Reiseführer · CampingSpirit
Von Granada über Lanjarón und die Poqueira-Schlucht nach Trevélez, über den Puerto de la Ragua zu den Höhlenwohnungen von Guadix, hinauf in die Sierra Nevada und hinunter an die Costa Tropical: gut 480 Kilometer zwischen 0 und 2.500 Metern Höhe, mit engen Dorfstraßen als eigentlicher Herausforderung.
Der Spirit der Route
Kaum eine Route in Spanien wechselt so schnell zwischen Welten. In Granada steht die Alhambra rotbraun über dem Albaicín, keine dreißig Kilometer weiter liegt im Winter und Frühjahr Schnee auf dem Mulhacén, dem höchsten Berg des spanischen Festlands. Die Südflanke der Sierra Nevada, die Alpujarras, ist ein Land aus Terrassen, Kastanienhainen und weißen Würfeldörfern, in denen maurische Bewässerungskanäle noch immer Wasser von den Gipfeln in die Gärten leiten. Aus der Schiebetür riecht es nach Holzrauch, Thymian und gepökeltem Schinken aus Trevélez; abends hört man Ziegenglocken und das Rauschen der Acequias. Dazu kommen Hochlagen mit weitem Blick bis zum Mittelmeer, die Höhlenwohnungen von Guadix mit ihren rauchenden Schornsteinen auf lehmroten Hügeln und zum Schluss ein Sonnenuntergang über dem Mittelmeer. Diese Route belohnt kurze Etappen, frühe Starts und die Bereitschaft, den Camper am Dorfrand stehen zu lassen.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Granada nach Órgiva (über Lanjarón) (ca. 60 km)
- Die Strecke
- Zuerst ein Tag für Granada selbst, dann auf der Autovía A-44 Richtung Küste und an der Ausfahrt Richtung Lanjarón und Órgiva auf die A-348 in die Alpujarras (Beschilderung beachten). Über Lanjarón geht es weiter nach Órgiva im Tal des Río Guadalfeo. Überwiegend breite Straßen, nur die Abfahrt von Granada zieht sich; gut eine Stunde reine Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Alhambra und Generalife: Die Tickets sind personengebunden, für die Nasridenpaläste gilt ein festes Zeitfenster auf dem Ticket; möglichst früh und ausschließlich über den offiziellen Verkauf des Patronato buchen, Ausweis beim Einlass bereithalten.
- Albaicín und Mirador de San Nicolás: der klassische Blick auf die Alhambra mit der Sierra Nevada dahinter, am schönsten am späten Nachmittag.
- Lanjarón: Kurort am Fuß der Alpujarras, bekannt für sein Mineralwasser, mit Quellen im Ort und einer Burgruine über den Dächern.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In und um Granada liegen mehrere Plätze, darunter Camping Reina Isabel in La Zubia südlich der Stadt und die Stellplätze Área Camper Granada und Área Camper el Cortijo. Wer mit dem Bus in die Stadt fahren will, prüft vorab die Anbindung und die aktuellen Bedingungen des jeweiligen Platzes. In Órgiva gibt es Camping Órgiva am Ortsrand (laut Betreiber ganzjährig geöffnet) und eine Área de autocaravanas „entre Sierra y Mar“; Ausstattung und Saison vorab beim Betreiber erfragen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Stadtgebiet von Granada ist Übernachten außerhalb ausgewiesener Plätze nicht empfehlenswert: Parkverbote, Zufahrtsregeln und Kontrollen in der Umweltzone machen Stellplatzsuche im Zentrum riskant. Auch an den Quellen von Lanjarón ist Camperbetrieb nicht vorgesehen.
- Insider-Tipp für Camper
- Granada hat seit 1. Oktober 2025 eine Umweltzone (ZBE), die das gesamte Stadtgebiet umfasst, rund um die Uhr gilt und mit Kameras an den Zufahrten überwacht wird. Betroffen sind laut Stadt Fahrzeuge ohne spanische DGT-Umweltplakette, die nicht in Granada gemeldet sind; das Bußgeld beträgt 200 Euro. Wie ausländische Fahrzeuge eingestuft werden, ist vorab beim städtischen Mobilitätsportal (zbe@granada.org) zu klären; mit dem Camper nicht ins Zentrum fahren – Bus oder Taxi ab Stellplatz. In Lanjarón vor der Weiterfahrt Wasser auffüllen, sofern der Ort einen zugänglichen Brunnen ausweist.
