Reiseführer · CampingSpirit
Rund 450 Kilometer von der Kurstadt an der Oos über die Schwarzwaldhochstraße, durchs Kinzigtal nach Triberg, über Titisee und Feldberg zum Schluchsee und hinunter ins Markgräflerland: eine Route mit vielen Höhenmetern, engen Ortsdurchfahrten und Stellplätzen, die man vorher klären sollte.
Der Spirit der Route
Der Schwarzwald ist kein Land für hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten. Die Route beginnt oben auf dem Kamm: Von Baden-Baden führt die B500 durch Fichtenwald und über Grinden, Hochmoore und Kare, mit Mummelsee, Hornisgrinde und dem Nationalpark bei Ruhestein. Danach geht es hinunter in die Täler von Kinzig und Gutach, wo Fachwerk, Schwarzwaldbahn und Freilichtmuseum dicht beieinander liegen, und wieder hinauf über Triberg auf die Höhen der Baar. Im Hochschwarzwald liegen Titisee, Feldberg (1.493 m) und Schluchsee auf gut 850 bis 1.450 m; hier kann im Oktober schon Schnee liegen, und auf den beliebten Parkplätzen ist das Übernachten fast überall verboten. Der Rückweg führt über Todtnau und das Münstertal nach Staufen, dann nach Freiburg und zu den Weinterrassen des Kaiserstuhls in der Oberrheinebene, wo im Oktober die Lese läuft. Wer die Etappen kurz hält, früh an Wasserfällen und Aussichtspunkten ist und Wohnmobilstellplätze am Rand der Orte nutzt, erlebt einen Schwarzwald jenseits der Busparkplätze.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Baden-Baden nach Freudenstadt (ca. 70 km)
- Die Strecke
- Aus Baden-Baden über Lichtental und Geroldsau auf die B500, die Schwarzwaldhochstraße, dann über Sand, Hundseck, Mummelsee, Ruhestein und Kniebis nach Freudenstadt. Die Straße steigt von rund 170 m auf über 1.000 m mit langen Steigungen und Kehren, ist aber breit und für Wohnmobile gut befahrbar. Auf mehreren Abschnitten gelten Tempolimits, am Wochenende sind viele Motorräder unterwegs, häufig wird geblitzt. Zwei Stunden reine Fahrzeit, mit Stopps ein ganzer Tag; bei Schnee oder Glatteis kann die Strecke gesperrt oder nur mit Ketten befahrbar sein, Straßenlage vorab prüfen.
- Highlights & Must-Sees
- Baden-Baden: Lichtentaler Allee, Friedrichsbad im Stil eines römisch-irischen Bades, Kurhaus und Trinkhalle – seit 2021 Teil des UNESCO-Welterbes der bedeutenden Kurstädte Europas.
- Mummelsee (rund 1.030 m) unter der Hornisgrinde (1.164 m, höchster Berg des Nordschwarzwalds): Karsee mit Rundweg und Gastronomie, vom See führt ein Weg auf die Hornisgrinde mit Grindenmoor und Aussichtsturm.
- Ruhestein (rund 915 m): Nationalpark-Zentrum mit Ausstellung, dazu der Lotharpfad durch die Sturmwurffläche von 1999 – hier zeigt sich, wie Wald sich selbst erneuert.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In und um Baden-Baden gibt es Wohnmobilplätze und Campingplätze am Stadtrand; Lage, Preise und Öffnung vor der Anreise in Stellplatz-Apps und auf der Seite der Stadt prüfen. In Freudenstadt (rund 740 m) liegt der Natur-Camping Langenwald am Stadtrand im Wald, nach Angaben der Stadt etwa von April bis November geöffnet – vorab bestätigen. Die Stadt nennt außerdem einen Wohnmobilstellplatz am Panorama-Bad (nach Stadtangabe fünf Plätze, kostenfrei, mit Frischwasser und Entsorgung, ohne Strom) – Stand vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Entlang der B500 sind Parkplätze wie am Mummelsee oder am Ruhestein gebührenpflichtig und für Übernachtungen nicht gedacht; die Grinden und Moore der Hornisgrinde sowie das Gebiet des Nationalparks Schwarzwald sind Schutzgebiete. Im Nationalpark gilt ein Wegegebot, Übernachten im Fahrzeug außerhalb der Plätze ist untersagt. Einmaliges Übernachten zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit auf einem regulären Parkplatz bleibt möglich, wo kein Schild es verbietet – auf der Kammstraße wegen Kälte, Wind und Nebel keine gute Idee.
