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B9

Burgen, Fähren und Steillagen – mit dem Camper durchs Mittelrheintal und entlang der Moselschleifen

Rund 355 Kilometer von Rüdesheim über Loreley und Deutsches Eck, Burg Eltz, Cochem und Bernkastel-Kues bis Trier und zur Saarschleife: eine Flussreise, auf der Sie öfter mit der Fähre übersetzen als über eine Brücke fahren und abends zwischen Rebhang und Uferpromenade stehen.

Entfernung
235 km (146 mi)
Fahrzeit
3 h 15 min
Empfohlene Tage
8
Stopps
14
Länder
Deutschland
Aktualisiert
25. April 2026

Auf einen Blick: 8-tägiger Roadtrip über etwa 235 km (146 mi) mit 14 Stopps, von Rüdesheim am Rhein nach Mettlach. Insgesamt etwa 3 h 15 min Fahrzeit.

Weitere Roadtrips: Deutschland

Reiseführer · CampingSpirit

Rund 355 Kilometer von Rüdesheim über Loreley und Deutsches Eck, Burg Eltz, Cochem und Bernkastel-Kues bis Trier und zur Saarschleife: eine Flussreise, auf der Sie öfter mit der Fähre übersetzen als über eine Brücke fahren und abends zwischen Rebhang und Uferpromenade stehen.

Der Spirit der Route

Diese Route folgt dem Wasser. Zwischen Bingen und Koblenz hat sich der Rhein tief ins Schiefergebirge gefressen, an jeder zweiten Biegung sitzt eine Burg auf dem Fels, und über 60 Kilometer gibt es keine einzige Brücke – nur Fähren, die im Takt zwischen den Ufern pendeln. Hinter Koblenz wird es stiller: Die Mosel windet sich in engen Schleifen durch Steillagen, auf denen Winzer am Seil arbeiten, und die Dörfer drängen sich zwischen Hang und Ufer, Fachwerk an Fachwerk. Aus der Schiebetür sehen Sie Schubverbände vorbeiziehen, Ausflugsschiffe anlegen und abends das Licht an den Rebterrassen hochwandern. Es riecht nach Schiefer, nassem Laub und frisch gekeltertem Most. Der Rhythmus ist langsam: morgens ein kurzes Stück Uferstraße, mittags eine Burg oder ein Weinberg, nachmittags ein Stellplatz am Fluss – und nachts das Rattern der Güterzüge auf der anderen Seite.

Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)

1Etappe 1: Rüdesheim am Rhein nach Bacharach (ca. 25 km)

Die Strecke
Vom Rheingau mit der Autofähre von Rüdesheim nach Bingen übersetzen (Überfahrt nur wenige Minuten; Wohnmobile werden nach Länge berechnet, laut Tarif 2026 mit 1,80 bis 2,40 Euro je Meter je nach Breite – aktuelle Preise und Fahrplan bei der Bingen-Rüdesheimer Fährgesellschaft prüfen), dann auf der linksrheinischen B9 ins enge Tal: vorbei am Mäuseturm, durch Trechtingshausen und Niederheimbach nach Bacharach. Die B9 ist gut ausgebaut und führt an den Altstädten vorbei; enge Stellen gibt es nur in den Ortskernen. Reine Fahrzeit unter einer Stunde, ohne Wartezeit an der Fähre.
Highlights & Must-Sees
  • Niederwalddenkmal oberhalb von Rüdesheim: per Seilbahn über die Weinberge, oben Blick auf Rheinknie und Nahemündung; die Seilbahn fährt 2026 vom 21. März bis 1. November. Der Sessellift nach Assmannshausen war zuletzt außer Betrieb, für eine Runde mit dem Schiff zurück vorher den Stand prüfen.
  • Burg Rheinstein und Burg Reichenstein bei Trechtingshausen, Rheinstein ist als Burgmuseum zugänglich, Reichenstein wird teils als Hotel genutzt – Besichtigung und Zeiten vorab klären; Parkmöglichkeiten an der B9 sind knapp.
  • Bacharach: die Stadtmauer-Runde mit dem Postenturm und der Ruine der Wernerkapelle unterhalb von Burg Stahleck, zu Fuß in einer knappen Stunde.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Reisemobilstellplatz Sonnenstrand am Strandbadweg in Bacharach, direkt am Rhein und in der Nähe der Altstadt; laut Stadt von April bis Ende Oktober geöffnet und vom benachbarten Camping Sonnenstrand betrieben, das Campingplatz-Plätze mit Strom und Sanitär bietet. Beide liegen am Ufer und sind bei Hochwasser betroffen – Öffnungszeiten vorab prüfen. Wer schon in Rüdesheim bleiben will: Campingplatz Rüdesheim am Rhein (Kastanienallee, am Rheinufer, laut Stadt ganzjährig, mit Rasengitterplätzen für Wohnmobile); der Wohnmobilstellplatz am Rheingau-Bad liegt in Geisenheim. Auf der Binger Seite gibt es den Wohnmobilpark Bingen.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Deutschland erlaubt das einmalige Übernachten zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit auf öffentlichen Parkplätzen, sofern kein Verbot ausgeschildert ist – Campingverhalten mit Stühlen, Markise oder Stützen gehört nicht dazu. Im engen Mittelrheintal sind die meisten Uferparkplätze aber mit Übernachtungsverboten oder Höhenbegrenzungen versehen, und das Tal ist UNESCO-Welterbe mit Naturschutzflächen an den Hängen. Praktischer sind die ausgewiesenen Stellplätze der Orte.

