Reiseführer · CampingSpirit
Von den Weinbergen um Saint-Émilion über das Bassin d’Arcachon, die Dune du Pilat und die endlosen Strände der Landes bis an die baskische Felsküste und in die Pyrenäenvorberge: rund 560 Kilometer zwischen Austernhütten, Surfspots und Pimentdörfern, auf denen Sie lernen, wo man in Frankreich parken darf – und wo nicht.
Der Spirit der Route
Diese Küste ist eine lange gerade Linie, und genau das macht ihren Reiz aus. Hinter jedem Dünenkamm liegt derselbe Atlantik, aber jedes Mal anders: glatt und silbrig am Morgen, mit langen Brechern und Surfern am Nachmittag, orangerot über der Dune du Pilat am Abend. Dazwischen stehen Seekiefern bis zum Horizont, es riecht nach Harz, Salz und warmem Sand, und auf schmalen Straßen rollen Sie von einem Strandparkplatz zum nächsten. Am Bassin d’Arcachon klappern die Austernzüchter mit ihren Körben, in den Landes ziehen Kanus durch den grünen Tunnel des Courant d’Huchet. Ab Bayonne ändert sich alles: rot-weiße Fachwerkhäuser, Pelota-Wände, Chilischoten an den Fassaden, und plötzlich Berge. Aus der Schiebetür blicken Sie auf Kiefern, Wellen und zuletzt auf die grünen Hänge unter La Rhune. Ein Revier für Menschen, die frühe Strandspaziergänge lieben und abends lieber auf der Aire als am verbotenen Dünenparkplatz stehen.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Bordeaux nach Saint-Émilion (ca. 45 km)
- Die Strecke
- Vom Campingplatz am Lac de Bordeaux im Norden der Stadt über die Rocade (A630, mautfrei) und die Pont d’Aquitaine bzw. weiter östlich über die A89 bis Libourne, dann auf der D670 und D243 durch die Rebhänge nach Saint-Émilion. Die Innenstadt von Bordeaux bleibt außen vor: Die Rocade ist breit, aber zu Stoßzeiten verstopft. Etwa eine Stunde Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Bordeaux zu Fuß und mit der Tram: Place de la Bourse mit dem Wasserspiegel Miroir d’eau, die Quais an der Garonne und das Viertel Saint-Pierre.
- Saint-Émilion: die unterirdische Monolithkirche, in den Kalkstein gehauen, nur mit Führung über das Tourismusbüro zu besichtigen; die Altstadt gehört mit der umliegenden Weinbaulandschaft zum UNESCO-Welterbe.
- Blick vom Tour du Roy und vom Platz vor der Collégiale über die Dächer und Rebzeilen der Juridiction de Saint-Émilion.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Bordeaux: Camping Le Village du Lac (Bordeaux Lac, Gemeinde Bruges) mit Stromanschlüssen, Sanitär und Entsorgung, ganzjährig geöffnet, mit Tram-Anbindung ins Zentrum – die einfachste Art, die Stadt ohne Camper zu besuchen. In Saint-Émilion: Yelloh! Village Saint-Émilion an einem kleinen See nördlich des Orts (Saisonbetrieb, Strom, Pool). Zum Ver- und Entsorgen dient die Station von Camping-Car Park in Saint-Sulpice-de-Faleyrens südlich der Stadt; eine Übernachtungs-Aire des Netzwerks mit Strom liegt in Lussac nördlich von Saint-Émilion, Zugang per Karte des Netzwerks.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Bordeaux selbst ist kein Ort zum Übernachten im Fahrzeug: Innerhalb der Rocade gilt die ZFE (siehe Praxis), am Straßenrand sind Wohnmobile nicht gern gesehen, und zahlreiche Parkhäuser haben Höhenbegrenzungen. Nutzen Sie die Park-and-Ride-Anlagen (Parcs relais) am Tramnetz nur tagsüber und nur dort, wo keine Höhenschranke steht. Im Rebland um Saint-Émilion bieten einige Weingüter Wohnmobilplätze für eine Nacht an, teils über Mitgliedsnetzwerke wie France Passion; ohne Einladung zwischen den Rebzeilen zu stehen ist Betreten von Privatgrund.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Gassen von Saint-Émilion sind steil, gepflastert und für Wohnmobile ungeeignet. Parken Sie auf den ausgeschilderten Parkplätzen am Ortsrand und gehen Sie die letzten Meter zu Fuß. Während der Weinlese (meist September bis Anfang Oktober) sind die schmalen Rebwege voller Traktoren und Erntemaschinen – nicht als Abkürzung nutzen.