- Insider-Tipp für Camper
- Mummelsee und Ruhestein sind an Wochenenden früh voll; wer vor 9 Uhr oder erst am späten Nachmittag kommt, hat Ruhe. Die Kammlage liegt oft im Nebel oder in Wolken – die beste Fernsicht ist bei kühlem, klarem Wetter nach einem Kaltluftdurchzug. In Freudenstadt lohnt der Marktplatz, mit rund 216 × 219 m der größte umbaute Marktplatz Deutschlands, mit Arkaden und winkelförmiger Stadtkirche; das Zentrum ist eng, der Camper bleibt besser am Stadtrand. Tanken und Gas vor der Kammstraße in Baden-Baden erledigen: Die Preise oben sind nicht besser.
2Etappe 2: Freudenstadt nach Triberg (ca. 75 km)
- Die Strecke
- Von Freudenstadt über Alpirsbach und Schiltach in das Kinzigtal nach Wolfach und Hausach, dann auf der B33 über Gutach und Hornberg hinauf nach Triberg. Das Kinzigtal ist breit und zügig befahrbar, in den Ortsdurchfahrten (Schiltach, Wolfach) eng und mit Tempo 30. Die Auffahrt von Hornberg nach Triberg steigt rund 12 km lang um etwa 300 m, mit Kurven und Lkw-Verkehr. Etwa 1,5 Stunden ohne Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- Alpirsbach: romanisches Benediktinerkloster mit Kreuzgang und Klosterbräu; in Schiltach der Marktplatz mit steilen Fachwerkfassaden und Flößerei-Geschichte an der Kinzig.
- Vogtsbauernhof in Gutach: das Schwarzwälder Freilichtmuseum mit Höfen aus mehreren Jahrhunderten, 2026 geöffnet vom 22. März bis 1. November, täglich 9 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr) – Eintritt und mögliche Änderungen vorab prüfen.
- Triberg: die Wasserfälle über sieben Stufen mit gut 160 m Fallhöhe, dazu die Wallfahrtskirche Maria in der Tanne und das Schwarzwaldmuseum; die Bahnstrecke Offenburg–Konstanz windet sich durch Dutzende Tunnel am Hang.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Triberg und die Nachbargemeinde Schonach betreiben Parkplätze und Stellplätze für Wohnmobile in Ortsrandlage; Lage, Gebühr und Öffnung vorab in einer Stellplatz-App oder bei der Tourist-Information klären; als Beispiel nennt der Tourismusverband den Wohnmobilstellplatz Schwendistraße in Triberg (sechs Plätze, ohne Strom, Wasser und Entsorgung). Im Kinzigtal (Wolfach, Hausach, Gutach) gibt es kleine kommunale Wohnmobilplätze und Campingplätze am Fluss; Preise und Saisonzeiten variieren.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Kinzig- und Gutachtal stehen an Wanderparkplätzen und Ortsrändern häufig Schilder mit Übernachtungsverbot; Forst- und Waldwege sind nach dem Landeswaldgesetz Baden-Württemberg für Kraftfahrzeuge gesperrt. Am Parkplatz der Triberger Wasserfälle ist nur Parken am Tag vorgesehen. Einmaliges Übernachten ohne Schild bleibt möglich, Camping (Stühle, Markise) nicht.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Wasserfälle in Triberg sind kostenpflichtig (2026 laut Stadt Triberg 9 Euro im Sommer, 7 Euro im Winter, Erwachsene; im Winter ist nur die erste Plattform zugänglich) und ab dem frühen Morgen besucht; am ruhigsten sind der frühe Vormittag und die Zeit kurz vor Schließung. Bei Regen wird der Steig rutschig. Für das Freilichtmuseum in Gutach sind zwei bis drei Stunden ein guter Rahmen. Die Ortsdurchfahrt Triberg an der Hauptstraße ist eng und steil – Wohnmobile bis etwa 3,5 t kommen durch, bei längeren Fahrzeugen lieber am Ortsrand parken und zu Fuß gehen.
