Reiseführer · CampingSpirit
Von Florenz über die Chiantigiana, San Gimignano und Volterra nach Siena, durch die Crete Senesi ins Val d’Orcia und über den Monte Amiata zu den Thermen von Saturnia: rund 450 Kilometer auf Hügelstraßen, auf denen die ZTL-Kamera oft wichtiger ist als die Karte.
Der Spirit der Route
Die Toskana gibt sich nicht mit Serpentinen zu erkennen, sondern mit Kuppen. Hinter Florenz schwingt die Chiantigiana über Hügelrücken, auf denen Weinstöcke in Zeilen stehen, Steineichen die Kurven säumen und aus jedem zweiten Hof ein Kellerschild zeigt. Weiter südlich wird es leerer: Die Crete Senesi sind im Sommer strohgelb, im Herbst frisch gepflügt und lehmgrau, und im Val d’Orcia ziehen Zypressenreihen über Hügel, als hätte jemand sie mit dem Lineal gesetzt. Aus der Schiebetür sehen Sie Pienzas Mauern im Abendlicht, Nebel in den Senken am Morgen und am Horizont den dunklen Kegel des Monte Amiata. Abends riecht es nach Rosmarin, trockenem Gras und Holzfeuer aus der Agriturismo-Küche. Die Route verlangt Planung: Altstädte nur zu Fuß, Stellplätze am Ortsrand, kurze Etappen – und die Bereitschaft, eine Schotterstraße lieber zu Fuß als mit sieben Metern Fahrzeug zu erkunden.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Florenz nach Castellina in Chianti (ca. 60 km)
- Die Strecke
- Vom Stadtrand (Campingplatz in Bottai bei der Autobahnausfahrt Firenze Impruneta) über Impruneta oder Grassina auf die Chiantigiana SR222 und weiter über Strada in Chianti nach Greve. Dann über Panzano, auf der Nebenstraße nach Radda und über die SR429 zurück zur SR222 nach Castellina. Gut ausgebaute, aber kurvige Hügelstraßen mit Steinmauern und schmalen Ortsdurchfahrten; im Norden bei Grassina ist wegen der Arbeiten an der Ortsumfahrung mit Baustellen zu rechnen. Rund 1,5 Stunden Fahrzeit ohne Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- Greve in Chianti mit der trichterförmigen Piazza Matteotti und ihren Arkaden; zu Fuß in gut 20 Minuten hinauf ins winzige Burgdorf Montefioralle.
- Panzano: Blick über die „Conca d’Oro“, das Weinbautal unterhalb der Kirche San Leolino.
- Radda in Chianti mit dem Palazzo del Podestà und dem Rundgang auf der alten Stadtmauer.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Area sosta camper am Ortsrand von Castellina in Chianti an der Chiantigiana, etwa 300 m vom Zentrum: Asphalt, Ver- und Entsorgung, einige Stromanschlüsse, Videoüberwachung, gebührenpflichtig (zuletzt um 12 € pro Tag inklusive Strom, Tarif vor Ort prüfen). An Markttagen parken dort oft Pkw. Alternative weiter nördlich: die Camperfläche in Greve in der Via Montebeni beim Freibad mit Wasser und Entsorgung; Konditionen vor Ort prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Italien erlaubt nach Art. 185 der Straßenverkehrsordnung das Parken mit Übernachtung überall dort, wo Parken erlaubt ist – Campingverhalten ist verboten. Im Chianti sind die Parkplätze in den Dörfern klein und oft mit Höhen- oder Camperverboten beschildert, und Weingüter sind Privatgrund. Wer im Grünen stehen will, fragt bei einem Agriturismo oder Weingut mit „agricampeggio“ oder Camperstellplätzen an; viele bieten das inzwischen offiziell an.
- Insider-Tipp für Camper
- In Florenz selbst lassen Sie den Camper auf dem Platz: Die Innenstadt ist ZTL mit Kameras, dazu kommt das „Scudo Verde“ rund um die Uhr. Vom hu Firenze Certosa (Bottai, ganzjährig, Fahrzeuge bis rund 10 m je nach Platzangebot) fährt Bus 37 ins Zentrum, in der Hochsaison zusätzlich ein Shuttle; vom hu Firenze Camping in Town (Rovezzano) fährt Linie 14 zum Dom. Für einen Tagesbesuch bietet sich der Umsteigeparkplatz Villa Costanza direkt an der A1 an, von dort fährt die Tram T1 in die Stadt; ob Stellflächen für Wohnmobile frei sind, vorab prüfen. Der frühere Camping Michelangelo am Piazzale ist geschlossen.