2Etappe 2: Órgiva nach Capileira (Poqueira-Schlucht) (ca. 30 km)
- Die Strecke
- Von Órgiva auf der A-4132 in die Schlucht des Río Poqueira hinauf, über Pampaneira und auf der Abzweigung A-4129 durch Bubión bis Capileira auf rund 1.400 m. Die Straße ist asphaltiert und wird stellenweise eng, mit Kehren, Leitplanken und kurzen Gegenverkehrsstellen; Busse und Lieferwagen verkehren häufig. Für längere Wohnmobile ist die Ortsdurchfahrt der drei Dörfer vorsichtig zu bewerten. Etwa eine Stunde Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Pampaneira: Dorfkern mit weißen Häusern, Webereien und Läden für Alpujarra-Decken (jarapas).
- Bubión mit dem Blick auf die Poqueira-Schlucht und Terrassenfeldern.
- Capileira: Ausgangspunkt für Wanderungen ins Poqueira-Tal und in Richtung Mulhacén; Fotopunkte an den Dachterrassen mit Flachdächern in Berberbauweise.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Für Wohnmobile ist die Auswahl direkt in den drei Dörfern begrenzt; in den Alpujarras sind Camping Órgiva und, weiter östlich, Camping El Balcón de Pitres Alternativen. Ob in Pampaneira oder Capileira ein Stellplatz für Wohnmobile ausgewiesen ist, vorher bei der Gemeinde oder in den Stellplatz-Apps prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Poqueira-Schlucht liegt im Naturpark Sierra Nevada (zugleich Nationalpark in den Höhenlagen). Camping und Feuer sind hier verboten; Parken am Ortsrand ist möglich, Übernachten im Fahrzeug außerhalb ausgewiesener Plätze in den Dörfern nicht ratsam. Regeln je Gemeinde unterscheiden sich.
- Insider-Tipp für Camper
- Die engste Stelle sind die Dorfdurchfahrten: Am besten den Camper am unteren Ortsrand von Pampaneira oder Capileira parken (Parkplätze am Dorfrand, Lage vorab prüfen) und zu Fuß gehen. Der Zugang von Capileira zu den Hochlagen Richtung Mulhacén wird im Sommer über einen Shuttle des Nationalparks (SIAC) und Zufahrtsregelungen gesteuert, Reservierung empfohlen; Bedingungen vorab bei der Parkverwaltung erfragen.
3Etappe 3: Capileira nach Trevélez (ca. 30 km)
- Die Strecke
- Von Capileira zurück über die A-4129 auf die A-4132 und durch Pitres, Pórtugos und Busquístar hinauf nach Trevélez, mit rund 1.500 m eines der höchsten Dörfer Spaniens. Ab hier nimmt die Straße mehr Höhenunterschied mit, Kehren wechseln mit kurzen geraden Stücken. Die Ortseinfahrt von Trevélez ist steil und eng; Fahrzeit etwa eine Stunde, ohne Fotostopps.
- Highlights & Must-Sees
- Pitres und die Dörfer der Taha (u. a. Mecina Fondales): Wege entlang der Bewässerungskanäle, der Acequias.
- Pórtugos: Wasserfälle und Quellen (Chorreras) am Rand des Ortes, gut zu Fuß erreichbar.
- Trevélez: die Trockenlufthäuser (secaderos) für den luftgetrockneten Schinken; Probe in den Bars und Läden des Ortes.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Trevélez am Ortsrand und Camping El Balcón de Pitres bei Pitres liegen auf dieser Etappe; Stellplatzsituation, Zufahrt und Saison vorab bei den Betreibern prüfen, da die Zufahrtsstraßen für größere Fahrzeuge eng sein können.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Naturpark ist Camping außerhalb von Plätzen verboten. Bei den Waldbrandschutzregeln Andalusiens gilt im Sommer besondere Vorsicht: Kein offenes Feuer, keine Grillgeräte in der Natur; die Hochrisikozeit für Waldbrände läuft in Andalusien vom 1. Juni bis 15. Oktober.
- Insider-Tipp für Camper
- Trevélez hat den Höhenunterschied im Ort: Der obere Ortsteil (Barrio Alto) ist für Wohnmobile ungeeignet – Parken im unteren Ortsteil am Talrand und zu Fuß aufsteigen. Vorher tanken, denn in den Bergdörfern gibt es nur wenige Tankstellen, meist an den Talstraßen.
4Etappe 4: Trevélez nach Ugíjar (über Cádiar) (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Von Trevélez talabwärts über Juviles und Bérchules nach Cádiar in der Talsohle des Río Guadalfeo, dann weiter auf der A-348 durch die östlichen Alpujarras nach Ugíjar. Die Straße ist überwiegend asphaltiert, durch die Dörfer aber eng und kurvig, mit Kehren und einigen Abschnitten mit Leitplanken am Abgrund. Rund 1,5 Stunden reine Fahrzeit, mit Halt in den Dörfern deutlich mehr.