Insider-Tipp für Camper
Zum Rheinufer geht es in vielen Orten nur durch Bahnunterführungen – die Durchfahrtshöhe steht am Schild und reicht für Alkovenmobile oft nicht. Vor dem Abbiegen prüfen, nicht auf das Navi verlassen. Die Fähre Rüdesheim–Bingen fährt ganzjährig nach Sommer- und Winterfahrplan (Fahrplan 2026 auf der Website der Betreiberin). Bei Hochwasser oder extremem Niedrigwasser kann der Betrieb eingeschränkt sein; im August 2026 fiel der Pegel Kaub laut Medienberichten auf Rekordtiefstände.

2Etappe 2: Bacharach nach St. Goar (Loreley) (ca. 30 km)

Die Strecke
Weiter auf der B9 über Oberwesel nach St. Goar, dort mit der Autofähre nach St. Goarshausen und über die steile, kurvige Zufahrt hinauf aufs Loreley-Plateau; zurück auf demselben Weg. Die Strecke im Tal ist flach, die Bergstraße zur Loreley verlangt niedrige Gänge. Gut eine Stunde Fahrzeit plus Fähre.
Highlights & Must-Sees
  • Oberwesel: fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit Wehrtürmen, darüber die Schönburg; Blick auf die Pfalz bei Kaub, die Zollburg mitten im Rhein, von der B9 oder per Abstecher mit der Fähre nach Kaub.
  • Loreley-Plateau: Aussicht senkrecht hinab auf die engste und tiefste Stelle des Rheins im Tal, Besucherbereich und Rundwege, Parken gebührenpflichtig.
  • Aussichtspunkt Maria Ruh oberhalb von Urbar auf der linken Rheinseite – der klassische Blick auf den Loreleyfelsen und Burg Katz, am schönsten am frühen Abend.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Loreleyblick (An der Loreley, St. Goar, linkes Rheinufer gegenüber dem Felsen): rund einen Kilometer lang am Ufer, etwa 360 Stromanschlüsse, Entsorgungsstation; laut Betreiber ganzjährig geöffnet, ohne Reservierung, Platzwahl vor Ort. In Oberwesel liegt der Campingplatz Schönburgblick an der B9 am Rhein mit rund 25 Wohnmobilplätzen, laut Betreiber von Anfang März bis Ende Oktober. Bei Hochwasser sind beide Plätze betroffen.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Loreley-Besucherzentrum in Bornich auf dem Plateau gibt es einen einfachen, gebührenpflichtigen Wohnmobilparkplatz ohne Strom, Wasser und Entsorgung (bei Veranstaltungen der Freilichtbühne nicht verfügbar; Gebühr und Regeln vorab prüfen). An den Wanderparkplätzen entlang von Rheinsteig und RheinBurgenWeg ist Übernachten nicht vorgesehen; die Hangwälder sind teils Naturschutzgebiet, und das Landeswaldgesetz von Rheinland-Pfalz verbietet Fahren und Abstellen im Wald abseits freigegebener Wege. Kleine Stellplätze auf Winzerhöfen, etwa oberhalb von St. Goar, sind die ruhigere Alternative.

