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SS48

Kehren, Kalkzinnen und Alpenglühen – mit dem Camper über die Große Dolomitenstraße und die Dolomitenpässe

Von Bozen über Karerpass, Sellaronda und Falzarego zu den Drei Zinnen und zurück durchs Pustertal: eine Runde über sieben Pässe, bei der Sie den Bremsen genauso viel Aufmerksamkeit schenken wie dem Abendlicht am Rosengarten.

Entfernung
248 km (154 mi)
Fahrzeit
3 h 25 min
Empfohlene Tage
7
Stopps
14
Länder
Italien
Aktualisiert
26. April 2026

Auf einen Blick: 7-tägige Rundreise über etwa 248 km (154 mi) mit 14 Stopps, Start und Ziel in Bozen. Insgesamt etwa 3 h 25 min Fahrzeit.

Weitere Roadtrips: Italien

Reiseführer · CampingSpirit

Von Bozen über Karerpass, Sellaronda und Falzarego zu den Drei Zinnen und zurück durchs Pustertal: eine Runde über sieben Pässe, bei der Sie den Bremsen genauso viel Aufmerksamkeit schenken wie dem Abendlicht am Rosengarten.

Der Spirit der Route

Die Dolomiten fahren sich nicht, sie wollen erarbeitet werden. Hinter Bozen schraubt sich die Straße durch die rote Porphyrschlucht des Eggentals, dann öffnet sich der Wald, und plötzlich stehen Latemar und Rosengarten wie Kulissen über den Wiesen. Auf den Pässen riecht es nach warmen Bremsen, Latschenkiefer und Heu, Murmeltiere pfeifen neben dem Parkplatz, und am Abend glühen die Kalkwände erst orange, dann violett – die Einheimischen nennen es Enrosadira. Aus der offenen Schiebetür sehen Sie Sellatürme, Marmolada-Gletscher und die Nordwände der Drei Zinnen. Dazwischen liegen ladinische Dörfer, Soldatensteige aus dem Ersten Weltkrieg und Seen in Farben, die im Juli Tausende anziehen. Diese Runde verlangt Geduld: frühe Starts vor den Bussen, kurze Etappen, niedrige Gänge bergab – und die Bereitschaft, abends auf einem Campingplatz statt am Passparkplatz zu stehen.

Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)

1Etappe 1: Bozen nach Canazei (Fassatal) (ca. 60 km)

Die Strecke
Von Bozen-Kardaun auf der SS241 durch die enge Eggentaler Schlucht mit kurzen Tunneln und Felsüberhängen, dann über Birchabruck und Welschnofen hinauf zum Karersee und über den Karerpass (gut 1.750 m) ins Trentiner Fassatal. Überwiegend gut ausgebaut, oben einige weite Kehren; hinab nach Vigo di Fassa und talaufwärts nach Canazei. Rund 1,5 Stunden reine Fahrzeit.
Highlights & Must-Sees
  • Karersee: der Rundweg um den kleinen Bergsee mit dem Latemar im Spiegelbild, am ruhigsten vor 8 Uhr.
  • Blick auf die Rosengarten-Westwände vom Karerpass und vom Hotel-Weiler Karersee – am Abend der Klassiker fürs Alpenglühen.
  • Seilbahn Vigo di Fassa auf den Ciampedie, Ausgangspunkt für einfache Wanderungen unter dem Rosengarten.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Marmolada am Ortsrand von Canazei, fußläufig zum Zentrum und zu den Bussen: Stromanschlüsse, Sanitär, Ver- und Entsorgung. Weiter talabwärts liegt Camping Vidor in Pozza di Fassa, groß und gut ausgestattet. Im August und in den Ferien reservieren.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Karersee ist der Parkplatz P1 direkt am See auch für Wohnmobile zugelassen, aber gebührenpflichtig; auf P2 (Schönblickweg) sind Wohnmobile verboten, auf dem weiter entfernten P3 (Paolina) zahlen Camper nachts Gebühr. Reservieren lassen sich die Parkplätze nicht. Übernachten auf Pass- und Wanderparkplätzen untersagen im Eggental und im Fassatal zahlreiche Gemeindeverordnungen – Schilder mit durchgestrichenem Wohnmobil sind ernst gemeint. In einigen Fassataler Orten gibt es ausgewiesene Camperparkplätze; aktuellen Stand in CamperOnline oder park4night prüfen.