3Etappe 3: Triberg nach Titisee-Neustadt (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Über Schönwald nach Furtwangen, dann weiter über Landstraßen und die Hochfläche zwischen Baar und Hochschwarzwald bis Titisee-Neustadt. Sanfte Höhen zwischen etwa 800 und 1.000 m, wenige Steigungen, viele Ortsdurchfahrten mit Tempo 30. Im Winter Schnee und Nebel, im Sommer viel Ausflugsverkehr am Titisee. Gut anderthalb Stunden.
- Highlights & Must-Sees
- Furtwangen: Deutsches Uhrenmuseum mit einer der größten Sammlungen zur Geschichte der Zeitmessung – ein Ort für Technik, nicht für Souvenirs; in der Nähe entspringt die Breg, die als Quellfluss der Donau gilt.
- Hexenlochmühle bei Neukirch: die Mühle im engen Tal des Hexenlochbachs, einer der bekanntesten Wanderziele im mittleren Schwarzwald – kurzer Spaziergang vom Parkplatz.
- Titisee: eiszeitlicher Gletschersee auf rund 850 m mit Uferpromenade, Bootsverleih und Rundweg – am Morgen ruhig, tagsüber sehr voll.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Am Titisee liegt das Terrassencamping Sandbank (Seerundweg 9, auch als Überland Camping Sandbank geführt), 2026 nach Betreiberangabe vom 20. März bis 1. November geöffnet; Preise vorab klären, die Plätze sind im Sommer schnell belegt. Titisee-Neustadt hat daneben Wohnmobilstellplätze, etwa auf dem Großparkplatz P1 (nach Angaben rund 30 Plätze, ganzjährig, zuletzt 19 Euro pro Nacht inklusive Kurtaxe); Lage, Ausstattung und Gebühr vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Titisee ist Parken an der Seestraße teuer und knapp, Übernachten auf normalen Parkplätzen ist nicht erlaubt; die Gemeinde verweist auf Camping- und ausgewiesene Stellplätze. Außerhalb der Orte ist das Fahren auf Forstwegen verboten (Landeswaldgesetz Baden-Württemberg), und mehrere Moore und Bachtäler sind Naturschutzgebiete.
- Insider-Tipp für Camper
- Titisee-Neustadt und andere Gemeinden im Hochschwarzwald erheben Kurtaxe pro Person und Nacht. Mit der KONUS-Gästekarte, die teilnehmende Orte ausgeben, fahren Gäste kostenlos mit Bussen und Bahnen im Verbund – nützlich, um den Camper am Titisee stehen zu lassen. Wer auf Camping- oder Stellplätzen übernachtet, klärt am Empfang, ob und wie er die Karte erhält. Titisee am besten früh am Tag oder nach 17 Uhr besuchen.
4Etappe 4: Titisee-Neustadt nach Schluchsee (ca. 45 km)
- Die Strecke
- Von Titisee auf der B317 über Bärental und den Feldberg-Pass nach Feldberg-Ort, dann über Altglashütten und Aha zum Schluchsee. Von rund 850 auf über 1.200 m mit gleichmäßiger Steigung, breiter Straße und Blick auf den Feldberg; auf der Ostseite Gefälle und Kurven. Rund 1 Stunde reine Fahrzeit; bei Schnee kann die B317 am Feldberg Ketten verlangen oder gesperrt sein.
- Highlights & Must-Sees
- Feldberg (1.493 m): höchster Gipfel des Schwarzwalds und aller deutschen Mittelgebirge; die Seilbahn von Feldberg-Ort führt auf den Seebuck (1.448 m), von dort Rundgang mit Blick auf Feldsee und, bei Fernsicht, die Alpen.
