Kameras kontrollieren, Bußgelder kommen per Post. Tanken ist in Italien meist günstiger als in der Schweiz, an der Grenze aber mit Staus verbunden. Gas-Tankstellen in der Schweiz sind selten; füllen Sie Flaschen vorab.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- In der Schweiz ist Wildcampen laut TCS nicht grundsätzlich verboten, doch die Regeln regelt jeder Kanton und jede Gemeinde. Ohne Ausnahme untersagt ist es in Naturschutzgebieten, eidgenössischen Jagdbanngebieten, Wildruhezonen und im Nationalpark; auf Privatgrund braucht es die Erlaubnis der Eigentümerschaft.
- Im Tessin gilt in der Praxis: Parken ist erlaubt, wo Parken erlaubt ist, Camperverhalten (Stühle, Tisch, Markise, Grauwasser) nicht. Viele Gemeinden an Seen und in den Tälern verbieten Übernachten auf Parkplätzen ausdrücklich; Die Bußgelder sind je nach Gemeinde unterschiedlich. Eine Nacht zur Erholung der Fahrtüchtigkeit wird vereinzelt geduldet, ein Recht darauf gibt es nicht.
- Legal übernachten Sie auf Campingplätzen und Stellplätzen (Area di sosta camper). Hilfreiche Quellen: TCS Camping, camping.ch, park4night, Campercontact und der Stellplatzführer; die Angaben dort sind Nutzerberichte, Stand vor Ort prüfen.
- Hunde: Heimtierausweis und gültige Tollwutimpfung sind Pflicht; in Naturschutzzonen und Wildruhezonen gilt oft Leinenpflicht.
Entsorgung & Versorgung
- Ver- und Entsorgung heißt „Ver-/Entsorgungsstation“ oder „stazione di scarico“; Campingplätze lassen oft nur Gäste an die Station, einzelne Stellplätze verlangen Jetons oder Karten.
- Chemietoilette (Kassette) nur an ausgewiesenen Stationen leeren, Grauwasser nie auf Straßen oder in Gullys; Bußgelder und Platzverweise drohen.
- Leitungswasser ist in der Schweiz überall trinkbar; Brunnen mit „acqua non potabile“ nicht.
- Gas: Deutsche Tauschflaschen lassen sich in der Schweiz nicht tauschen; Schweizer Flaschen (z. B. von PanGas oder Migrol) haben andere Anschlüsse. LPG-Tankstellen sind selten; mit zwei vollen Flaschen oder einem Tank anreisen, am besten einen Euro-Adapter mitnehmen.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Vignette: Für Autobahnen und Schnellstraßen gilt die Schweizer Vignette für Fahrzeuge bis 3,5 t; sie kostet 40 CHF und gilt 14 Monate (vom 1. Dezember des Vorjahres bis 31. Januar des Folgejahres); es gibt nur die Jahresvignette. Es gibt die Klebe- und die E-Vignette. Anhänger brauchen eine eigene Vignette. Ohne Vignette drohen 200 CHF Busse plus Nachkauf. Fahrzeuge über 3,5 t zahlen die Schwerverkehrsabgabe (PSVA/LSVA); Auskunft beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, rechtzeitig vorab klären.
- Maße: höchstens 4,00 m Höhe und 2,55 m Breite; Länge bei Einzelfahrzeug 12 m, für Gespanne 18,75 m. Das Verzascatal verlangt ab 12 m Länge, 3,70 m Höhe, 2,55 m Breite oder mit Anhänger eine Sondergenehmigung (laut Fondazione Verzasca; für Wohnmobile vorab klären).
- Tempolimits: Autobahn 120 km/h, Landstraße 80 km/h, Ortschaft 50 km/h; Fahrzeuge über 3,5 t auf der Autobahn 100 km/h; Gespanne 80 km/h auf Autobahn und Landstraße. Abblendlicht am Tag ist Pflicht.
- Alkoholgrenze 0,5 Promille; Handy am Steuer nur mit Freisprecheinrichtung. Der Gotthard-Straßentunnel hat Tempo 80, Überholverbot und Abstandspflicht, Ampeln regeln die Einfahrt.
- Winterausrüstung ist nicht allgemein vorgeschrieben, aber auf vielen Passstraßen mit Schild Schneeketten Pflicht; wer im Herbst über Gotthard oder San Bernardino fährt, hat Winterreifen und Ketten an Bord. Die Tremola ist nur im Sommerhalbjahr befahrbar (2026 laut alpen-paesse.ch vorgesehen bis etwa 7. November, Saisonende je nach Schnee), die Passstraßen schließen je nach Schnee im Oktober bis November.
- Grenzübertritt nach Italien in Chiasso/Como: Ausweis mitführen, Zoll und Stichproben möglich; in Italien gelten andere Tempolimits (außerorts 90 km/h) und ZTL-Zonen.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Auffahrkeile Stufe 2: Stellplätze und Campingplätze am Hang, etwa im Maggiatal, sind oft schief.
- Schweizer Vignette (Klebe- oder E-Vignette) schon vor der Einreise besorgen, damit an der Grenze kein Aufenthalt entsteht.
- Zwei volle Gasflaschen und Euro-Adapter: Tauschen oder Füllen ist in der Schweiz kaum möglich.
- Badeschuhe mit Profil für die glatten Granitplatten im Verzascatal.
- Regenjacke und Powerbank: Gewitter im Tessin kommen schnell und heftig, Wasserstände in den Tälern steigen binnen Minuten.
- Kleingeld in CHF für Parkautomaten und Duschen; nicht überall akzeptieren Automaten Karte oder Euro.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.