- Highlights & Must-Sees
- Juviles und Bérchules: weiße Dörfer mit Aussichtspunkten über die Täler der Sierra Nevada; in Bérchules die Kirche San Juan Bautista mit Mudéjar-Elementen.
- Cádiar: größerer Ort im Tal des Río Guadalfeo und Ausgangspunkt für Wanderungen entlang der Bewässerungskanäle nach Narila.
- Ugíjar: Hauptort der östlichen Alpujarras mit Blick in die Berge.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Cádiar und Ugíjar sind kommunale Stellplätze verzeichnet (Área de autocaravanas de Cádiar, Área de autocaravanas de Ugíjar); Lage und Ausstattung vorab in den Stellplatz-Apps prüfen, da kleine Gemeindeplätze oft einfach und nicht immer ganzjährig zugänglich sind.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Gemeinden der Alpujarras dulden Wohnmobile an Ortsrändern eher, wenn diese nur parken und keine Camping-Gegenstände ausbreiten; Verbotsschilder und örtliche Regeln beachten. Im Naturpark selbst gilt Camping- und Feuerverbot.
- Insider-Tipp für Camper
- Kleine Dorfstraßen sind nicht für jedes Wohnmobil geeignet: Bei Zweifeln vorher das Navi auf Satellitenansicht prüfen und im Zweifel die Umgehung wählen. Wasser und Entsorgung im Tal (Cádiar/Ugíjar) einplanen; in den höher gelegenen Dörfern ist V/E selten.
5Etappe 5: Ugíjar nach Guadix (über den Puerto de la Ragua) (ca. 90 km)
- Die Strecke
- Von Ugíjar über Válor, Mairena und Laroles zur A-337 und über den Puerto de la Ragua (rund 2.000 m) auf die Nordseite der Sierra Nevada und durch die Hochebene bis Guadix. Auf der Südseite mit Kehren und Steigung, oben Blick auf die Sierra Nevada und den Fels, auf der Nordseite lange, weite Abfahrt. Im Winter kann der Pass wegen Schnee gesperrt sein oder Kettenpflicht gelten. Gut 2 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Puerto de la Ragua: Übergang zwischen Alpujarras und Marquesado del Zenete, Ausgangspunkt für Wanderungen zu den Gipfeln der Sierra Nevada.
- Guadix: Barrio de Santiago mit dem Viertel der Höhlenwohnungen (Cuevas) und Aussichtspunkten auf die Hügel mit den weißen Schornsteinen.
- Alcazaba und Kathedrale von Guadix im Zentrum; Museum zum Höhlenleben (Cueva-Museum).
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Guadix ist ein kommunaler Stellplatz („Área de autocaravanas Guadix“) verzeichnet; Camping Las Viñas in Cogollos de Guadix gibt es als Alternative, und Alpujarras Camping liegt an der Zufahrt zum Puerto de la Ragua (Lage und Winterzufahrt vorab klären). Ausstattung und Saison vorab prüfen. Auch der Stellplatz von Marchal westlich von Guadix ist in Datenbanken gelistet.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Rund um Guadix duldet man Wohnmobile eher am Ortsrand auf offiziellen Flächen; in den Hügeln mit den Höhlenwohnungen ist die Zufahrt eng und für Camper nicht geeignet.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Höhenlage bringt kalte Nächte: Selbst im Herbst können die Temperaturen auf 2.000 m nachts nahe null liegen; Heizung und Wasserschutz einplanen. Der Pass ist bei schlechtem Wetter im Zweifelsfall zu vermeiden – Verkehrsinformationen der DGT vorab ansehen.
6Etappe 6: Guadix nach Sierra Nevada (Pradollano und Hoya de la Mora) (ca. 95 km)
- Die Strecke
- Von Guadix auf der Autovía A-92 nach Granada, dann auf der A-395 (Autovía de Sierra Nevada) hinauf nach Pradollano. Die Bergstraße windet sich in Kehren bis auf rund 2.100 m, mit teils starker Steigung; im Sommer meist frei, im Winter oft Kettenpflicht. Weiter zur Hoya de la Mora auf rund 2.500 m; die Straße darüber zum Pico Veleta ist für Privatfahrzeuge nach den Regeln des Nationalparks eingeschränkt. Gut 2 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Pradollano: das Skigebiet mit Talstation und Seilbahn; im Sommer Wanderausgangspunkt.
