Reiseführer · CampingSpirit
Rund 480 km vom Fährhafen Olbia über Orosei und Cala Gonone in die Kalkwände des Supramonte, zur Gola Su Gorropu, nach Baunei an die Ogliastra-Küste und zurück über Oliena, Orgosolo und Nuoro – Sardiniens harte, ehrliche Mitte mit viel Fahrzeit auf schmalen Bergstraßen.
Der Spirit der Route
Wer Sardinien nur von den Stränden der Costa Smeralda kennt, kennt die Insel nicht. Die Barbagia ist ihr Gegenstück: Steineichenwälder, Granit- und Kalkplateaus, Hirtenpfade, Dörfer aus dunklem Stein, an deren Hauswänden Wandbilder von Streiks, Krieg und Freiheit erzählen. Aus der Schiebetür sehen Sie morgens Nebel in den Tälern des Supramonte, mittags flirrt die Luft über dem Wacholder, abends riecht es nach Myrte und Holzfeuer aus den Gärten. Die Straße ist kurvig und leer, die Pässe liegen auf rund 1000 Metern, und unten im Golf von Orosei wartet das Meer in einem Blau, das von Kalkfelsen eingefasst wird. Die Barbagia verlangt Ruhe, Zeit und Respekt vor den Hirten, den Bergen und dem Feuer. Dafür belohnt sie mit Pecorino, Cannonau, Carasau-Brot und Gastgebern, die lange erzählen.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Olbia nach Orosei (ca. 85 km)
- Die Strecke
- Vom Hafen Olbia auf der SS125 Orientale Sarda nach Süden über Siniscola und La Caletta, dann ab Orosei in den Ort oder zur Marina. Die SS125 ist gut ausgebaut, aber kurvenreich und im Sommer voll mit Mietwagen; rund 1,5 Stunden. Wer lieber zügig fährt, nimmt die mautfreie SS131 DCN und biegt später nach Osten ab, spart aber kaum Zeit.
- Highlights & Must-Sees
- Altstadt von Orosei mit den kleinen Kirchen rund um die Piazza del Popolo und dem Turm Sa Turre.
- Strand von Cala Liberotto und Marina di Orosei an der Mündung des Cedrino, flach und windoffen.
- Ausblick über die Ebene des Cedrino zum Gebirgsriegel des Supramonte, der am nächsten Tag das Ziel ist.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Mehrere Campingplätze liegen an der Küste von Orosei, etwa Camping Cala Ginepro bei Orosei und Camping Sa Prama in Cala Liberotto. Beide haben Strom, Sanitär und Entsorgung; die Saison beginnt meist im Frühjahr und endet im Herbst. Im Juli und August reservieren.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): An den Stränden der Küste von Orosei ist Übernachten auf Parkplätzen in der Saison häufig verboten und wird kontrolliert; im Sommer kommen Brandschutzverordnungen hinzu. Besser den Platz fest einplanen.
- Insider-Tipp für Camper
- Auf Sardinien gibt es keine Autobahnmaut; SS131 und SS131 DCN sind mautfrei. Tanken Sie vor dem Gebirge in Orosei oder Dorgali voll – im Supramonte sind Tankstellen selten, an Sonn- und Feiertagen oft geschlossen. Der Supermarkt in Orosei ist die letzte größere Einkaufsmöglichkeit vor Cala Gonone.
2Etappe 2: Orosei nach Cala Gonone (ca. 45 km)
- Die Strecke
- Auf der SS125 nach Süden bis Dorgali, dann die Provinzstraße hinunter nach Cala Gonone. Die Strecke führt durch Korkeichen und Olivenhaine und ist gut zu fahren; die letzten Kilometer nach Cala Gonone sind eng, mit Tunnel und Serpentinen, im Sommer mit Gegenverkehr von Bussen und Mietwagen. Rund 1 Stunde.
- Highlights & Must-Sees
- Grotta di Ispinigoli an der SS125 bei Dorgali: ein riesiger Tropfstein, einer der höchsten Europas, dazu ein Abgrund, der „Abisso delle Vergini“.
- Tomba dei Giganti S’Ena e Thomes im Hinterland von Dorgali, eine nuraghische Gemeinschaftsgrabstätte mit hoher Steinstele.