- Feldsee, ein Karsee auf rund 1.100 m unter dem Seebuck, erreichbar auf einem Wanderweg von Bärental oder Feldberg-Ort in rund einer Stunde.
- Schluchsee (930 m): mit gut fünf Quadratkilometern größter See im Schwarzwald, 1932 angestaut, mit Rundweg von etwa 18 km, Badestellen und Segelschule.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Am Schluchsee gibt es mehrere Campingplätze und einen kommunalen Wohnmobilplatz in Ortsnähe (Faulenfürster Straße; nach Gemeindeangabe 22 Plätze, ganzjährig, zuletzt rund 12 Euro pro Nacht plus Kurtaxe); Lage und Öffnung vorab in der Stellplatz-App oder bei der Kurverwaltung klären. Am Feldberg selbst sind Stellplätze rar; Bärental und Feldberg-Ort verfügen über Parkplätze mit Gebühr, aber nicht über Übernachtungsflächen. Ausgewiesene Plätze gibt es im Gemeindegebiet dennoch, etwa den Wohnmobilstellplatz an der Dreiseenbahn bei Falkau/Altglashütten (nach Angaben 16 Plätze, ganzjährig, Kurtaxe für zwei Personen inklusive, KONUS-Karte gegen Beleg im Rathaus oder in der Tourist-Info).
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Der Feldberg ist mit rund 4.200 Hektar eines der ältesten und größten Naturschutzgebiete Baden-Württembergs (seit 1937): Es gilt Wegegebot, Hunde sind an die Leine zu nehmen, Zelten, Feuer und Fahrzeugübernachtung sind verboten. An den Feldberg-Parkplätzen ist Übernachten nicht vorgesehen; am Schluchsee gilt es an den Uferparkplätzen ebenso. Ausweichen auf die Camping- und Stellplätze in den Orten ist die einzige verlässliche Option.
- Insider-Tipp für Camper
- Vor dem Feldberg tanken und Wasser füllen: Oben ist die Versorgung dünn. Die Seilbahn ist bei Nebel oder Wind eingestellt, Betriebszeiten vorab prüfen; wer zu Fuß aufsteigt, rechnet ab Feldberg-Ort mit rund 1 bis 1,5 Stunden bis zum Gipfel. Ab Oktober liegt oben oft der erste Schnee – Alpine-Reifen sind dann Pflicht, Ketten sinnvoll. Am Schluchsee lohnt der Rundweg mit dem Rad oder E-Bike, Badestellen gibt es am Ufer, etwa in Schluchsee und Seebrugg.
5Etappe 5: Schluchsee nach Todtnau (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Vom Schluchsee nach St. Blasien, dann über Menzenschwand und Bernau auf Landstraßen weiter nach Todtnau (Verlauf vorab im Navi prüfen, im Winter sind Höhenstraßen gelegentlich gesperrt). Viele Kurven, Kuppen und Ortsdurchfahrten, teils schmal; mit Gegenverkehr von Bussen ist zu rechnen. Etwa 1,5 Stunden mit kleinen Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- St. Blasien: der Dom mit einer der größten Kuppeln Europas (36 m Durchmesser), gebaut nach dem Brand von 1768, dazu das Jesuitenkolleg – ein überraschend monumentaler Ort im engen Albtal.
- Menzenschwander Wasserfälle im Krunkelbachtal: Kaskaden in urigem Bergwald, ein kurzer Spaziergang vom Ortsrand.
- Todtnauer Wasserfall: rund 97 m Fallhöhe in Stufen, gut ausgeschildert, zu Fuß von den Parkplätzen in wenigen Minuten erreichbar.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Todtnau und den Nachbargemeinden gibt es kommunale Wohnmobilplätze und Campingplätze; Namen, Preise und Öffnung vorab in einer Stellplatz-App oder bei der Tourist-Information prüfen. In St. Blasien und Bernau ebenfalls Plätze in Ortsrandlage.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Das Albtal und das Krunkelbachtal sind steil, Wald und Hänge größtenteils Schutzgebiet oder Bannwald; Fahren auf Forstwegen ist nach dem Landeswaldgesetz Baden-Württemberg verboten. An den Wasserfallparkplätzen ist Übernachten nicht vorgesehen. Wer eine Nacht auf einem regulären Parkplatz steht, bleibt zurückhaltend – im Wald oft Wildtiere und frühmorgens Forstarbeiten.