2Etappe 2: Saint-Émilion nach Lège-Cap-Ferret (ca. 115 km)
- Die Strecke
- Zurück über Libourne und die nördliche Rocade, dann auf der D106 schnurgerade durch die Kiefernwälder des Médoc-Randes nach Lège und weiter auf der D106 über Claouey und Le Canon bis zur Spitze der Halbinsel. Wer Zeit hat, schlägt ab Le Porge oder Lacanau einen Bogen zur Küste (gut 30 km extra). Rund zwei Stunden; auf der Halbinsel im Sommer zäher Kolonnenverkehr.
- Highlights & Must-Sees
- Optional Lacanau-Océan: Surfstrand, großer Süßwassersee im Hinterland und Radwege durch den Wald.
- Austerndörfer L’Herbe und Le Canon auf der Bassin-Seite: Holzhütten, Austernverkostung direkt beim Züchter mit Blick auf die Île aux Oiseaux.
- Phare du Cap Ferret: Leuchtturm mit Aussichtsplattform über Bassin, Banc d’Arguin und Dune du Pilat.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping du Truc Vert mitten im Wald nahe dem gleichnamigen Ozeanstrand (Saisonbetrieb), oder Camping Les Viviers bei Claouey direkt am Bassin. Lacanau-Océan hat mit der Aire du Huga eine große kommunale Aire mit Ver- und Entsorgung am Ortsrand.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Lège-Cap-Ferret lässt Wohnmobile nachts nicht frei parken, bietet aber sogenannte „haltes nocturnes“ an – ausgewiesene Nachtstellplätze wie in L’Herbe, an der Vigne oder in Claouey, die abends angefahren und morgens geräumt werden müssen, gebührenpflichtig und in der Platzzahl begrenzt. Saison, Uhrzeiten und Tarif auf der Seite der Gemeinde prüfen. Die Waldwege des ONF und die Parkplätze an den Ozeanstränden sind nachts tabu, viele haben Höhenportale.
- Insider-Tipp für Camper
- Nach Arcachon fahren Sie nicht um das Bassin herum, sondern mit dem Passagierboot ab Bélisaire am Cap Ferret: Der Camper bleibt auf dem Platz, Sie sind in einer halben Stunde in der Ville d’Hiver mit ihren Villen. Die Ver- und Entsorgungsstation in Claouey (Aire de services) ist der praktischste Servicepunkt auf der Halbinsel.
3Etappe 3: Lège-Cap-Ferret nach Dune du Pilat (Pyla) (ca. 75 km)
- Die Strecke
- Zurück die Halbinsel hinauf und im Uhrzeigersinn um das Bassin: Arès, Andernos-les-Bains, Lanton, Audenge, dann über Biganos in das Delta der Leyre und auf der A660 bzw. der Küstenstraße nach La Teste-de-Buch und zum Pyla. Flache Strecke, aber viele Kreisverkehre und Ortsdurchfahrten; knapp zwei Stunden.
- Highlights & Must-Sees
- Parc ornithologique du Teich im Delta der Leyre: Holzstege und Beobachtungshütten zwischen Salzwiesen und Schilf, gut für einen Vormittag.
- Hafen von Gujan-Mestras mit sieben kleinen Austernhäfen und Verkostungshütten.