2Etappe 2: Castellina in Chianti nach Volterra über San Gimignano (ca. 65 km)
- Die Strecke
- Von Castellina auf der SR429 hinab nach Poggibonsi, dann auf der Provinzstraße nach San Gimignano. Weiter über die Hügel nach Castel San Gimignano und auf der SR68 durch das Cecina-Hochland hinauf nach Volterra. Die SR68 ist breit, aber kurvig; die letzten Kilometer steigen zum Tuffrücken der Stadt an. Gut 1,5 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- San Gimignano: Geschlechtertürme, Piazza della Cisterna und der Blick von der Rocca di Montestaffoli – am ruhigsten früh morgens oder nach 18 Uhr.
- Volterra: Piazza dei Priori, das römische Theater unterhalb der Stadtmauer und die Alabaster-Werkstätten in den Gassen.
- Le Balze am Westrand von Volterra: Erosionsabbrüche, in denen mittelalterliche Kirchen und Teile der etruskischen Stadt verschwunden sind.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Le Balze am Westrand von Volterra nahe den Abbruchkanten, rund 15 Minuten zu Fuß ins Zentrum, mit Stromanschlüssen, Sanitär, Pool und Ver- und Entsorgung; saisonal geöffnet. Als Stellplatz dient der gebührenpflichtige Camperparkplatz am Viale dei Filosofi unterhalb der Stadtmauer bei den Fonti di Docciola. In San Gimignano liegt Camping Il Boschetto di Piemma in Santa Lucia gut 2 km südlich der Altstadt.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): San Gimignano hat mit P5 Santa Lucia (knapp 2 km vom Zentrum, Platz für etwa 50 Wohnmobile) nur einen Camperparkplatz; die Gemeinde stellt klar, dass er zum Parken dient und Campen verboten ist. Nachts gilt ein gedeckelter Tarif, die Entsorgung ist kostenlos, einen Stromanschluss gibt es nicht, Wasser nur am kostenlosen Camper-Service. Das Wegwerfen von Abfällen und Ablassen von Abwasser wird mit Bußgeldern belegt. Auf den stadtnahen Parkplätzen P1 bis P4 sind Wohnmobile nicht vorgesehen.
- Insider-Tipp für Camper
- Von P5 Santa Lucia fährt ein Stadtbus ins Zentrum; zu Fuß sind es gut 30 Minuten bergauf. In San Gimignano und Volterra ist die Altstadt ZTL – die Navigation führt gern durch Tore, die für Wohnmobile zu eng und für Nichtanwohner verboten sind. Parkplätze an der Ringstraße anfahren, nicht die Zentrumsadresse ins Navi eingeben.
3Etappe 3: Volterra nach Siena (ca. 60 km)
- Die Strecke
- Auf der SR68 zurück nach Osten über den Pass bei Castel San Gimignano nach Colle di Val d’Elsa, dann auf Nebenstraßen nach Monteriggioni und über die Via Cassia oder den Raccordo Firenze–Siena nach Siena. Überwiegend flüssig, zwischen Volterra und Colle einige Kurven. Rund 1,5 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Colle di Val d’Elsa: die mittelalterliche Oberstadt auf dem Felsgrat, unten die Kristallglas-Tradition des Ortes.
- Monteriggioni: der Mauerring mit 14 Türmen, auf den Wehrgängen begehbar; Parkplatz unterhalb der Mauern.
- Siena: Piazza del Campo, Dom mit Marmorfußboden und der Blick vom Facciatone über die Dächer.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Siena Colleverde im Norden der Stadt (Strada di Scacciapensieri), mit Strom, Sanitär, Pool und Busanbindung ins Zentrum; Saisonzeiten vorab prüfen. Stadtnaher Stellplatz ist Il Fagiolone an der Strada di Pescaia (Ausfahrt Siena Ovest): gepflastert, beleuchtet, videoüberwacht, Trinkwasser und Entsorgung, 20 € für 24 Stunden, keine Reservierung.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Freistehen in und um Siena ist nicht sinnvoll: Die Stadt lenkt Wohnmobile auf den Fagiolone, auf den übrigen Parkplätzen und an den Straßenrändern der Umgebung wird kontrolliert. Monteriggioni ist tagsüber ein guter Stopp, zum Übernachten aber nicht gedacht.
- Insider-Tipp für Camper
- Am 2. Juli und am 16. August findet der Palio statt – dann sind Stadt, Parkplätze und Campingplatz überfüllt. Vom Fagiolone erreichen Sie die Altstadt zu Fuß über die nahen Rolltreppen am Costone bzw. beim Parkhaus Santa Caterina. Mittwochs ist der große Wochenmarkt an der Fortezza (La Lizza), die Zufahrten sind dann voll.