Insider-Tipp für Camper
In Bozen vor der Abfahrt tanken und Wasser auffüllen: Der Stellplatz an der Pfarrhofstraße hat eine Entsorgungsstation. Die Eggentaler Schlucht ist eng und bei Gegenverkehr von Bussen unangenehm – außerhalb des Berufsverkehrs fahren und in den Tunneln Licht an (in Italien außerorts ohnehin Pflicht).

2Etappe 2: Canazei nach Canazei (Sellaronda) (ca. 55 km)

Die Strecke
Die Runde um den Sellastock im Uhrzeigersinn: Canazei – Sellajoch (rund 2.240 m) – Plan de Gralba – Grödner Joch (rund 2.120 m) – Corvara – Campolongo (rund 1.875 m) – Arabba – Pordoijoch (rund 2.240 m) – Canazei. Vier Pässe, dutzende Kehren, auf den Nordseiten teils schmal mit Leitplanken direkt am Fahrbahnrand. Reine Fahrzeit gut 2 Stunden, mit Seilbahn und Pausen ein ganzer Tag.
Highlights & Must-Sees
  • Sellajoch: die senkrechten Sellatürme direkt über dem Parkplatz, dazu Blick auf Langkofel und Plattkofel.
  • Grödner Joch mit den Cir-Spitzen und dem Wiesenrücken Richtung Colfosco.
  • Sass Pordoi: Seilbahn vom Pordoijoch auf knapp 3.000 m, mit Blick auf den Marmolada-Gletscher.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Zweite Nacht auf demselben Platz in Canazei – die Sellaronda fahren Sie am besten als Tagesrunde ohne Umzug. Wer lieber umsetzt: In Alta Badia gibt es Campingplätze im Gadertal, in Arabba dagegen keinen Campingplatz.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf der Sellaronda ist Freistehen faktisch ausgeschlossen: Wolkenstein in Gröden hatte 2025 das Übernachten im Fahrzeug im ganzen Gemeindegebiet verboten; das Verwaltungsgericht hob dieses Pauschalverbot im April 2026 aus formalen Gründen auf, Campingverhalten bleibt aber verboten, und die Südtiroler Gemeinden arbeiten auf Basis einer Mustervorlage an neuen Verordnungen. Die Camperfläche in Arabba war 2026 per Gemeindeverordnung weitgehend gesperrt, mit striktem Entleerungsverbot. Auf den Passparkplätzen gilt tagsüber Parken, nachts nicht – aktuellen Stand vor Ort prüfen.

Insider-Tipp für Camper
Starten Sie vor 8 Uhr: Ab dem späten Vormittag teilen Sie die Kehren mit Linien- und Reisebussen, Motorradgruppen und Radfahrern. Bergab im zweiten oder dritten Gang fahren, Busse in den Kehren vorlassen – ein 12-Meter-Bus braucht dort beide Spuren. Am Grödner Joch wurde die für September 2026 geplante Zufahrtsbeschränkung abgesagt; stattdessen lief vom 22. September bis 5. Oktober 2026 eine digitale Testphase ohne Sperren, bei der sich Fahrer freiwillig registrieren konnten. Ob und wann eine verbindliche Beschränkung kommt, ist offen – vor der Reise den aktuellen Stand prüfen.