Insider-Tipp für Camper
Die Fähre St. Goar–St. Goarshausen ist die wichtigste Verbindung im Tal und entsprechend gefragt; sie fährt ganzjährig, laut Fahrplan werktags von etwa 5:30 bis 21:05 Uhr, samstags ab 6:20 und sonn- und feiertags ab 7:20 Uhr, bei Veranstaltungen auf der Freilichtbühne länger. Wer über 3,5 t oder mit langem Gespann unterwegs ist, fragt Maße und Gewichte vorher beim Betreiber an. Die feste Mittelrheinbrücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen ist nicht gebaut: Nach dem Raumordnungsentscheid von 2023 läuft die Variantenprüfung, ein Baubeginn steht nicht fest. Ohrstöpsel einplanen: Auf beiden Ufern fahren nachts Güterzüge.

3Etappe 3: St. Goar nach Koblenz (ca. 35 km)

Die Strecke
Auf der B9 über Bad Salzig nach Boppard, dann um den großen Rheinbogen des Bopparder Hamm und über Spay und Rhens nach Koblenz, vorbei an Schloss Stolzenfels. Das Tal wird nach Boppard breiter, die Straße bleibt flach und gut ausgebaut. Etwa 45 Minuten Fahrzeit.
Highlights & Must-Sees
  • Sesselbahn Boppard (2026 seit dem 18. April in Betrieb, laut Betreiber täglich 10 bis 18 Uhr) zum Gedeonseck und Wanderung zum Vierseenblick, wo der Rhein durch die Hügel wie vier getrennte Seen aussieht.
  • Schloss Stolzenfels, neugotisch umgebaut im 19. Jahrhundert, Parkplatz an der B9 und kurzer Fußweg den Hang hinauf.
  • Koblenz: Deutsches Eck am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, mit der Seilbahn über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: KNAUS Campingpark Koblenz in Lützel an der Moselmündung, gegenüber dem Deutschen Eck und der Altstadt: Strom, Sanitär, V/E, laut Betreiber ganzjährig geöffnet; zu Fuß über die Balduinbrücke in die Altstadt. Der Platz liegt am Ufer und ist bei Hochwasser betroffen. Alternativ Campingplatz Gülser Moselbogen im Stadtteil Güls, ruhiger und moselaufwärts.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Stadtgebiet Koblenz gibt es für eine Nacht außer den Camping- und Stellplätzen keine sinnvolle Alternative – an den Ufern und in der Altstadt gelten Parkraumbewirtschaftung und Höhenbeschränkungen. Rechtsrheinisch lohnt die Marksburg in Braubach als Tagesziel, zu erreichen über die Koblenzer Rheinbrücken. Die Fähre Boppard–Filsen ist nach einem Schiffsunfall im März 2026 außer Betrieb; einen Termin für die Wiederaufnahme hatte die Verwaltung zuletzt nicht genannt.

Insider-Tipp für Camper
Boppard hat seine Altstadt zwischen Bahn und Rhein – mit dem Wohnmobil lieber einen der Parkplätze am Ortsrand nehmen und zu Fuß gehen. In Koblenz die Parkhäuser meiden (Höhe) und den Camper am Platz lassen. Vor der Weiterfahrt an die Mosel volltanken: Die Preise an den Uferstraßen sind oft höher als in der Stadt.

4Etappe 4: Koblenz nach Cochem (über Burg Eltz) (ca. 65 km)