- Hoya de la Mora: Aussicht bis zu den Gipfeln; Ausgangspunkt für Wanderungen Richtung Veleta und für den Shuttle des Nationalparks.
- Pico Veleta (3.396 m): Im Sommer fährt ab Hoya de la Mora ein geführter Shuttle des Nationalparks (SIAC, mit Reservierung) bis etwa 3.000 m; der Gipfel wird zu Fuß erreicht, bei klarer Sicht mit weitem Blick bis zum Mittelmeer.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: An der A-395 liegt auf halber Strecke zwischen Granada und Sierra Nevada Camping Ruta del Purche (in Karten teils als El Purche geführt). In Pradollano nimmt nach Angaben Dritter nur der Parkplatz Las Sabinas am Hochleistungszentrum Wohnmobile auf, ohne Strom- und Wasseranschluss; der Großparkplatz Los Peñones ist ein allgemeiner Parkplatz. Ob Übernachten mit Wohnmobil dort erlaubt ist und welche Bedingungen gelten, unbedingt vorab bei der Betreibergesellschaft (Cetursa) prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Nationalpark Sierra Nevada gilt ein striktes Campingverbot; Übernachten im Fahrzeug an Parkplätzen der Hochlagen ist nicht zulässig oder wird kontrolliert. Für den Zugang zum Veleta und Mulhacén gelten Regelungen des Nationalparks (Zufahrtsbeschränkungen, Genehmigungen, Buszubringer) – im Jahr der Reise vorab bei der Parkverwaltung nachsehen.
- Insider-Tipp für Camper
- Wetter in der Höhe ändert sich schnell: Gewitter am Nachmittag, Wind und Temperaturen deutlich unter denen von Granada. Zufahrtsbeschränkungen und Buszubringer im Sommer erfragen und ggf. Tickets im Voraus buchen; Camper eher auf ausgewiesenen Flächen im Tal lassen.
7Etappe 7: Sierra Nevada nach Almuñécar (Costa Tropical) (ca. 125 km)
- Die Strecke
- Zurück nach Granada und auf der A-44 über den Puerto del Suspiro del Moro und durch die Berge hinab zur Küste, wo sie bei Vélez de Benaudalla auf die A-7 trifft; auf der A-7 (Autovía del Mediterráneo) weiter nach Salobreña und Almuñécar. Die A-44 ist eine gut ausgebaute, kostenfreie Autovía mit langen Gefällestrecken. Etwa 2 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Puerto del Suspiro del Moro: Pass „Seufzer des Mauren“ südlich von Granada, von dem aus der Überlieferung nach der letzte Nasridenherrscher Boabdil zurück auf Granada und die Alhambra blickte.
- Salobreña: weiße Altstadt mit Burg auf einem Felsen über dem Meer.
- Almuñécar: Altstadt, Castillo de San Miguel und Strände der Costa Tropical.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Bei Almuñécar liegen Camping Tropical Almuñécar und ein Stellplatz (Área de Autocaravanas de Almuñécar); bei Motril gibt es Camping Playa de Poniente und Camping Playa Granada. Ausstattung, Saison und Wohnmobil-Konditionen vor Ankunft prüfen; in den Sommermonaten frühzeitig reservieren.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Küste der Costa Tropical ist dicht besiedelt und bebaut; Übernachten im Wohnmobil außerhalb ausgewiesener Plätze wird örtlich unterschiedlich geregelt und kontrolliert, Verbotsschilder für Camper sind verbreitet. Am Strand ist Campen (Markise, Stühle, Tische) untersagt.
- Insider-Tipp für Camper
- Vor der Küste tanken und Wasser bunkern; entlang der Costa Tropical ist im Sommer mit dichtem Verkehr zu rechnen. Für einen entspannten Abschluss lohnt sich ein Ruhetag am Strand von Almuñécar oder Salobreña, wo die Stellplatzsuche ohnehin früh am Tag erfolgen sollte.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- In Spanien gibt es keine einheitliche nationale Regelung: Was in einer Region toleriert wird, ist in der nächsten verboten. Grundsätzlich darf ein Wohnmobil dort parken, wo Parken erlaubt ist, auch über Nacht; Campingverhalten wie Markise, Tische, Stühle, Stützen oder Grauwasser auf dem Boden gilt als Campen und ist außerhalb von Campingplätzen meist untersagt.
- In Andalusien, wozu Granada und die Alpujarras gehören, ist Campen außerhalb von Campingplätzen und ausgewiesenen Flächen weitgehend verboten; in Naturparks und Nationalparks (Sierra Nevada) gelten zusätzliche, strengere Regeln inklusive Feuerverboten. Bußgelder können in den Naturparks hoch ausfallen; vor Ort auf Schilder achten.