3Etappe 3: Canazei nach Cortina d’Ampezzo (ca. 60 km)

Die Strecke
Über das Pordoijoch nach Arabba, dann auf der Großen Dolomitenstraße (SR48) durch das Buchensteintal (Livinallongo) mit Blick auf den Col di Lana, bei Andraz hinauf zum Falzaregopass (rund 2.100 m) und in langen, gut ausgebauten Schleifen hinab nach Cortina. Etwa 1,5 Stunden Fahrzeit.
Highlights & Must-Sees
  • Seilbahn vom Falzaregopass auf den Lagazuoi mit den Stollen und Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg.
  • Freilichtmuseum an den Cinque Torri, per Sessellift von Bai de Dones oberhalb der Straße.
  • Burgruine Castello di Andraz am Weg zum Pass.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Cortina hat mehrere Campingplätze: International Camping Olympia bei Fiames nördlich des Orts im Wald am Boite, sowie Camping Cortina, Camping Dolomiti und Camping Rocchetta im Süden bei Campo di Sotto. Strom, Sanitär, V/E; die Preise sind für Dolomitenverhältnisse hoch. Einen offiziellen Wohnmobilstellplatz hatte Cortina zuletzt nicht – die frühere Fläche bei Fiames ist seit Jahren geschlossen; aktuellen Stand vorab prüfen.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Cortina und die Nachbargemeinden dulden kein Übernachten auf Parkplätzen; auch am Falzarego- und Giaupass wird kontrolliert. Planen Sie feste Plätze. Tagsüber sind die großen Passparkplätze für Wohnmobile nutzbar, oft gebührenpflichtig.

Insider-Tipp für Camper
Das Zentrum von Cortina ist verkehrsberuhigt, die Parkhäuser haben Höhenbegrenzungen. Lassen Sie den Camper am Campingplatz stehen und nutzen Sie den Ortsbus, im Sommer auch die Busse zu den Pässen. Günstiger tanken und einkaufen als im Ort selbst lässt sich meist in den Tälern.

4Etappe 4: Cortina d’Ampezzo nach Misurinasee und Drei Zinnen (ca. 30 km)

Die Strecke
Über den Passo Tre Croci (rund 1.800 m) mit mittleren Steigungen zum Misurinasee, dann vom Antornosee auf der Mautstraße (bis 13 % Steigung) hinauf zum Parkplatz an der Auronzohütte auf gut 2.300 m. Kurz, aber fordernd für Kupplung und Bremsen.
Highlights & Must-Sees
  • Misurinasee mit den Cadini di Misurina im Hintergrund, am schönsten im Morgenlicht.
  • Drei-Zinnen-Umrundung von der Auronzohütte über Lavaredohütte und Paternsattel zur Dreizinnenhütte mit Blick auf die Nordwände (rund 10 km, 3–4 Stunden).
  • Kleiner Antornosee am Beginn der Mautstraße, ruhiger Morgenspaziergang.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Area sosta camper Misurina (Gemeinde Auronzo) rund 300 m vom See: etwa 20 Plätze auf Schotter und Asphalt, Camper Service zum Ver- und Entsorgen, keine Stromanschlüsse, Aufenthalt auf 48 Stunden begrenzt, gebührenpflichtig von Mai bis Oktober. Die Plätze sind uneben – Keile bereithalten.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Für die Mautstraße zur Auronzohütte gilt 2026 eine Online-Reservierungspflicht mit Kennzeichen und Zeitfenster; das Ticket gilt 12 Stunden ab gebuchtem Beginn, Wohnmobile zahlten 2026 60 €, Pkw 40 €. Übernachten im Fahrzeug oben ist nur im Rahmen dieser Zeitfenster denkbar, und Campingverhalten (Markise, Stühle) ist verboten – die Regeln wurden mehrfach geändert, daher vorab beim Parkservice der Gemeinde Auronzo klären. Die entspanntere Lösung: in Misurina schlafen und mit dem ersten Slot hinauffahren oder den Bus nehmen (Linie 444 ab Toblach, 2026 ebenfalls mit Online-Reservierung).