- Dune du Pilat: die höchste Wanderdüne Europas, rund 100 Meter hoch; über die Treppe (Saison) oder durch den Sand hinauf, oben Blick über Banc d’Arguin, Cap Ferret und die Waldlandschaft der Landes.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Unterhalb der Düne liegen mehrere Campingplätze im Wald, darunter Camping de la Dune und Yelloh! Village Panorama du Pyla – beide waren vom Waldbrand im Juli 2022 schwer getroffen, der Wiederaufbau zog sich über mehrere Saisons. Ob und in welchem Umfang ein Platz geöffnet ist, vor der Reise direkt beim Betreiber prüfen; im Sommer weit im Voraus reservieren. Die Aire de services in Arcachon dient nur zum Ver- und Entsorgen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Besucherparkplatz des Grand Site de la Dune du Pilat ist Parken zwischen 2 und 5 Uhr verboten, wer über Nacht stehen bleibt, zahlt eine Strafpauschale; tagsüber ist er gebührenpflichtig nach Dauer und Saison. Wildes Parken rund um die Düne wird geahndet. Die Straße am Pyla und die Waldparkplätze im Staatswald von La Teste sind Brandschutzgebiet – Übernachten im Fahrzeug außerhalb der Campingplätze ist hier keine Option.
- Insider-Tipp für Camper
- Kommen Sie früh oder zum Sonnenuntergang auf die Düne, mittags ist der Sand im Sommer glühend heiß und der Parkplatz voll. Die Düne wandert jedes Jahr landeinwärts in den Wald; die Treppe wird nur in der Saison gesetzt. Abstieg zur Meerseite ist erlaubt, Baden am Fuß der Düne wegen Strömungen und fehlender Aufsicht aber nicht ratsam.
4Etappe 4: Dune du Pilat nach Mimizan über Biscarrosse (ca. 75 km)
- Die Strecke
- Auf der D218 südwärts durch Kiefernwald, vorbei am Militärgelände von Cazaux, nach Biscarrosse-Plage, dann über Biscarrosse-Bourg und Parentis auf der D652 durch die Seenlandschaft nach Mimizan. Lange gerade Waldstraßen ohne Steigungen, viele Radfahrer auf den parallelen Radwegen; rund 1,5 Stunden.
- Highlights & Must-Sees
- Lac de Cazaux-Sanguinet und Lac de Biscarrosse-Parentis: große Süßwasserseen hinter den Dünen, ruhiges Baden ohne Brandung.
- Musée de l’Hydraviation in Biscarrosse: die Geschichte der Wasserflugzeuge am Lac de Biscarrosse.
- Prieuré de Mimizan: Glockenturm mit romanischem Portal, Teil des UNESCO-Welterbes der Jakobswege in Frankreich.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Aire Camping-Car Park in Mimizan-Plage mit rund 70 Plätzen, Ver- und Entsorgung und Strom, Zugang per Karte des Netzwerks; in Biscarrosse ebenfalls eine Camping-Car-Park-Aire. Wer mehr Komfort möchte: Camping de la Plage in Mimizan-Plage oder die Campingplätze am Lac de Biscarrosse wie Camping de Navarrosse.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Strandparkplätze der Landes-Küste sind vielerorts mit Höhenportalen gesperrt oder per Gemeindearrêté für Wohnmobile eingeschränkt; Dünen und Küstenwald unterliegen strengem Schutz durch ONF und Conservatoire du littoral. Fahren und Parken auf Waldwegen ist außerhalb öffentlicher Straßen ohnehin untersagt. Die zahlreichen kommunalen Aires sind hier die legale Lösung.
- Insider-Tipp für Camper
- Der Radweg Vélodyssée (EuroVelo 1) läuft fast die ganze Route parallel zur Küste. Mit Rädern an Bord parken Sie den Camper auf der Aire und fahren autofrei zu den Stränden. Die Brandschutzstufen in Gironde und Landes täglich auf den Seiten der Präfekturen prüfen.
5Etappe 5: Mimizan nach Hossegor/Capbreton über Léon (ca. 95 km)
- Die Strecke
- Auf der D652 im Hinterland der Dünen über Saint-Julien-en-Born, Lit-et-Mixe und Vielle-Saint-Girons nach Léon, dann über Messanges, Soustons und Seignosse nach Hossegor und Capbreton. Durchgehend flach und zügig, die Ortsdurchfahrten sind schmal, aber gut befahrbar. Etwa zwei Stunden reine Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Courant d’Huchet bei Léon: Naturschutzgebiet am Abfluss des Lac de Léon ins Meer; in traditionellen Booten (Bateliers) oder zu Fuß am Ufer durch einen Tunnel aus Zypressen, Erlen und Hibiskus.
- Lac d’Hossegor: Salzwassersee mit Austernparks und Villen im baskisch-landesischen Stil.