4Etappe 4: Siena nach San Quirico d’Orcia über Crete Senesi und Montalcino (ca. 80 km)
- Die Strecke
- Von Siena auf der SP438 „Lauretana“ nach Asciano: eine Straße ohne Ortschaften, die in langen Wellen über die kahlen Lehmhügel der Crete Senesi führt, mit wenigen Haltebuchten. Von Asciano über die SP451 zur Abtei Monte Oliveto Maggiore, weiter nach Buonconvento, auf der SR2 Cassia kurz nach Süden und die gut ausgebaute Straße hinauf nach Montalcino. Zum Schluss hinab ins Orcia-Tal und über Torrenieri nach San Quirico. Rund 2 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Zypressenallee und Hügelpanorama an der Lauretana zwischen Siena und Asciano, darunter die Zypressenreihe beim Podere Baccoleno.
- Abtei Monte Oliveto Maggiore mit dem Freskenzyklus des heiligen Benedikt von Luca Signorelli und Sodoma im großen Kreuzgang.
- Montalcino: Festung, Weinstraße des Brunello und der Blick über das Orcia-Tal bis zum Monte Amiata.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camperparkplatz von San Quirico d’Orcia am Ortsrand, gebührenpflichtig, mit Wasser und Entsorgung; Tarif und Ausstattung vor Ort prüfen. Mit mehr Komfort: Agriturismi mit Camperstellplätzen rund um Pienza und Montalcino, Angebote in CamperOnline oder direkt beim Hof anfragen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In den Crete Senesi gibt es kaum Parkbuchten, und viele Feldwege sind Hofzufahrten. Stehen Sie für Fotos nur auf befestigten Ausweichstellen, nie auf der Fahrbahn der Lauretana, die hinter Kuppen schlecht einsehbar ist. Übernachten an der Straße ist dort weder sinnvoll noch gern gesehen.
- Insider-Tipp für Camper
- Monte Oliveto Maggiore hat einen Parkplatz unterhalb der Abtei; die Mönche halten eine Mittagspause, Besuchszeiten vorher prüfen. In Montalcino ist die Altstadt ZTL, Wohnmobile parken unten an den ausgeschilderten Parkplätzen am Ortsrand. Tanken in Buonconvento an der Cassia – im Val d’Orcia selbst sind Tankstellen dünn gesät.
5Etappe 5: San Quirico d’Orcia nach Montepulciano über Pienza (ca. 40 km)
- Die Strecke
- Kurzer Abstecher nach Bagno Vignoni, zurück nach San Quirico, dann auf der SP146 über die Hügelrücken nach Pienza, weiter über Monticchiello (enge Zufahrt, oben kleiner Parkplatz) und auf der Provinzstraße nach Montepulciano. Die SP146 ist die bekannteste Panoramastraße des Tals: gut ausgebaut, aber mit wenigen Haltemöglichkeiten. Reine Fahrzeit gut 1 Stunde.
- Highlights & Must-Sees
- Bagno Vignoni: das Thermalbecken als Dorfplatz (Baden dort verboten), unterhalb im Parco dei Mulini dampfende Kalksinterrinnen, in denen man die Füße ins warme Wasser halten kann.
- Cappella della Madonna di Vitaleta zwischen San Quirico und Pienza: nur zu Fuß erreichbar, vom Ende der Schotterstraße rund 10 Minuten, von der SP146 gut eine halbe Stunde; die Kapelle ist Privatbesitz.
- Pienza, Papst Pius’ II. „ideale Stadt“ mit dem Blick von der Via dell’Amore über das Tal, und unterhalb der Stadt das Feld von Terrapille mit der Zypressenreihe aus dem Film „Gladiator“.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Area sosta camper Parcheggio P5 an der Piazza Nenni in Montepulciano, hinter der Feuerwehr und neben dem Busbahnhof: eben, Asphalt, Wasser und Entsorgung, gebührenpflichtig (Tarif vor Ort prüfen), wenige hundert Meter zum Stadttor. Ruhiger ist die kleine Camperfläche am Lago di Montepulciano beim Besucherzentrum des Naturreservats mit nur wenigen Plätzen; Ausstattung und Zugang vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Parkplätze in Pienza sind eng und mit Pkw gemischt, freitags zum Wochenmarkt ist der Ort besonders voll; die Ortspolizei kontrolliert. Freistehen an der SP146 oder an den Schotterwegen zu Vitaleta und Terrapille ist nicht erlaubt: Die Wege sind Privatzufahrten, abgestellte Fahrzeuge blockieren Landwirte. Die Fotopunkte sind am Morgen am schönsten – planen Sie die Übernachtung in San Quirico oder Montepulciano und fahren Sie zur ersten Stunde los.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Schotterstraßen („strade bianche“) im Val d’Orcia sind für Wohnmobile über sechs Meter ungeeignet: Waschbrett, Ausspülungen, kaum Wendemöglichkeiten. Lassen Sie den Camper am Asphalt stehen und gehen Sie die letzten Kilometer. In Montepulciano und Pienza ist die Altstadt ZTL; Montepulciano liegt auf einem steilen Grat, vom P5 geht es zu Fuß bergauf. Am letzten Augustsonntag rollen die Contrade beim Bravio delle Botti Weinfässer den Hang hinauf – dann ist die Stadt voll.