Insider-Tipp für Camper
Buchen Sie das Zeitfenster sofort, wenn der Reisetermin steht – im Juli und August sind die frühen Slots schnell weg. Die Straße ist in der Regel von Ende Mai bis Ende Oktober befahrbar; bei Schnee oder Gefahr wird sie gesperrt. Wasser für die Umrundung mitnehmen: Die Hütten verkaufen Getränke, aber Brunnen sind rar.

5Etappe 5: Misurinasee nach Toblach über den Pragser Wildsee (ca. 50 km)

Die Strecke
Von Misurina bergab nach Schluderbach und durch das Höhlensteintal am Dürrensee vorbei nach Toblach ins Pustertal; weiter über Niederdorf ins Pragser Tal bis zum Wildsee und zurück. Breite, gut ausgebaute Straßen, im Höhlensteintal ein paar Kurven. Gut eine Stunde Fahrzeit ohne Stopps.
Highlights & Must-Sees
  • Dürrensee mit dem Monte Cristallo – Fotostopp an den Parkbuchten am Nordufer.
  • Drei-Zinnen-Blick im Höhlensteintal bei Landro/Höhlenstein.
  • Rundweg um den Pragser Wildsee (rund 1 Stunde), am Südufer auf Wurzelpfaden.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Olympia in Toblach, ganzjährig geöffnet, mit Strom, V/E und gutem Sanitär, oder Camping Toblacher See am Nordende des Höhlensteintals, ruhiger und näher am Wasser. Am Pragser Wildsee selbst gibt es keinen Campingplatz.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Pragser Tal und im Naturpark Fanes-Sennes-Prags ist Übernachten im Fahrzeug außerhalb ausgewiesener Plätze nicht erlaubt, und Südtirol hat im Sommer 2026 koordinierte Kontrollen mit Bußgeldern gegen Wildcamper durchgeführt. Kein Freistehen am See.

Insider-Tipp für Camper
Vom 1. Juli bis 15. September 2026 war das Pragser Tal zwischen 9 und 16 Uhr nur mit Online-Reservierung (Parkplatz oder Durchfahrt) befahrbar; die Busse 442 (ab Toblach/Niederdorf) und 439 (ab Welsberg) brauchten in dieser Zeit ebenfalls eine Reservierung. Außerhalb dieser Zeiten und Saison ist die Zufahrt frei, solange Parkplätze da sind. Ob und auf welchem Parkplatz Wohnmobile zugelassen sind, beim Buchen prüfen – im Zweifel den Camper in Toblach stehen lassen und den Bus nehmen. Regelung für 2027 rechtzeitig nachsehen.

6Etappe 6: Toblach nach Villnößtal (ca. 95 km)

Die Strecke
Durchs Pustertal auf der SS49 über Welsberg und Bruneck, bei Mühlbach ins Eisacktal und über Brixen und Klausen, dann ins schmale Villnößtal bis St. Magdalena. Breite Talstraße, im Villnößtal selbst enger und kurvig. Knapp 2 Stunden Fahrzeit.
Highlights & Must-Sees
  • Kirche St. Johann in Ranui vor den Geislerspitzen – das bekannte Postkartenmotiv, Fotopunkt am Parkplatz an der Straße, die Wiese selbst ist privat.
  • Adolf-Munkel-Weg unter den Geisler-Nordwänden ab dem Parkplatz Zanser Alm.
  • Augustiner-Chorherrenstift Neustift bei Brixen mit Stiftskellerei.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In St. Magdalena gibt es mit „Zum Gletscher Hons“ einen kleinen, online buchbaren Wohnmobilstellplatz auf einem Hof mit Blick auf die Geisler und neuen Sanitäranlagen; Ausstattung, Längenlimit und Saison vorab beim Betreiber erfragen. Als Alternative mit mehr Platz eignen sich die Campingplätze bei Brixen.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Das Villnößtal liegt am Naturpark Puez-Geisler; am Parkplatz Zanser Alm und an den Straßenrändern ist Übernachten nicht vorgesehen. Für einen Zwischenstopp in Bruneck gibt es Park- und Stellplätze für Wohnmobile; aktuellen Stand in den Stellplatz-Apps prüfen.