- La Gravière in Hossegor: Weltklasse-Surfspot mit kräftigen Beachbreaks – zuschauen von der Promenade.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Léon die kommunale Aire an der Route du Puntaou nahe dem See, mit Ver- und Entsorgung. In Hossegor/Capbreton: Aire de Soorts-Hossegor am See, die große Aire von Capbreton (über 100 Plätze) oder die große Aire in Seignosse; alle mit Ver- und Entsorgung, im Sommer früh anreisen. Die Aire in Moliets-et-Maâ ist ein guter Zwischenhalt nahe dem Strand.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Küstengemeinden der südlichen Landes schränken das Parken von Wohnmobilen an Strandparkplätzen und in den Ortszentren per Arrêté und Höhenportalen stark ein; im Sommer wird kontrolliert, Bußgelder sind möglich. Im Naturschutzgebiet des Courant d’Huchet gibt es keinen Stellplatz, und das Parken an den Pisten im Wald ist verboten.
- Insider-Tipp für Camper
- Bootsfahrten auf dem Courant d’Huchet starten am Lac de Léon und sind im Sommer oft ausgebucht – am Vortag reservieren. In Capbreton lohnt der Fischmarkt am Hafen. Für Einkäufe und günstiges Tanken die Supermärkte an den Umgehungsstraßen nutzen, nicht die Tankstellen an der Autobahn.
6Etappe 6: Capbreton nach Saint-Jean-de-Luz über Bayonne und Biarritz (ca. 45 km)
- Die Strecke
- Über Labenne und Tarnos auf der D810 nach Bayonne, von dort über Anglet die Küste entlang nach Biarritz und auf der D810 über Bidart und Guéthary nach Saint-Jean-de-Luz. Kurz, aber städtisch: viel Verkehr, Einbahnstraßen, Kreisel und Parkhäuser mit Höhenbeschränkung. Mit Stopps ein voller Tag.
- Highlights & Must-Sees
- Bayonne: Kathedrale Sainte-Marie, die Quais an der Nive mit den bunten Fachwerkhäusern, das Musée Basque und die Chocolatiers in der Rue du Port-Neuf.
- Biarritz: Rocher de la Vierge, Phare de Biarritz und die Grande Plage unter dem Hôtel du Palais.
- Guéthary: kleines Fischerdorf auf der Klippe, Surfwelle Parlementia vor dem Hafen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Biarritz zwei Camping-Car-Park-Aires (Milady am Südende und Gabrielle Dorziat), mit Ver- und Entsorgung, in Gehweite zu den Stränden bzw. per Bus ins Zentrum; in Anglet die Aires des Corsaires und La Barre am Strand. In Saint-Jean-de-Luz eine kleine Aire de services nahe dem Zentrum sowie zahlreiche Campingplätze in Acotz und Erromardie nördlich der Stadt, etwa Inter Plages oder Les Tamaris Plage; südwestlich liegen Camping Juantcho an der Corniche bei Socoa und Larrouleta in Urrugne.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Biarritz verbietet das Parken von Wohnmobilen per Arrêté auf zahlreichen Straßen und Plätzen ganzjährig, auf weiteren von Mai bis September; Markise, Tische, Keile und Ver- und Entsorgung sind außerhalb der beiden Aires untersagt. Auch Anglet, Bidart und Saint-Jean-de-Luz beschränken das Parken von Wohnmobilen in Strand- und Zentrumsnähe – die Beschilderung vor Ort gilt, Kontrollen sind im Sommer die Regel. Die Aires selbst sind oft schon am frühen Nachmittag voll – rechtzeitig ankommen oder ausweichen.
- Insider-Tipp für Camper
- Bayonne nicht mit dem Camper durchqueren: An den Rändern gibt es Parkplätze mit Pendelbus bzw. Tram’bus-Anschluss ins Zentrum. Während der Fêtes de Bayonne Ende Juli ist die Stadt voll und teilweise gesperrt. In Biarritz die Innenstadt meiden – enge Straßen und Parkhäuser mit niedrigen Einfahrten.