Die Strecke
Moselaufwärts auf der linken Uferstraße über Winningen und Kobern-Gondorf – in Gondorf führt die Straße durch den Torbau des Schlosses von der Leyen, dann über Hatzenport nach Moselkern. Für Burg Eltz von der Mosel hinauf in die Maifeld-Hochfläche und über Münstermaifeld und Wierschem zum Burgparkplatz; zurück ins Tal und über Treis-Karden nach Cochem. Die Uferstraße ist bequem, die Zufahrt zur Burg schmaler, aber für Wohnmobile machbar. Gut 1,5 Stunden Fahrzeit.
Highlights & Must-Sees
  • Burg Eltz im Tal der Elz, seit dem Mittelalter im Besitz derselben Familie: Führung durch die Wohnräume und Schatzkammer, 2026 vom 29. März bis 1. November geöffnet, das Innere nur mit Führung.
  • Winningen und die Terrassenlagen am Uhlen – Winningen ist ein kompaktes Winzerdorf mit Parkplätzen am Ortsrand.
  • Cochem: Reichsburg über der Altstadt und Sesselbahn zum Pinnerkreuz mit Blick über die Moselschleife.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Mosel Camping Cochem am rechten Ufer im Stadtteil Cond, gegenüber der Altstadt, mit Strom, Sanitär und V/E. Der Wohnmobilstellplatz an der Moselpromenade liegt zentral am Ufer und ist bei steigendem Pegel gefährdet; Bedingungen und Gebühren vorab erfragen. Etwas ruhiger: Campingplatz Mosel Islands im Ortsteil Treis von Treis-Karden mit wenigen Wohnmobilplätzen, laut Betreiber von Anfang April bis Ende Oktober und mit begrenzter Aufenthaltsdauer.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Burgparkplatz von Burg Eltz dürfen Sie tagsüber parken, übernachten ist dort nicht vorgesehen. Wer die Burg zu Fuß erreichen möchte, startet in Moselkern und wandert auf markiertem Weg durch das Elztal, etwa 45 Minuten bis eine Stunde. In Müden gibt es einen Wohnmobilplatz am Festplatz – Nutzung und Gebühren vor Ort prüfen.

Insider-Tipp für Camper
Vom Burgparkplatz sind es rund 15 Minuten Fußweg hinab zur Burg, alternativ fährt ein Pendelbus; der Parkplatz kostet laut Burgbetreiber 4 Euro. Kommen Sie früh oder am späten Nachmittag, an Sommerwochenenden ist der Parkplatz mittags voll. In Cochem nicht durch die Altstadt fahren: Die Gassen sind eng, die Uferstraße ist der bessere Weg.

5Etappe 5: Cochem nach Traben-Trarbach (ca. 55 km)

Die Strecke
Moselaufwärts über Valwig und Bruttig-Fankel nach Beilstein, weiter über Ediger-Eller, Bremm und Neef nach Bullay und Zell, dann über Pünderich und Enkirch nach Traben-Trarbach. Die Uferstraßen wechseln an den Moselbrücken die Seite; in den Winzerdörfern wird es eng, Parkbuchten sind knapp. Etwa 1,5 Stunden reine Fahrzeit.
Highlights & Must-Sees
  • Beilstein: winziges Winzerdorf mit Burgruine Metternich und der Klostertreppe zur Karmeliterkirche; Parkplätze am Ortsrand, der Ortskern ist für Wohnmobile ungeeignet.
  • Bremmer Calmont: der steilste Weinberg Europas, erschlossen mit einem Klettersteig zwischen Bremm und Ediger-Eller – Trittsicherheit nötig; aktuelle Sperrungen vorab prüfen.
  • Marienburg auf dem Bergrücken über Pünderich, von oben Blick auf die Zeller Hamm, eine der engsten Moselschleifen.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Wohnmobilstellplatz Rissbach in Traben-Trarbach neben dem Mosel-Campingplatz Rissbach, automatisiert, mit Strom, V/E und Sanitär; bis ins Zentrum sind es rund ein Kilometer. In Zell stehen Sie am Campingpark Zell oder auf dem Wohnmobilstellplatz Römerquelle.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Viele Moselgemeinden weisen an ihren Uferparkplätzen Wohnmobil-Übernachtungsverbote aus, andere haben einfache Stellflächen auf Wiesen am Wasser. Wo kein Schild steht, gilt die deutsche Regel: eine Nacht zur Erholung, kein Campingverhalten. In den Weinbergswegen herrscht Fahrverbot für Unbefugte – dort nicht abstellen.

Insider-Tipp für Camper
Zur Lese im September und Oktober sind Traktoren, Traubenvollernter und Anhänger mit Trauben auf den Uferstraßen unterwegs; Geduld und Abstand. Bei Weinfesten sperren die Dörfer oft ihre Ortsdurchfahrt oder den Uferparkplatz – Veranstaltungskalender der Gemeinden vorher ansehen.