Insider-Tipp für Camper
Nehmen Sie nicht die Abkürzung über Würzjoch oder Afers: Die Straßen sind teils schmal und steil und für größere Wohnmobile wenig empfehlenswert; zwischen Afers und dem Würzjoch gilt ein Fahrverbot für Busse, die Villnößer Seite ist im Winter gesperrt. Die Zufahrt ins Villnößtal erfolgt über die Talstraße ab der Brennerstraße bei Klausen. Im Pustertal ist Tanken in Bruneck günstiger als in den Seitentälern.

7Etappe 7: Villnößtal nach Bozen (optional über die Seiser Alm) (ca. 60 km)

Die Strecke
Zurück nach Klausen, bei Waidbruck hinauf nach Kastelruth und Seis am Schlern, dann über Völs am Schlern bergab ins Eisacktal und nach Bozen. Die Straßen am Schlern sind gut ausgebaut, aber kurvig und in den Dörfern eng. Etwa 1,5 Stunden.
Highlights & Must-Sees
  • Kloster Säben hoch über Klausen, zu Fuß von der Altstadt in einer halben Stunde.
  • Seiser Alm: per Umlaufbahn ab Seis auf die größte Hochalm Europas mit Langkofel und Schlern.
  • Südtiroler Archäologiemuseum mit dem „Mann aus dem Eis“ in Bozen.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Seiser Alm bei Völs am Schlern, der einzige Campingplatz der Ferienregion Seiser Alm, gut ausgestattet mit Strom, V/E und großem Sanitärgebäude. In Bozen Camping Moosbauer im Westen der Stadt, mit Strom und Entsorgung, gut an Bus und Radweg angebunden.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf der Seiser Alm sind Übernachten im Fahrzeug und Camping verboten, Parken ist zwischen 23 und 5 Uhr untersagt. In Bozen bieten die Camperparkplätze an der Pfarrhofstraße (mit Strom und V/E), an der Sarntaler Straße und saisonal an der Einsteinstraße eine legale Alternative für Stadtbesuche – dort gilt „nur Parken, kein Camping“.

Insider-Tipp für Camper
Die Straße von Seis nach Compatsch ist in der Saison von 9 bis 17 Uhr bergwärts für den Privatverkehr gesperrt, seit dem 29. Juni 2026 sind die Parkplätze P1 Spitzbühl und P2 Compatsch nur mit Online-Reservierung nutzbar (frühestens 6 Tage im Voraus). Mit dem Wohnmobil ist die Umlaufbahn ab Seis die bessere Wahl; großer Parkplatz an der Talstation. In Bozen die ZTL in der Altstadt meiden – Kameraüberwachung.

Camping-Praxis & Länder-Knigge

Wildcamping & Freistehen

  • Italienisches Recht (Codice della Strada, Art. 185) unterscheidet zwischen „sosta“ und „campeggio“: Ein Wohnmobil darf überall dort parken und auch mit Übernachtung stehen, wo Parken erlaubt ist. Verboten ist Campingverhalten – Stühle, Tische, Markise, ausgefahrene Stützen oder Keile, Grauwasser auf dem Boden.
  • In Südtirol und den Dolomiten schränken Gemeindeverordnungen dieses Recht stark ein: Wolkensteins pauschales Übernachtungsverbot wurde zwar im April 2026 gerichtlich aufgehoben, doch die Gemeinden arbeiten an neuen Verordnungen, viele Pass- und Wanderparkplätze tragen Camperverbotsschilder, und im Sommer 2026 liefen koordinierte Kontrollen mit Bußgeldern. Rechnen Sie mit Abschleppen und Strafen im dreistelligen Euro-Bereich.
  • In Naturparks (Puez-Geisler, Fanes-Sennes-Prags, Drei Zinnen, Schlern-Rosengarten) ist Zelten und Campieren untersagt; auf der Seiser Alm gilt zusätzlich ein nächtliches Parkverbot.
  • Legal übernachten Sie auf Campingplätzen, in den „aree di sosta camper“ der Gemeinden und auf Hofstellplätzen. Nützliche Apps: park4night, CamperOnline (italienisches Stellplatzverzeichnis mit aktuellen Nutzerberichten), Campercontact.