7Etappe 7: Saint-Jean-de-Luz nach Sare (La Rhune) über Corniche und Hendaye (ca. 45 km)
- Die Strecke
- Über Ciboure und Socoa auf der Küstenstraße D912, der Corniche Basque, über den Klippen nach Hendaye; dann landeinwärts über Urrugne und Ascain hinauf zum Col de Saint-Ignace und hinab nach Sare. Die Corniche ist kurvig, teils ohne Ausweichbuchten; die Straße zum Col ist gut ausgebaut, aber hügelig. Etwa 1,5 Stunden.
- Highlights & Must-Sees
- Corniche Basque: Flysch-Klippen mit schräg aufgestellten Gesteinsschichten, Aussichtspunkte an der D912 zwischen Socoa und Hendaye.
- Domaine d’Abbadia in Hendaye: Küstengelände des Conservatoire du littoral mit Wanderwegen und dem neugotischen Château d’Abbadie.
- La Rhune: mit der Zahnradbahn vom Col de Saint-Ignace auf den 905 Meter hohen Gipfel an der Grenze zu Spanien, bei klarem Wetter Blick über die baskische Küste und weit nach Norden über die Landes.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Aire de camping-cars von Sare am Ortsrand, mit Ver- und Entsorgung, gut 20 Plätze. In Hendaye eine kommunale Aire nahe dem Strand; Campingplätze in Hendaye und Urrugne, etwa Camping Alturan oder Camping Ametza. In Sare zudem Camping La Petite Rhune.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Parkplatz der Zahnradbahn am Col de Saint-Ignace ist Übernachten nicht vorgesehen; auch auf den Passstraßen ins Hinterland (Col d’Ibardin, Col de Lizarrieta) gelten Gemeindeverbote, und viele Parkbuchten liegen an den Grenzverkaufsstellen auf spanischer Seite. Die Aire in Sare ist die ruhigere Wahl.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Zahnradbahn auf La Rhune fährt saisonal (2026 täglich von Ende März bis Anfang November), und ist an schönen Tagen schnell ausgebucht – online buchen und den ersten Zug nehmen, bevor Nebel aufzieht. Wer zu Fuß aufsteigt, rechnet mit gut zwei Stunden. Die baskischen Halbwildpferde (Pottoks) am Berg nicht füttern.
8Etappe 8: Sare nach Saint-Jean-Pied-de-Port über Ainhoa und Espelette (ca. 65 km)
- Die Strecke
- Über schmale Landstraßen nach Ainhoa und Espelette, weiter nach Cambo-les-Bains und Itxassou, dann auf der D918 das Tal der Nive aufwärts über Bidarray und Saint-Martin-d’Arrossa nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Die Nebenstraße durch den Pas de Roland bei Itxassou ist eng und für große Wohnmobile nicht geeignet – bleiben Sie auf der D918. Etwa 1,5 Stunden ohne Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- Ainhoa: Straßendorf mit weiß-roten Labourd-Häusern, gelistet unter den „Plus beaux villages de France“.
- Espelette: Fassaden voller trocknender Piment-Schoten (AOP Piment d’Espelette); Ende Oktober findet das Pimentfest statt.
- Saint-Jean-Pied-de-Port: Zitadelle, Porte Saint-Jacques und die Rue de la Citadelle, für Pilger Ausgangspunkt des Camino Francés über die Pyrenäen; ringsum die Rebhänge der Appellation Irouléguy.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Saint-Jean-Pied-de-Port hat zwei kommunale Aires (Jaï Alaï und Fronton) nahe dem Zentrum, beide mit Ver- und Entsorgung, sowie den Camping Municipal Plaza Berri direkt an der Nive. In Espelette gibt es eine kleine Parkfläche für Wohnmobile, in Cambo-les-Bains eine Aire mit Ver- und Entsorgung; Bauernhöfe in der Umgebung bieten teils Stellplätze an.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Hinterland ist die Lage entspannter als an der Küste, aber Dorfplätze, Frontons und Kirchparkplätze sind keine Übernachtungsplätze; viele Dörfer haben ihre Plätze per Arrêté für Wohnmobile über Nacht gesperrt. Weidewege in den Bergen sind Privatwege der Hirten.