- Bootsausflug von Cala Gonone zur Grotta del Bue Marino und nach Cala Luna, Cala Sisine und Cala Mariolu.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Campeggio Cala Gonone liegt an der Küste im Ortsbereich; weiter oben an der Zufahrt gibt es den Agriturismo-Platz Camping Nuraghe Mannu. Die Plätze haben Strom und Sanitär, Saison meist April bis Oktober. Stellplätze sind schattig, aber nicht groß; große Mobile vorher anmelden.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Cala Gonone selbst und an der Küstenstraße ist Übernachten im Fahrzeug außerhalb der Campingplätze nicht üblich und wird in der Saison kontrolliert. Die Naturschutzregeln des Golfo di Orosei gelten auch für Buchten und Pfade.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Boote nach Cala Luna und zur Grotta del Bue Marino starten am Hafen von Cala Gonone und verkehren in der Saison mehrmals täglich; Tickets am Kai kaufen, bei Wind fallen Fahrten aus. Cala Luna lässt sich auch auf dem Küstenpfad von Cala Fuili erreichen, aber nur mit festen Schuhen, viel Wasser und früh am Morgen.
3Etappe 3: Cala Gonone nach Gola Su Gorropu (Passo Genna Silana) (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Zurück nach Dorgali, dann auf der SS125 Orientale Sarda über den Passo di Genna Silana (rund 1000 m) in Richtung Urzulei. Die Straße ist gut asphaltiert, aber mit vielen Kehren, schmalen Passagen und bei Nebel oder Regen rutschig; die Fahrzeit von mehr als einer Stunde ist eine Mindestangabe. Viele Wanderparkplätze am Pass.
- Highlights & Must-Sees
- Gola Su Gorropu: eine der tiefsten Schluchten Europas, mit senkrechten Kalkwänden von rund 400 m, zu Fuß erreichbar.
- Wanderwege vom Passo Genna Silana und von der Brücke Ponte Sa Barva bei Urzulei in die Schlucht.
- Blick vom Pass nach Westen über die Hochfläche des Supramonte mit Wacholder und Steineichen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Rund um den Passo di Genna Silana gibt es nur wenige einfache Übernachtungsmöglichkeiten mit Zugang zu den Wanderwegen; ob und wann sie öffnen und ob sie Wohnmobile aufnehmen, sollten Sie vorab telefonisch klären. Eine Area di sosta für Wohnmobile gibt es bei Orgosolo (siehe Etappe 6).
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Bereich der Gola Su Gorropu ist Campieren außerhalb der Plätze nicht erlaubt, die Parkplätze am Pass sind für Wanderer gedacht. Offenes Feuer ist in der Waldbrandsaison verboten und wird streng geahndet.
- Insider-Tipp für Camper
- Der Zugang zur Gola Su Gorropu ist in der Regel kostenpflichtig und reglementiert (Ticket, teils Voranmeldung); Gebühren, Ticketpflicht und Mindestausrüstung vorab bei der Gemeinde Urzulei oder Dorgali beziehungsweise über sardegnaturismo.it prüfen, je nach Zugangsweg. Nach Regenfällen führt der Rio Flumineddu Wasser und der Weg durch die Schlucht ist gesperrt oder gefährlich; Ortskundige oder ein Führer sind für den tieferen Teil sinnvoll.
4Etappe 4: Passo Genna Silana nach Santa Maria Navarrese (Baunei) (ca. 45 km)
- Die Strecke
- Weiter auf der SS125 durch Urzulei und hinab nach Baunei, mit dem Abstieg zur Küste der Ogliastra. Die Strecke ist kurvig, an einigen Stellen eng und bei Gegenverkehr anspruchsvoll; rund 1 bis 1,5 Stunden. Die Hochfläche Altopiano del Golgo erreichen Sie von Baunei über eine schmale, zum Teil geschotterte Straße, die für große Wohnmobile nicht geeignet ist.
- Highlights & Must-Sees
- Altopiano del Golgo oberhalb von Baunei mit der Kirche San Pietro und dem Abgrund Su Sterru, dem „Pozzo“ des Karstplateaus.
- Cala Goloritzè mit ihrem Felsturm Aguglia, per Wanderung ab dem Parkplatz Su Porteddu erreichbar.