Entsorgung & Versorgung

  • Ver- und Entsorgung heißt in Italien „camper service“ oder „carico e scarico“; viele Stationen funktionieren mit Münzen oder Jetons (gettoni), manche nur für Gäste des Stellplatzes.
  • Grauwasser und Kassette nur an der Station leeren – wildes Entsorgen in Gullys hat etwa in Arabba 2026 zur weitgehenden Sperrung der Camperfläche beigetragen.
  • Leitungswasser ist in Südtirol und Trentino meist trinkbar; auf Schildern achten: „acqua potabile“ ist Trinkwasser, „acqua non potabile“ nicht.
  • Gas: Deutsche Tauschflaschen werden in Italien nicht getauscht, italienische Flaschen haben andere Anschlüsse. Tankflaschen und Gastanks füllen Sie an GPL-Tankstellen mit dem italienischen („Dish“-)Adapter; an vielen Stationen tankt nur das Personal, ausländische Tauschflaschen werden nicht befüllt. Mit zwei vollen Flaschen anreisen.

Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln

  • Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h, auf der Autobahn 130 km/h; über 3,5 t außerorts 80 km/h und auf der Autobahn 100 km/h. Gespanne mit Wohnwagen: 70 km/h außerorts, 80 km/h auf der Autobahn. Außerorts gilt tagsüber Lichtpflicht.
  • Brennerautobahn A22: Maut nach Achsen und Höhe über der Vorderachse (Grenze 1,30 m) – die meisten zweiachsigen Wohnmobile fahren in Klasse B, Dreiachser in Klasse 3. Bezahlung bar, per Karte oder elektronisch per Telepass bzw. EU-Mautbox. Wer über Österreich anreist, braucht dort bis 3,5 t Vignette plus Brenner-Streckenmaut, über 3,5 t eine GO-Box (die die Streckenmaut mit abrechnet).
  • Ragt Ladung über das Fahrzeugheck hinaus – etwa Fahrräder auf dem Heckträger –, ist die rot-weiß reflektierende Warntafel (50 × 50 cm) Pflicht; Bußgelder werden auch bei Touristen verhängt.
  • Winterausrüstung (Winterreifen oder Schneeketten an Bord) ist vom 15. November bis 15. April auf der A22 und vielen Pass- und Staatsstraßen vorgeschrieben; auch im Sommer kann auf über 2.000 m Schnee fallen.
  • Innenstädte wie Bozen und Brixen haben kameraüberwachte ZTL-Zonen, das Zentrum von Cortina ist verkehrsberuhigt; Bußgelder kommen per Post. Am Grödner Joch testete Südtirol im Herbst 2026 digital, ohne Sperren, wie eine künftige Zufahrtsbeschränkung funktionieren könnte; auf der Mautstraße zu den Drei Zinnen und am Pragser Wildsee gelten Reservierungspflichten – Stand vor jeder Saison prüfen.

CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste

  • Auffahrkeile Stufe 2–3 – Stellplätze wie in Misurina sind uneben, und Keile gehören in Italien nur auf Plätze, nicht auf Parkplätze.
  • Rot-weiße Warntafel nach italienischer Norm für den Heckträger, falls Räder oder Boxen überstehen.
  • Italienischer Gasadapter für GPL-Tankstellen und zwei volle Flaschen bei der Einreise.
  • Warme Schichten, Regenjacke und Mütze: Auf den Pässen und an den Drei Zinnen liegen die Temperaturen auch im Sommer oft unter 10 °C, Gewitter kommen nachmittags schnell.
  • Smartphone mit Datenvolumen und ausgedruckten Buchungsbestätigungen für Drei-Zinnen-Mautstraße, Pragser Tal und Seiser-Alm-Parkplätze – Kennzeichen und Zeitfenster werden kontrolliert.
  • Bremsflüssigkeit und Beläge vor der Reise prüfen lassen, dazu ein Infrarot-Thermometer für die Felgen nach langen Abfahrten.

Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.

Reiseverlauf Stopp für Stopp

In Fahrtreihenfolge. Entfernungen sind Schätzungen zwischen aufeinanderfolgenden Stopps.

  1. 1

    Bozen

    Italien
    Start
  2. 2

    Lago di Carezza

    NaturNova Levante, Italien

    Ein kleiner grüner See unter den Zacken des Latemar, einer der meistfotografierten der Dolomiten. Ein kurzer Weg führt rundherum.

    25 km
  3. 3

    Canazei

    Italien
    21 km
  4. 4

    Passo Sella

    AussichtenSelva di Val Gardena, Italien

    Ein Pass auf 2.240 Metern direkt unter den Wänden des Langkofels und der Sellagruppe, an der Straße zwischen Grödnertal und Fassatal. Die Parkplätze am Pass sind im Sommer früh belegt; bei starkem Schneefall ist die Straße meist gesperrt.

    5 km
  5. 5

    Passo Gardena

    AussichtenSelva di Val Gardena, Italien

    Der Pass auf 2.121 Metern zwischen Grödnertal und Gadertal, mit den hellen Türmen der Cirspitzen auf der einen und dem Sellamassiv auf der anderen Seite. Auf beiden Seiten der Passhöhe gibt es Haltebuchten.

    7 km
  6. 6

    Corvara

    Italien
    6 km
  7. 7

    Arabba

    Italien
    7 km
  8. 8

    Cortina d'Ampezzo

    Italien
    26 km
  9. 9

    Tre Cime di Lavaredo

    NaturAuronzo di Cadore, Italien

    Drei Felstürme, das Wahrzeichen der Dolomiten. Eine Mautstraße führt zur Auronzohütte, ein leichter Rundweg umrundet sie.

    19 km
  10. 10

    Lago di Braies

    NaturBraies, Italien

    Ein smaragdgrüner See unter steilen Wänden, mit Ruderbooten und ebenem Uferweg. Im Hochsommer ist die Zufahrt beschränkt.

    23 km
  11. 11

    Toblach

    Italien
    14 km
  12. 12

    Villnöß

    Italien
    53 km
  13. 13

    Alpe di Siusi

    NaturCastelrotto, Italien

    Oft als größte Hochalm Europas bezeichnet, mit leichten Wanderungen in Richtung Langkofel und Schlern. Die Straße von Seis hinauf ist tagsüber für die meisten Privatautos gesperrt; nehmen Sie also die Seilbahn ab Seis oder fahren Sie früh hinauf.

    15 km
  14. 14

    Bozen

    Italien
    26 km

Häufige Fragen

Wie lang ist die Route «Kehren, Kalkzinnen und Alpenglühen – mit dem Camper über die Große Dolomitenstraße und die Dolomitenpässe»?

7-tägige Rundreise über etwa 248 km (154 mi) mit 14 Stopps, Start und Ziel in Bozen. Insgesamt etwa 3 h 25 min Fahrzeit.

Wie viele Tage braucht man für «Kehren, Kalkzinnen und Alpenglühen – mit dem Camper über die Große Dolomitenstraße und die Dolomitenpässe»?

Wir empfehlen 7 Tage: etwa 3 h 25 min Fahrzeit, so bleibt Zeit für die Stopps.

Wo beginnt und endet «Kehren, Kalkzinnen und Alpenglühen – mit dem Camper über die Große Dolomitenstraße und die Dolomitenpässe»?

Es ist eine Rundreise mit Start und Ziel in Bozen.

Durch welche Länder führt «Kehren, Kalkzinnen und Alpenglühen – mit dem Camper über die Große Dolomitenstraße und die Dolomitenpässe»?

Italien.