- Insider-Tipp für Camper
- In Espelette sind die Gassen eng und an Wochenenden überfüllt; parken Sie am Ortsrand. Wer weiter nach Spanien fährt: Der Pass nach Roncesvalles ist gut ausgebaut, aber lang und steil – vorher volltanken und entsorgen. Montags ist in Saint-Jean-Pied-de-Port Markttag.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- Frankreich trennt zwischen „stationnement“ und „camping“: Ein Wohnmobil gilt rechtlich als Fahrzeug und darf überall dort parken – auch über Nacht –, wo Parken für Pkw erlaubt ist. Campingverhalten (Stützen, Keile, Markise, Tische und Stühle, Grauwasser auf dem Boden) macht aus dem Parken Camping, und das ist außerhalb von Campingplätzen an vielen Orten verboten.
- Bürgermeister können das Parken von Wohnmobilen per Gemeindeverordnung (arrêté municipal) zeitlich oder räumlich beschränken. An der Atlantikküste zwischen Arcachon und Hendaye haben viele Küstengemeinden das Parken von Wohnmobilen an Strandparkplätzen, Uferstraßen und in den Zentren eingeschränkt oder nachts verboten; Höhenportale an Strandparkplätzen sind die Regel, Kontrollen im Sommer auch. Pauschale Verbote für ein ganzes Gemeindegebiet sind rechtlich angreifbar, maßgeblich ist die Beschilderung vor Ort. Bußgelder und Abschleppen sind möglich.
- Wildes Campen ist am Strand, in Dünen, in geschützten Stätten (sites classés) und im Küstenwald grundsätzlich untersagt. Waldwege des ONF und private Forstpisten der Landes de Gascogne sind für Kraftfahrzeuge gesperrt; das Befahren von Dünen und Stränden ist verboten.
- Legal übernachten Sie auf Campingplätzen, in kommunalen oder privaten „aires de camping-car“ (oft mit Gebühr, Platzzahl und Aufenthaltsdauer begrenzt), auf den Plätzen von Netzwerken wie Camping-Car Park (Zugang per Karte) und bei Winzern oder Bauern über Mitgliedsnetzwerke wie France Passion. Apps: park4night, Campercontact oder der Stellplatzführer von Camping-Car Park.
- Waldbrand: Gironde und Landes regeln den Schutz der Wälder der Landes de Gascogne über ein interdepartementales Reglement mit täglichen Gefahrenstufen. Bei hoher Stufe sind Feuer, Rauchen und Grillen in und bis 200 Meter um den Wald verboten, der Zugang zu Wäldern kann gesperrt werden, Ausnahmen gelten etwa für angelegte Freizeitstätten, Strandzugänge und die Radwege EuroVelo 1 und 3. Stand täglich bei den Präfekturen prüfen.
Entsorgung & Versorgung
- Die Ver- und Entsorgung heißt „aire de services“ oder „borne“; die Säulen (Euro-Relais, Flot Bleu, Raclet u. a.) funktionieren mit Münzen, Jetons, Kreditkarte oder Netzwerkkarte. An der Küste sind fast alle Aires mit Ver- und Entsorgung ausgestattet, im Hinterland nicht immer.
- Grauwasser und Kassette nur an der Station leeren; in den Landes versickert Wasser schnell im Sand, Verstöße werden empfindlich geahndet. Spezielle Ablässe für Grauwasser fehlen an manchen alten Säulen – kurzen Schlauch mitnehmen.
- Leitungswasser ist in Frankreich trinkbar; an Säulen mit dem Hinweis „eau non potable“ nicht. Im Sommer an Aires den Wasserhahn nicht zum Duschen oder Autowaschen nutzen.
- Gas: Deutsche Flaschen werden nicht getauscht; französische Flaschen (Butagaz, Antargaz, Primagaz) gibt es im Supermarkt mit Pfand, aber mit anderem Anschluss. Tankflaschen und Gastanks lassen sich an GPL-Zapfsäulen (meist bei großen Supermärkten und Autobahnraststätten) füllen; mit Adaptersatz (Dish, Bajonett) anreisen.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t wie Pkw – 130 km/h auf der Autobahn (bei Regen 110), 110 km/h auf Schnellstraßen, 80 km/h auf Landstraßen (in einzelnen Départements auf manchen Straßen wieder 90, Beschilderung beachten). Wohnmobile über 3,5 t: 110 km/h auf der Autobahn, 100 km/h auf Schnellstraßen, 80 km/h auf Landstraßen. Für Gespanne mit zulässigem Gesamtzuggewicht über 3,5 t gelten niedrigere Limits.