- Insider-Tipp für Camper
- Kirchen wie der Dom von St. Blasien sind tagsüber geöffnet, Konzert- und Gottesdienstzeiten beachten. Der Todtnauer Wasserfall ist am schönsten nach Regen oder zur Schneeschmelze; bei Frost ist der Weg vereist. Die Straßen Richtung Todtnau sind steil – bergab im niedrigen Gang fahren, Bremsen schonen. Todtnau ist Wintersportort; im Herbst kann das Wetter auf den Höhen rasch umschlagen.
6Etappe 6: Todtnau nach Staufen im Breisgau (ca. 50 km)
- Die Strecke
- Von Todtnau über Utzenfeld und Aitern nach Wieden, über das Wiedener Eck ins Münstertal und über Untermünstertal nach Staufen; wer mag, macht bei Aitern einen Abstecher zum Belchen (1.414 m). Die Straßen sind kurvig, die Gefälle im Münstertal steil, aber gut ausgebaut; im Tal enge Ortsdurchfahrten. Etwa 1,5 Stunden ohne Abstecher.
- Highlights & Must-Sees
- Münstertal: Kloster St. Trudpert, eines der ältesten Klöster des Schwarzwalds, und das Besucherbergwerk Teufelsgrund, in dem früher Silber und Blei abgebaut wurden.
- Belchen (1.414 m): einer der schönsten Aussichtsberge des Südschwarzwalds mit Blick auf Vogesen und Alpen; der Gipfelbereich ist nach Angaben der Region seit 2001 autofrei: Die Belchenstraße endet an der Talstation in Multen (Parkplatz auf rund 1.100 m), von dort fährt die Seilbahn bis rund 1.356 m, alternativ der Belchenbus ab Schönau – Betriebszeiten vorab prüfen.
- Staufen: Altstadt unter der Burgruine, der Ort, in dem laut Überlieferung der Alchemist Johann Faust um 1539 starb; im Ortskern sieht man Risse an Gebäuden, die nach einer Erdwärmebohrung 2007 auftraten.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Staufen und im Münstertal gibt es Wohnmobilplätze und Campingplätze in Ortsnähe; Lage und Öffnung vorab in einer Stellplatz-App oder bei der Gemeinde klären. Im Markgräflerland bieten einzelne Weingüter Stellplätze für Gäste an – Angebot und Bedingungen direkt beim Weingut erfragen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Das Münstertal und die Berghänge sind Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet mit Wegegebot; Fahren im Wald auf Forstwegen ist verboten. An den Parkplätzen am Belchen ist Übernachten nicht vorgesehen. Einmalige Übernachtungen zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit sind auf regulären Ortsparkplätzen ohne Verbotsschild möglich, Camping nicht.
- Insider-Tipp für Camper
- Der Belchen ist bei klarem Herbstwetter ein sehr guter Aussichtspunkt, aber am Wochenende viel besucht. Im Silberbergwerk gilt Führung mit festen Zeiten – Besuchszeiten und Tickets vorab prüfen; im Berg ist es kühl, warme Kleidung mitnehmen. In Staufen ist das Zentrum eng, der Camper bleibt am Ortsrand.
7Etappe 7: Staufen im Breisgau nach Freiburg im Breisgau (ca. 35 km)
- Die Strecke
- Von Staufen über Kirchhofen und Ehrenkirchen am Fuß der Vorberge des Schwarzwalds nach Freiburg, ein Abstecher zum Schönberg (rund 645 m) ist möglich. Flach und gut ausgebaut, aber mit Berufsverkehr rund um Freiburg. Etwa 45 Minuten.