- Santa Maria Navarrese mit der Kirche und dem Olivenbaum, der 1000 Jahre alt sein soll.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Santa Maria Navarrese liegen mehrere Plätze am Meer, darunter Camping Cigno Bianco und Camping Village Orri; beide haben Strom und Sanitär. Die Saison ist überwiegend Frühjahr bis Herbst. Im Hochsommer rechtzeitig buchen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In der Ogliastra gelten im Sommer Verbote für Übernachten auf Strandparkplätzen und an den Zufahrten zu den Buchten; die Gemeinde Baunei kontrolliert besonders im Nationalpark Golfo di Orosei und Gennargentu.
- Insider-Tipp für Camper
- Cala Goloritzè ist ein geschütztes Naturdenkmal: Die Zahl der Besucher ist begrenzt, in der Hauptsaison ist in der Regel eine Buchung vorab nötig und der Zugang kostenpflichtig – Zeitraum, Gebühr und Buchung bei der Gemeinde Baunei vorab prüfen. Die Wanderung dauert rund 1 bis 1,5 Stunden pro Richtung und ist steil; Schuhe mit Profil und Wasser mitnehmen.
5Etappe 5: Santa Maria Navarrese nach Oliena (ca. 90 km)
- Die Strecke
- Zurück auf der SS125 nach Norden über Baunei, den Passo di Genna Silana und Dorgali, dann auf der Provinzstraße nach Oliena am Fuß des Monte Corrasi. Dieselbe Strecke wie auf Etappe 3 und 4, aber in Gegenrichtung mit anderem Licht; rund 2 Stunden, die Straße nach Oliena ist gut ausgebaut.
- Highlights & Must-Sees
- Oliena mit der Altstadt und der Kirche Santa Maria, am Fuß des 1463 m hohen Monte Corrasi.
- Sorgente Su Gologone: eine große Karstquelle nahe Oliena, klares Wasser in einem schattigen Becken.
- Wanderungen ab Su Gologone und Monte Maccione in den Supramonte, etwa Richtung Tiscali.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Oberhalb von Oliena, im Gebiet des Monte Maccione, gibt es kleine Plätze und Agriturismi, die Wohnmobile aufnehmen; Öffnung, Ausstattung und Fahrzeuglänge vorab telefonisch klären.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Supramonte ist Campieren außerhalb ausgewiesener Plätze nicht erlaubt; in der Brandsaison gilt in den Wäldern absolutes Verbot für offenes Feuer. Wohnmobile dürfen in Oliena nur dort stehen, wo Parken erlaubt ist.
- Insider-Tipp für Camper
- Das Dorf Tiscali liegt in einer Einsturzdoline des Supramonte und ist nur zu Fuß erreichbar, meist mit Eintritt; Zugang, Führerpflicht und Ausgangspunkt (häufig Sa Sedda ’e sos Carros oder das Valle di Lanaittu bei Su Gologone) vorab prüfen. Wanderungen im Sommer früh beginnen, es gibt kaum Schatten und kein Wasser.
6Etappe 6: Oliena nach Orgosolo (ca. 30 km)
- Die Strecke
- Von Oliena nach Nuoro und weiter auf den Provinzstraßen nach Orgosolo. Die Straßen sind gut ausgebaut, aber kurvig; die Einfahrt in den Ort ist eng, mit Steigung und kleinen Gassen. Rund 45 Minuten.
- Highlights & Must-Sees
- Die Murales von Orgosolo: Hunderte Wandbilder seit den späten 1960er-Jahren, die politische Themen wie Streiks, Krieg und Landenteignung zeigen.
- Die Berglandschaft Supramonte di Orgosolo mit dem Ausflug nach Settiles zur Hochfläche.