- Fahrzeuge über 3,5 t müssen seit 2021 seitlich und hinten mit den Aufklebern „Angles morts“ (toter Winkel) gekennzeichnet sein, auch Wohnmobile; Bußgeld bei Fehlen. Ortsdurchfahrten und Innenstädte, besonders in Saint-Émilion, Espelette und Ainhoa, sind für schwere Fahrzeuge eng; Durchfahrtsverbote für über 3,5 t beachten.
- Crit’Air und ZFE: Bordeaux Métropole hat innerhalb der Rocade eine Umweltzone (ZFE); die Rocade selbst und die Zufahrten zu den Parcs relais sind ausgenommen. Die nationale Abschaffung der ZFE hat der Conseil constitutionnel am 21. Mai 2026 gekippt, die Zone gilt weiter. Seit Januar 2025 ist dort die Crit’Air-Plakette Pflicht, ausgesperrt sind Fahrzeuge ohne Einstufung (Pkw vor 1997, Lieferwagen vor Oktober 1997, Lkw und Busse vor Oktober 2001 zugelassen); ob weitere Klassen hinzukommen, vor der Reise auf der Seite der Métropole prüfen. Die Crit’Air-Plakette nur über die offizielle Seite certificat-air.gouv.fr bestellen; bei Smogalarm kann zusätzlich eine „circulation différenciée“ gelten.
- Maut: Die A63 zwischen Bordeaux und der spanischen Grenze ist weitgehend mautpflichtig (Landes-Abschnitt und Baskenland), die Rocade A630 nicht. Die Klasse richtet sich nach Höhe, Gewicht und Achsen: Wohnmobile bis 3,5 t mit einer Höhe über 2 Meter fahren meist in Klasse 2, zweiachsige Wohnmobile über 3,5 t oder ab 3 Meter Höhe in Klasse 3, Fahrzeuge mit drei Achsen und mehr über 3,5 t oder ab 3 Meter Höhe in Klasse 4. Bezahlung mit Karte oder Télépéage-Box; bei Fehlklassifizierung an der Säule den Hilfeknopf drücken.
- Baden: An den Stränden der Gironde und der Landes bilden sich „baïnes“ – Mulden im Sand, aus denen bei Ebbe starke Strömungen ins Meer führen. Baden Sie nur in den bewachten Zonen zwischen den Flaggen, die meist nur im Hochsommer betreut sind; grün heißt Baden erlaubt, gelb Vorsicht, rot Badeverbot, violett Verschmutzung.
- Alkoholgrenze 0,5 Promille (für Fahranfänger 0,2); Telefonieren am Steuer ist auch mit Headset oder Ohrhörern verboten. Warnweste in Griffweite und Warndreieck mitführen. Fahrradträger am Heck: Kennzeichen und Leuchten dürfen nicht verdeckt sein, sonst Zusatzschild. Für die Pyrenäen-Gemeinden gilt im Winterhalbjahr (1. November bis 31. März) die Pflicht zu Winterreifen oder Schneeketten an Bord, sofern ausgeschildert.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Fahrräder oder E-Bikes mit stabilem Heckträger: Der Radweg Vélodyssée verbindet fast alle Etappen, und an der Küste ist das Rad oft die einzige Möglichkeit, ohne Höhenportal zum Strand zu kommen.
- Aufkleber „Angles morts“ für Fahrzeuge über 3,5 t und die Crit’Air-Plakette – beides vor der Abreise besorgen.
- Adaptersatz für GPL-Zapfsäulen und eine Tankflasche: Deutsche Tauschflaschen bekommen Sie in Frankreich nicht gefüllt.
- Fliegengitter und Mückenschutz: In den Kiefernwäldern und an den Seen der Landes sind die Abende im Sommer stechmückenreich.
- Sandbleche oder Anfahrhilfen für weiche Aire-Stellflächen im Sand, dazu ein Feuerlöscher an Bord – in einem Waldbrandgebiet selbstverständlich.
- Online-Buchungen für die Zahnradbahn auf La Rhune und die Boote auf dem Courant d’Huchet, in der Saison zusätzlich Reservierungen für die Campingplätze an der Dune du Pilat.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.