- Highlights & Must-Sees
- Freiburger Münster: der 116 m hohe, durchbrochene Turm gilt als Meisterwerk der Gotik; auf dem Münsterplatz täglich außer sonntags Markt – Obst, Gemüse und die Freiburger „Lange Rote“.
- Freiburger Bächle, Schwabentor und Martinstor; von der Altstadt führt die Schlossbergbahn zur Aussicht über Dächer, Rheinebene und, bei klarem Wetter, die Vogesen.
- Vauban und Rieselfeld: Stadtviertel mit Solarsiedlung und autofreien Straßen – Beispiele nachhaltiger Stadtplanung.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Hirzberg in Freiburg (Kartäuserstraße) liegt am östlichen Stadtrand, laut Betreiber ganzjährig geöffnet (Rezeptionszeiten je nach Saison) – vorab bestätigen; von hier ist die Innenstadt mit Bus und Bahn erreichbar. Für Wohnmobile ohne Campingplatz bestehen weitere Stellplätze am Stadtrand; Lage und Gebühren vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Freiburg ist Großstadt: Auf Straßen und Parkplätzen gilt Parken, nicht Campen. Übernachten im Fahrzeug außerhalb der Plätze wird kontrolliert; die Stadt lenkt Wohnmobile auf Stellplätze und Campingplätze. Wer im Umland in Ortsrandlage steht, muss in Schutzgebieten (Schauinsland, Rheinauen) mit Bußgeldern rechnen.
- Insider-Tipp für Camper
- Freiburgs Umweltzone wurde zum 2. Mai 2025 aufgehoben; eine grüne Plakette ist dort nicht mehr nötig. Wer über Stuttgart anreist, prüft dort den Stand der Umweltzone und möglicher Fahrverbote vorab bei der Stadt (Karlsruhe hat seine Umweltzone bereits 2023 aufgehoben). In der Altstadt ist Parken für Wohnmobile schwierig; Bus und Straßenbahn nutzen.
8Etappe 8: Freiburg im Breisgau nach Kaiserstuhl (Endingen) (ca. 60 km)
- Die Strecke
- Von Freiburg über Breisach am Rhein nach Ihringen und weiter durch die Weinorte der Gemeinde Vogtsburg (Achkarren, Oberrotweil, Bickensohl, Oberbergen, Burkheim) nach Endingen. Flach am Rhein, dann Kurven und Steigungen an den Rebhängen, in den Winzerorten sehr enge Gassen und Feldwege, die für Wohnmobile ungeeignet sind. Etwa 1,5 Stunden ohne Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- Kaiserstuhl: vulkanisches Mittelgebirge aus Basalt und Löss mit Rebterrassen, Hohlwegen und Trockenrasen, Totenkopf (557 m) als höchster Punkt; Ihringen gilt als wärmster Ort Deutschlands.
- Breisach: Münster St. Stephan mit Hochaltar von Meister H. L., Rheinufer und Blick nach Neuf-Brisach, der Festung von Vauban auf der elsässischen Seite (UNESCO-Welterbe).
- Burkheim und Endingen: Burkheim mit mittelalterlichem Stadtbild nahe dem Rhein, Endingen mit Marktplatz, Fachwerk und Winzergenossenschaften.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Breisach gibt es den städtischen Wohnmobilplatz am Rheinufer unterhalb des Münsterbergs (nach Angaben der Stadt bis zu 80 Wohnmobile, keine Wohnwagen, zuletzt 14 Euro pro Nacht inklusive Kurtaxe für zwei Personen) sowie den Campingplatz Münsterblick (nach Betreiberangabe Ende März bis Ende Oktober) – Angaben vorab prüfen. In Endingen und den Kaiserstuhl-Orten gibt es kommunale Wohnmobilplätze; Details vorab prüfen. Einige Weingüter bieten Stellplätze für Gäste an – direkt anfragen, oft mit Weinkauf.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Rebflächen am Kaiserstuhl sind Privatland, Feldwege sind gesperrt; Übernachten außerhalb von Stell- und Campingplätzen ist verboten. Teile des Kaiserstuhls (Badberg, Haselschacher Buck) sind Naturschutzgebiet mit Wegegebot. Wer auf einem Ortsparkplatz ohne Schild eine Nacht steht, hält Ruhe und richtet sich nicht ein.