- Das Hirtenleben der Barbagia: Pecorino, Ziegen und der traditionelle Wacholder-Brandy Filu ’e ferru.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Bei Orgosolo ist laut Stellplatzverzeichnissen eine Area di sosta für Wohnmobile gelistet; Öffnung, Ver- und Entsorgung und Strom vorab erfragen. Alternativ übernachten Sie auf Agriturismi mit Stellplätzen in der Umgebung. Öffnungszeiten ändern sich, Anruf empfohlen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Orgosolo selbst dürfen Wohnmobile auf öffentlichen Parkplätzen stehen, wo es nicht verboten ist, aber Campieren mit Stühlen, Tischen oder Markise ist nicht erlaubt. In der Landschaft des Supramonte gelten Naturschutz- und Brandschutzregeln.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Murales sind zu Fuß am besten zu erreichen: Das Zentrum ist eng, Wohnmobile parken an den Ortsrändern und gehen zu Fuß. Fragen Sie vor dem Fotografieren der Menschen im Dorf – die Bewohner schätzen Höflichkeit; in der Gegend sind viele Hirten unterwegs, Tore an Weidewegen schließen.
7Etappe 7: Orgosolo nach Nuoro (ca. 25 km)
- Die Strecke
- Auf den Provinzstraßen zurück nach Nuoro, dann hinauf zum Monte Ortobene. Die Fahrt dauert rund 40 Minuten; die Straße zum Monte Ortobene ist schmal und kurvig, an Feiertagen und im August stark befahren.
- Highlights & Must-Sees
- Monte Ortobene mit der Statue des Erlösers (1901) und Blick über das Becken von Nuoro und das Gennargentu-Massiv.
- Museo Etnografico Sardo (Museo del Costume) in Nuoro mit Trachten, Schmuck und Alltagsgegenständen.
- Altstadt von Nuoro mit Casa Natale der Schriftstellerin Grazia Deledda, Literaturnobelpreis (zuerkannt für das Jahr 1926).
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Nuoro selbst gibt es keinen eigenen großen Campingplatz; Wohnmobile finden Platz auf Stellplätzen und Agriturismi in der Umgebung, etwa im Gebiet Monte Ortobene und Oliena. Stand in park4night und Campercontact prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf dem Monte Ortobene und in den Parkflächen am Wald gilt Waldbrandschutz; Übernachten auf Parkplätzen wird in Nuoro nicht gern gesehen. Bei Zweifel Gemeinde oder Polizei fragen.
- Insider-Tipp für Camper
- Das Fest des Redentore (Ende August) mit Prozession und Trachtengruppen zieht tausende Besucher an; Parkplätze oben sind dann voll. Nuoro liegt zentral an der SS131 DCN und ist ein guter Ort, um Wasser, Vorräte und Gas aufzufüllen, bevor es zurück zum Hafen geht.
8Etappe 8: Nuoro nach Olbia (ca. 105 km)
- Die Strecke
- Auf der mautfreien SS131 DCN (Diramazione Centrale Nuorese) von Nuoro nach Nordosten Richtung Olbia. Die Schnellstraße ist gut ausgebaut, hat aber Baustellen und Lkw-Verkehr; rund 1,5 Stunden. Tanken Sie vorher, Tankstellen liegen nicht dicht.
- Highlights & Must-Sees
- Wald und Hochfläche zwischen Nuoro und Olbia mit den Granitfelsen der Gallura im letzten Abschnitt.
- Basilika San Simplicio in Olbia, eine romanische Kirche aus dem 11. und 12. Jahrhundert.
- Corso Umberto und Hafen von Olbia mit Blick auf die Isola Tavolara.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Bei Olbia gibt es mehrere Campingplätze und Aree di sosta in Hafennähe; Stand vorab prüfen. Wenn die Fähre spätabends oder früh morgens fährt, ist eine Nacht nahe dem Hafen praktisch.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Olbia und rund um den Hafen ist Übernachten außerhalb der Plätze nicht üblich; Parkplätze sind überwacht. Wohnmobile dürfen in der Stadt nur dort stehen, wo es nicht verboten ist.
- Insider-Tipp für Camper
- Planen Sie die Ankunft am Hafen einige Stunden vor Abfahrt der Fähre ein. Gasflaschen müssen auf Fähren in der Regel geschlossen und angegeben sein – bei der Buchung Regeln der Reederei prüfen. Tanken Sie in Olbia vor dem Check-in voll.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- Italienisches Recht (Codice della Strada) trennt Parken („sosta“) vom Campen („campeggio“): Ein Wohnmobil darf dort stehen, wo Parken erlaubt ist, wenn es nur auf den Rädern steht. Stühle, Tische, Markise, Stützen und Grauwasserablass sind Campieren und verboten.