6Etappe 6: Traben-Trarbach nach Trittenheim (ca. 55 km)

Die Strecke
Auf der B53 über Kröv, Ürzig und Zeltingen-Rachtig nach Bernkastel-Kues, dann über Brauneberg und Piesport nach Neumagen-Dhron und Trittenheim. Die Straße folgt den Schleifen, mehrfach mit Blick auf die Brücke der Hochmoselquerung bei Ürzig. Knapp 1,5 Stunden Fahrzeit.
Highlights & Must-Sees
  • Traben-Trarbach: Brückentor und Jugendstilbauten von Bruno Möhring, darüber die Ruinen von Grevenburg und Mont Royal.
  • Bernkastel-Kues: Marktplatz mit Fachwerkhäusern und Spitzhäuschen, Burg Landshut über der Stadt, auf der Kueser Seite das St.-Nikolaus-Hospital (Cusanusstift) mit Vinothek.
  • Piesporter Goldtröpfchen, das große Rebamphitheater, und die römische Kelteranlage am Ortsrand.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Wohnmobilstellplatz Trittenheim am Moselufer mit Strom und V/E, daneben der Campingplatz Trittenheim. In Piesport liegt der Wohnmobilstellplatz Piesporter Goldtröpfchen an der Mosel; in Bernkastel-Kues der KNAUS Campingpark auf einer Halbinsel in der Mosel (Am Hafen, 2026 vom 1. März bis 1. November). Alle Uferplätze sind hochwassergefährdet.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Mittelmosel ist dicht mit Stellplätzen besetzt, darunter viele auf Winzerhöfen mit Weinprobe. Freistehen außerhalb davon wird an den Ufern kaum geduldet; auf Wanderparkplätzen gilt das gleiche wie überall in Rheinland-Pfalz: eine Nacht ohne Campingverhalten, sofern nicht verboten.

Insider-Tipp für Camper
Die Altstadt von Bernkastel ist für Wohnmobile tabu; parken Sie auf der Kueser Seite und gehen Sie über die Brücke. Für die Aussicht auf die Trittenheimer Schleife von Leiwen zur Zummethöhe hinauffahren – der Parkplatz ist tagsüber gut für Wohnmobile nutzbar.

7Etappe 7: Trittenheim nach Trier (ca. 40 km)

Die Strecke
Über Leiwen, Klüsserath, Mehring und Schweich auf der Uferstraße nach Trier; die Schleifen werden flacher, das Tal weiter. Am Stadtrand auf der Moselseite bleiben und direkt zum Stellplatz fahren. Knapp eine Stunde.
Highlights & Must-Sees
  • Porta Nigra, das besterhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen, Teil des UNESCO-Welterbes Trier.
  • Dom, Liebfrauenkirche und Konstantinbasilika, alle zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar.
  • Kaiserthermen, Amphitheater und die Römerbrücke über die Mosel – noch heute befahren.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Reisemobilpark Treviris im Stadtteil Euren am Fluss, ganzjährig, mit Strom, V/E und Sanitär, angeschlossen an den Campingpark Treviris. Bis in die Altstadt sind es mehrere Kilometer; mit dem Fahrrad ist sie gut erreichbar. Bei Hochwasser kann der Platz eingeschränkt sein.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Stadtgebiet von Trier gibt es keine sinnvolle Freisteh-Option, die Innenstadt ist Fußgängerzone und Parkhausgebiet. Wer außerhalb bleiben möchte, findet an der Mosel oberhalb von Trier zahlreiche Winzerstellplätze.

Insider-Tipp für Camper
Trier liegt wenige Kilometer vor der Grenze: Kraftstoff war in Luxemburg, etwa in Wasserbillig, zuletzt meist günstiger als in Deutschland, der Abstand schwankt aber – Preise vor dem Abstecher vergleichen. Mit dem Camper nicht in die Innenstadt fahren; Busverbindungen ins Zentrum am Platz erfragen.

8Etappe 8: Trier nach Mettlach (Saarschleife) (ca. 50 km)

Die Strecke
Über Konz an der Saarmündung auf der B51 saaraufwärts nach Saarburg, weiter durch das enger werdende Saartal nach Mettlach und hinauf nach Orscholz zur Saarschleife. Gut ausgebaut, nach Mettlach steigt die Straße in Kurven auf die Hochfläche. Etwa eine Stunde.
Highlights & Must-Sees
  • Saarburg: Wasserfall mitten in der Altstadt, wo der Leukbach über eine Felsstufe herabstürzt, darüber die Burgruine.
  • Aussichtspunkt Cloef in Orscholz mit dem klassischen Blick auf die Saarschleife, daneben der Baumwipfelpfad Saarschleife.
  • Mettlach: Alte Abtei mit dem Erlebniszentrum von Villeroy & Boch und der Alte Turm im Abteipark.
CampingSpirit Übernachtungstipp

Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Reisemobilpark Saarburg am Saarufer, rund einen Kilometer von der Altstadt, laut Betreiber ganzjährig geöffnet, mit Strom, V/E und Sanitär; in der Nähe liegen außerdem Camping Leukbachtal und Campingplatz Waldfrieden. In Orscholz führen Stellplatzportale einen Wohnmobilplatz am Cloef-Atrium ohne Ver- und Entsorgung; die Angaben sind teils älter, Lage, Regeln und Gebühren vor Ort prüfen.

Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Das Saarland folgt denselben Grundsätzen wie Rheinland-Pfalz: eine Nacht ohne Campingverhalten auf öffentlichen Parkplätzen, sofern nicht verboten. Die Hänge der Saarschleife liegen im Naturschutzgebiet, der Wanderparkplatz an der Cloef ist kein Übernachtungsplatz.

Insider-Tipp für Camper
Die Anfahrt zur Cloef führt durch Orscholz; die Parkplätze am Baumwipfelpfad sind gebührenpflichtig und am Wochenende früh voll. Wer zurück nach Trier oder weiter nach Luxemburg will, kann ab Mettlach über die Grenzorte an der Mosel fahren – dort die Kraftstoffpreise vergleichen.

Camping-Praxis & Länder-Knigge

Wildcamping & Freistehen

  • In Deutschland ist Wildcampen verboten, das einmalige Übernachten im Fahrzeug zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit auf öffentlichen Parkplätzen aber in der Regel erlaubt, solange kein Verbot ausgeschildert ist. Campingverhalten – Tisch, Stühle, Markise, Stützen, Grill – ist in dieser Rolle nicht erlaubt.
  • Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland verbieten Fahren und Abstellen im Wald und auf Wirtschaftswegen; Naturschutzgebiete (etwa an den Hängen des Mittelrheintals und an der Saarschleife) sind tabu. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld geahndet, in Schutzgebieten deutlich höher.
  • An Mosel und Mittelrhein haben viele Gemeinden eigene Übernachtungsverbote für Wohnmobile an Uferparkplätzen erlassen und dafür bewirtschaftete Stellplätze eingerichtet. Schilder mit durchgestrichenem Wohnmobil gelten auch nachts.
  • Die Stellplatzdichte ist hoch: Neben kommunalen Plätzen gibt es viele Winzerstellplätze. Nützlich sind park4night, Campercontact und Stellplatzführer wie der Bordatlas; für Hoch- und Niedrigwasser die Pegeldaten der Länder, etwa über die App „Meine Pegel“.

Entsorgung & Versorgung

  • Ver- und Entsorgungsstationen sind in Deutschland weit verbreitet, meist an Stellplätzen mit Münz- oder Kartenautomat; einige Winzerstellplätze bieten nur Strom und Wasser. Grauwasser über Bodeneinlässe, Kassette an der Chemie-WC-Station – nie in Gullys oder in den Fluss.
  • Leitungswasser ist in Deutschland Trinkwasser, Zapfstellen an Stellplätzen sind in der Regel als solches gekennzeichnet.
  • Gas: Graue 11- und 5-kg-Tauschflaschen gibt es an vielen Tankstellen, Baumärkten und Campingplätzen; Eigentumsflaschen werden nicht überall befüllt. Autogas (LPG) für Tankflaschen und Gastanks ist gut verfügbar, mit dem in Deutschland üblichen ACME-Anschluss braucht man keinen Adapter.
  • Bei Hochwasser werden Ufer-Stellplätze mitsamt Stationen gesperrt; dann rechtzeitig voll ver- und entsorgt auf höher gelegene Plätze ausweichen.

Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln

  • Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t innerorts 50, außerorts 100 km/h, auf der Autobahn gilt die Richtgeschwindigkeit 130 km/h. Wohnmobile über 3,5 t bis 7,5 t fahren außerorts 80 und auf der Autobahn 100 km/h, für schwerere Fahrzeuge gelten niedrigere Werte. Gespanne 80 km/h, mit Tempo-100-Zulassung auf der Autobahn 100 km/h.
  • Für Wohnmobile gibt es keine Autobahnmaut und keine Vignette; die Lkw-Maut betrifft Fahrzeuge über 3,5 t nur, wenn sie für den Güterverkehr bestimmt sind. Lkw-Überholverbote auf Autobahnen gelten auch für Wohnmobile über 3,5 t.
  • Umweltzonen mit grüner Plakette gibt es in vielen Großstädten; entlang dieser Route (Koblenz, Trier) gibt es nach unserem Stand keine. Mainz hat seine Umweltzone zum 1. Oktober 2025 aufgehoben; in Wiesbaden und Frankfurt am Main gilt sie nach unserem Stand weiter – bei An- und Abreise prüfen.
  • Situative Winterreifenpflicht bei Schnee, Eis und Glätte, gültig sind Reifen mit Alpine-Symbol. Ladung, die mehr als einen Meter nach hinten übersteht, muss gekennzeichnet sein; verdeckt ein Heckträger Leuchten oder Kennzeichen, sind ein Leuchtenträger und ein Wiederholungskennzeichen nötig.
  • Promillegrenze 0,5, für Fahranfänger in der Probezeit und unter 21 Jahren 0,0 – bei Weinproben am Stellplatz konsequent erst nach der Etappe. Das Handy darf beim Fahren nicht in die Hand genommen werden. Brücken, Fähren und Bahnunterführungen haben teils Gewichts- und Höhenlimits.

CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste

  • Ohrstöpsel – auf beiden Rheinufern verlaufen Bahnstrecken mit nächtlichem Güterverkehr, viele Stellplätze liegen direkt daneben.
  • Lange Stromkabeltrommel (mindestens 25 m) mit CEE-Adapter: An Winzer- und Uferstellplätzen sind die Säulen oft weit entfernt.
  • Auffahrkeile – Plätze auf Wiesen und an Hängen sind selten eben.
  • Pegel-App auf dem Smartphone und ein Blick auf die Vorhersage: Hochwasser kann Ufer-Stellplätze binnen eines Tages sperren.
  • Trittfeste Wanderschuhe für Calmont-Klettersteig, Rheinsteig und die Wege zur Loreley und nach Burg Eltz.
  • Kühlbox oder freier Stauraum für Wein: Direktkauf beim Winzer am Stellplatz ist hier fester Teil der Reise.

Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.

Reiseverlauf Stopp für Stopp

In Fahrtreihenfolge. Entfernungen sind Schätzungen zwischen aufeinanderfolgenden Stopps.

  1. 1

    Rüdesheim am Rhein

    Deutschland
    Start
  2. 2

    Bingen am Rhein

    Deutschland
    3 km
  3. 3

    Bacharach

    Deutschland
    17 km
  4. 4

    Oberwesel

    Deutschland
    8 km
  5. 5

    St. Goar

    Deutschland
    6 km
  6. 6

    Boppard

    Deutschland
    16 km
  7. 7

    Koblenz

    Deutschland
    17 km
  8. 8

    Cochem

    Deutschland
    48 km
  9. 9

    Beilstein

    Deutschland
    8 km
  10. 10

    Traben-Trarbach

    Deutschland
    25 km
  11. 11

    Bernkastel-Kues

    Deutschland
    6 km
  12. 12

    Trittenheim

    Deutschland
    20 km
  13. 13

    Trier

    Deutschland
    26 km
  14. 14

    Mettlach

    Deutschland
    36 km

Häufige Fragen

Wie lang ist die Route «Burgen, Fähren und Steillagen – mit dem Camper durchs Mittelrheintal und entlang der Moselschleifen»?

8-tägiger Roadtrip über etwa 235 km (146 mi) mit 14 Stopps, von Rüdesheim am Rhein nach Mettlach. Insgesamt etwa 3 h 15 min Fahrzeit.

Wie viele Tage braucht man für «Burgen, Fähren und Steillagen – mit dem Camper durchs Mittelrheintal und entlang der Moselschleifen»?

Wir empfehlen 8 Tage: etwa 3 h 15 min Fahrzeit, so bleibt Zeit für die Stopps.

Wo beginnt und endet «Burgen, Fähren und Steillagen – mit dem Camper durchs Mittelrheintal und entlang der Moselschleifen»?

Sie beginnt in Rüdesheim am Rhein und endet in Mettlach.

Durch welche Länder führt «Burgen, Fähren und Steillagen – mit dem Camper durchs Mittelrheintal und entlang der Moselschleifen»?

Deutschland.