- Insider-Tipp für Camper
- Im Herbst ist Lesezeit: Traktoren und Erntewagen belegen Feldwege und Ortsdurchfahrten; früh am Tag fahren, Rücksicht nehmen. Die Weinproben auf den Höfen sind nur mit nüchternem Fahrer sinnvoll – 0,5 Promille. Für die Rückreise über die Rheinebene: A5 Richtung Karlsruhe oder Basel; bei Weiterfahrt nach Stuttgart die dortige Umweltzone prüfen.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- In Deutschland gilt ein Wohnmobil auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen als geparktes Fahrzeug, wenn es nur zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ steht – in der Praxis eine Nacht, ohne Campingverhalten (keine Stühle, Tische, Markise, Stützen oder Keile, kein Grauwasser auf dem Boden). Wer mehrere Nächte bleibt oder sich einrichtet, campt – und das ist außerhalb von Camping- und Stellplätzen nicht erlaubt.
- Im Schwarzwald sind Übernachtungsverbote und Schilder mit durchgestrichenem Wohnmobil an Aussichtspunkten, Wasserfällen, Wanderparkplätzen und Seeufern häufig. In Wald, Nationalpark und Naturschutzgebieten (Nationalpark Schwarzwald, Feldberg, Hornisgrinde) gelten Wegegebot und Fahrverbot abseits der Straßen; nach dem Landeswaldgesetz Baden-Württemberg ist das Fahren und Parken im Wald außerhalb öffentlicher Straßen und Parkplätze untersagt. Bußgelder setzen Gemeinden und Landkreise fest.
- Kommunale Stellplätze liegen im Schwarzwald meist am Ortsrand, sind oft nur saisonal geöffnet oder klein und in der Hochsaison sowie zur Weinlese im Herbst schnell belegt. Alternativen bieten Winzer, Höfe und Gasthäuser mit eigenem Stellplatz (Anfrage vor Ort).
- Nützliche Hilfsmittel: park4night, Campercontact, Stellplatz-Apps und die gedruckten deutschen Stellplatzführer; Nutzerangaben zu Gebühren, Öffnung und Ausstattung sind oft veraltet – Stand vor Ort prüfen.
Entsorgung & Versorgung
- Ver- und Entsorgungsstationen stehen auf vielen kommunalen Stellplätzen und Campingplätzen; einige laufen mit Münzen oder Wertmarken, andere mit Karte. Frischwasser gibt es meist in Portionen gegen Gebühr.
- Grauwasser nur an der Station ablassen, Chemietoilette nur in die dafür gekennzeichneten Einfüllöffnungen – nicht in Gullys oder öffentliche Toiletten. Sanitärzusätze auf Formaldehydbasis sind an vielen Stationen unerwünscht.
- Leitungswasser ist in Deutschland Trinkwasser; Schilder „Kein Trinkwasser“ an Friedhöfen, Brunnen und Quellen beachten. Auf Höfen im Hochschwarzwald kommt Wasser oft aus Quellen – Hinweise beachten.
- Gas: Graue 11-kg- und 5-kg-Tauschflaschen gibt es an vielen Tankstellen, Baumärkten und Campingplätzen; Tankflaschen und Gastanks füllen Autogas-(LPG-)Tankstellen, die in Deutschland ACME-Anschlüsse haben – aus Ländern mit anderem System passenden Adapter mitbringen. Ausländische Tauschflaschen werden nicht getauscht. Im Hochschwarzwald sind Tankstellen und Läden selten – vor dem Aufstieg zum Feldberg auffüllen.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t fahren wie Pkw – innerorts 50, außerorts 100 km/h, Autobahn ohne generelles Limit (Richtgeschwindigkeit 130 km/h). Wohnmobile über 3,5 t bis 7,5 t: außerorts 80 km/h, Autobahn 100 km/h; über 7,5 t: außerorts 60 km/h, Autobahn 80 km/h. Gespanne mit Wohnwagen: 80 km/h, auf der Autobahn 100 km/h nur mit Tempo-100-Zulassung. Auf der B500 und im Schwarzwald gelten in vielen Abschnitten deutlich niedrigere Limits, oft auch nachts oder für Motorräder.