- Auf Sardinien erlassen viele Küstengemeinden und Schutzgebiete eigene Verbote für Übernachten auf Parkplätzen; im Golf von Orosei, im Nationalpark Gennargentu und in Naturdenkmälern wie Cala Goloritzè gelten zusätzlich Regeln der Schutzgebietsverwaltung. Bußgelder und Abschleppen sind möglich.
- In der Waldbrandsaison (meist Juni bis Oktober, regionale Verordnung prüfen) ist offenes Feuer im Wald und auf Weiden verboten; auch Grill und Gaskocher im Freien sind riskant. Brandgefahr ernst nehmen, Verstöße werden streng geahndet.
- Nützliche Apps: park4night, Campercontact und CamperOnline (italienisch). Aree di sosta und Agriturismi sind in der Barbagia dünn gesät – Anruf vorab erspart Umwege.
Entsorgung & Versorgung
- Ver- und Entsorgung heißt „camper service“ oder „carico e scarico“. In der Barbagia und im Supramonte gibt es sie nur auf wenigen Plätzen; Orosei, Cala Gonone und Santa Maria Navarrese haben Plätze mit Station.
- Grauwasser und Kassette nur an der Station leeren; wildes Entsorgen ist ein Hauptgrund für Verbote.
- Leitungswasser ist meist trinkbar, Brunnen in den Dörfern der Barbagia liefern oft sehr gutes Quellwasser. Im Sommer kann Wasser knapp werden; Tank vor dem Gebirge füllen.
- Gas: Deutsche Tauschflaschen werden in Italien nicht getauscht. Tankflaschen und Gastanks füllen Sie an GPL-Tankstellen mit dem italienischen Adapter; im Landesinneren sind sie selten. Mit zwei vollen Flaschen anreisen.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h, auf der Autobahn 130 km/h; über 3,5 t außerorts 80 km/h, auf der Autobahn 100 km/h. Gespanne mit Wohnwagen: 70 km/h außerorts, 80 km/h auf der Autobahn. Außerorts gilt Abblendlicht auch am Tag.
- Sardinien hat keine Autobahnmaut: SS131, SS131 DCN und SS125 sind mautfrei. Fähren zur Insel verkehren ab Festlandhäfen wie Civitavecchia, Livorno, Genua und Neapel nach Olbia, Golfo Aranci und Cagliari; Wohnmobil mit Länge und Höhe bei der Buchung angeben.
- ZTL (Zona a Traffico Limitato) mit Kameraüberwachung gibt es auch in Nuoro, Olbia und weiteren Orten der Route; die Bußgelder kommen per Post, oft Monate später. Zentren von Orgosolo und Oliena sind für große Fahrzeuge zu eng.
- Straßen im Supramonte: Schafe, Ziegen, Kühe und Wildschweine auf der Fahrbahn sind üblich, besonders in der Dämmerung; Steinschlag nach Regen. Auf der Hochfläche Altopiano del Golgo und den Schotterstraßen große Wohnmobile nicht fahren.
- Ragt Ladung über das Heck hinaus, etwa Fahrräder auf dem Heckträger, ist die rot-weiße Warntafel (50 × 50 cm) Pflicht. Promillegrenze 0,5, für Fahranfänger und Berufsfahrer 0,0; Handy am Steuer nur mit Freisprecheinrichtung.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Wanderschuhe mit griffiger Sohle, Stirnlampe und Stöcke – die Pfade zur Gola Su Gorropu und nach Cala Goloritzè sind steinig und steil.
- Mindestens drei Liter Wasser pro Person und Wanderung – Quellen sind selten, Schatten gibt es kaum.
- Auffahrkeile Stufe 2–3 für schräge Stellplätze in Hanglage und auf Agriturismi.
- Dicke Fleecejacke und Regenjacke – am Passo di Genna Silana auf rund 1000 m kann es auch im Sommer kühl und nass sein.
- Italienischer Gasadapter für GPL-Tankstellen, dazu zwei volle Flaschen bei der Einreise.
- Wasserschuhe und Schnorchel für die Kiesbuchten der Küste von Cala Gonone bis Santa Maria Navarrese.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.