- Sicher übernachten Sie auf Campingplätzen, in den „áreas de autocaravanas“ der Gemeinden und auf privaten Stellplätzen. Nützliche Apps: park4night, Campercontact, Caramaps.
- Am Hang und in Waldnähe kein offenes Feuer und keine Grills außerhalb von Camps: In Andalusien gilt in der Hochrisikozeit vom 1. Juni bis 15. Oktober ein Verbot für Feuer und Barbecues in Wald- und Erholungsgebieten.
Entsorgung & Versorgung
- Ver- und Entsorgung heißt in Spanien „área de autocaravanas“ mit „vaciado de aguas grises/negras“ und „carga de agua“. Viele Gemeindeplätze haben Münzautomaten oder Jetons; einfache Plätze bieten oft nur Wasser und Entsorgung.
- In den Alpujarras ist V/E außerhalb der Talorte selten; in Órgiva, Cádiar, Ugíjar und Guadix planen Sie Wasser und Entsorgung. Trinkwasser aus Dorfbrunnen nur nutzen, wenn ausdrücklich als „agua potable“ ausgeschildert („no potable“ ist Brauchwasser).
- Gas: Deutsche Tauschflaschen werden in Spanien nicht getauscht; spanische Flaschen (Butan) haben andere Anschlüsse. Autogas (GLP) gibt es an ausgewählten Tankstellen; benötigt wird ein Adapter, und nicht überall wird ausländisches Fahrzeuggas befüllt. Mit vollen Reserven anreisen.
- Tankstellen liegen in den Alpujarras vor allem an den Talstraßen; vor Auffahrten in die Berge volltanken.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t auf Autobahn und Autovía 120 km/h, auf Landstraßen in der Regel 90 km/h (Schilder beachten); über 3,5 t gelten 90 km/h auf Autobahn und Autovía und 80 km/h auf Landstraßen. Gespanne gelten meist niedriger begrenzt; Details vor der Reise prüfen. Innerorts gelten 50 km/h bei mehreren Fahrspuren je Richtung, 30 km/h bei einer Spur je Richtung und 20 km/h auf Straßen ohne Bürgersteig-Trennung.
- Umweltzonen (ZBE): Granada betreibt seit 1. Oktober 2025 eine Zone für das gesamte Stadtgebiet mit Kameraüberwachung, 24 Stunden täglich; ausländische Fahrzeuge vorab beim städtischen Portal einordnen lassen und Camper außerhalb parken.
- Autobahnen und Autovías in Andalusien (A-44, A-92, A-7 in den hier genutzten Abschnitten) sind überwiegend mautfrei.
- Ragt Ladung über das Fahrzeugheck hinaus, etwa Fahrräder auf dem Heckträger, ist eine Warntafel (V-20) vorgeschrieben.
- Handy am Steuer nur mit Freisprecheinrichtung; die Promillegrenze beträgt 0,5 ‰ (Fahranfänger und Berufsfahrer niedriger). Ketten sind auf Pässen und in der Sierra Nevada bei Schnee nach Beschilderung vorgeschrieben; die Straßen werden bei Bedarf gesperrt.
- Für die Hochlagen der Sierra Nevada gelten Regelungen des Nationalparks (Zufahrten, Reservierungen, Shuttlebusse); für die Nasridenpaläste der Alhambra gilt ein festes Zeitfenster auf dem Ticket. Vor Reiseantritt die offiziellen Seiten prüfen.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Kurze, stabile Auffahrkeile und ein Klappspaten für schräge Stellflächen an Dorfrändern in den Alpujarras.
- Vorab gebuchte Tickets für die Alhambra (ausgedruckt oder offline) plus Ausweis: Das Zeitfenster der Nasridenpaläste gilt, der Ausweis kann verlangt werden.
- Warme Schichten und Windjacke: In den Hochlagen der Sierra Nevada liegt die Temperatur selbst im Sommer weit unter der Küste, und im Herbst kann es schneien.
- Satellitenbilder oder Offline-Karten zum Prüfen enger Dorfdurchfahrten, dazu ein Außenspiegel-Zusatz oder Kamera für den Rückwärtsgang in Kehren.
- Ausreichend Wasserkanister und Reserve-Gas: In den Bergdörfern sind V/E und Gas rar.
- Bremsen prüfen lassen: Lange Gefällestrecken bei Puerto de la Ragua, Sierra Nevada und A-44 belasten die Beläge.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.