- Umweltplakette: In ausgewiesenen Umweltzonen brauchen alle Kraftfahrzeuge die grüne Plakette, auch ausländische. Freiburg hat seine Umweltzone zum 2. Mai 2025 aufgehoben, Karlsruhe bereits 2023; auf dieser Route ist nach aktuellem Stand keine Zone mehr bekannt. Bei Anreise über Stuttgart (A81) vorab bei der Stadt bzw. beim Umweltbundesamt prüfen, ob dort noch eine Zone gilt.
- Maut: Für Pkw und Wohnmobile gibt es keine Vignette. Die Lkw-Maut betrifft Fahrzeuge des Güterverkehrs über 3,5 t; Wohnmobile sind nach Auskunft des Betreibers Toll Collect in der Regel nicht mautpflichtig. Bei sehr schweren Fahrzeugen über 7,5 t, besonders mit Lkw-Zulassung, die Einstufung vor der Reise klären.
- Sonntags- und Feiertagsfahrverbot sowie das Ferienreise-Fahrverbot an Juli- und August-Samstagen gelten für Lkw über 7,5 t; Wohnmobile mit Zulassung als Wohnmobil sind in der Regel nicht betroffen, bei Lkw-Zulassung aber schon – Fahrzeugschein prüfen.
- Winterreifen gelten situativ: Bei Glatteis, Schnee, Schneematsch oder Reifglätte sind Reifen mit Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) Pflicht, reine M+S-Reifen reichen nicht mehr. In den Hochlagen des Schwarzwalds (Feldberg, Schwarzwaldhochstraße) kann ab Oktober Schnee liegen; Schneeketten mitführen und Straßenzustand vorab prüfen.
- Heckträger: Eine Warntafel wie in Italien oder Spanien ist nicht vorgeschrieben, aber Kennzeichen und Rückleuchten müssen sichtbar bleiben (sonst Leuchtenträger mit Kennzeichen). Alkohol: 0,5 Promille, für Fahranfänger und unter 21-Jährige 0,0. Handy am Steuer nur mit Freisprecheinrichtung – Bußgeld und Punkt in Flensburg.
- Kurtaxe: Viele Schwarzwaldgemeinden erheben eine Kurtaxe pro Person und Nacht, die meist direkt auf dem Camping- oder Stellplatz berechnet wird; als Gegenleistung gibt es an vielen Orten die KONUS-Gästekarte für kostenlosen Bus- und Bahnverkehr in der Region – Teilnahme und Bedingungen am Empfang klären.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Grüne Umweltplakette nur, falls die Anreise durch eine noch bestehende Umweltzone führt (z. B. Stuttgart); Freiburg verlangt seit Mai 2025 keine mehr.
- Münzvorrat in Euro-Münzen: Viele Stellplatz- und Parkautomaten im Schwarzwald nehmen keine Karte.
- Langes Stromkabel (mindestens 25 m) mit CEE-Stecker und Adapter auf Schuko – die Säulen stehen auf kleineren Plätzen oft weit auseinander.
- Schneeketten und Alpine-Reifen für Oktober und später: Die Höhen von Feldberg und Schwarzwaldhochstraße liegen über 1.000 m.
- Wetterfeste Kleidung und feste Schuhe für nasse Wege, Wasserfälle und Wanderungen; im Hochschwarzwald ist es oft 10 bis 15 Grad kühler als in der Rheinebene.
- Faltrad oder E-Bike: Schluchsee-Rundweg, Kinzigtalradweg und Wege durch das Markgräflerland verbinden Stellplätze mit Ortszentren ohne Parkplatzsuche.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.