6Etappe 6: Montepulciano nach Bagni San Filippo über Radicofani (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Von Montepulciano nach Chianciano Terme und über Sarteano, dann auf der Bergstraße nach Radicofani mit weitem Blick über das obere Orcia-Tal. Von Radicofani hinab zur SR2 Cassia und nach Bagni San Filippo am Nordosthang des Monte Amiata. Mittlere Steigungen, einige enge Kurven vor Radicofani. Rund 1,5 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Sarteano: Burg und etruskische Nekropole delle Pianacce mit der Tomba della Quadriga Infernale (Besuch nur mit Führung, Zeiten prüfen).
- Rocca di Radicofani: Festung auf dem Basaltkegel über der Via Francigena, Rundumblick bis zum Monte Amiata und zum Lago Trasimeno.
- Bagni San Filippo: die Kalksinterterrassen des Fosso Bianco mit der „Balena Bianca“, frei zugänglich im Wald unterhalb des Dorfs.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Rund um Bagni San Filippo und Castiglione d’Orcia gibt es einfache Camperflächen und Höfe mit Stellplätzen; in den Apps nach aktuellen Berichten suchen und Preise, Ausstattung und Öffnung vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Fosso Bianco ist das Baden in den Becken frei, Parken aber nur an den Plätzen im Ort. Übernachten am Straßenrand der Cassia ist wegen des Lkw-Verkehrs weder sicher noch sinnvoll, und die Waldwege am Amiata sind gesperrt oder privat.
- Insider-Tipp für Camper
- Badeschuhe mitnehmen: Die Sinterterrassen sind rutschig und scharfkantig. Das Thermalwasser ist schwefelhaltig – Badesachen danach separat lagern. Auf der Cassia zwischen Radicofani und Bagni San Filippo fahren Sie an alten Poststationen der Via Francigena vorbei; halten Sie an der Parkbucht bei der Posta Medicea statt am Seitenstreifen.
7Etappe 7: Bagni San Filippo nach Saturnia über den Monte Amiata (ca. 90 km)
- Die Strecke
- Über Abbadia San Salvatore auf die Provinzstraße zur Vetta Amiata (Gipfel 1.738 m) durch Buchen- und Kastanienwald, zurück bergab nach Santa Fiora und über Castell’Azzara oder Arcidosso und Semproniano in die Maremma nach Saturnia. Bergstraßen mit vielen Kurven, im Wald oft schattig und feucht, bei Semproniano schmal. Gut 2,5 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Abbazia di San Salvatore mit der langobardischen Krypta und ihren 36 Säulen; im Ort das Bergbaumuseum des ehemaligen Quecksilberbergwerks.
- Vetta Amiata: kurzer Fußweg vom Parkplatz zum Gipfelkreuz, bei klarer Sicht über die Maremma bis zum Meer.
- Santa Fiora mit der Peschiera, dem Quellteich der Fiora, und den Terrakotten von Andrea della Robbia in der Pieve.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Area attrezzata L’Alveare del Pinzi an der Strada della Peschiera in Saturnia, rund 800 m vom Ort und etwa 1 km von den Cascate del Mulino: Schranke, Sanitär, Waschmaschinen, Strom (je nach Tarif), Ver- und Entsorgung, Shuttle zu den Thermen, wenn in Betrieb. Die Plätze sind geneigt und staubig – Keile bereithalten.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): An den Cascate del Mulino ist der Parkplatz gebührenpflichtig (Zeiten und Tarif vor Ort); zum Übernachten ist er nicht gedacht, Kontrollen der Gemeinde Manciano gibt es. Am Amiata ist der Parkplatz an der Vetta tagsüber für Camper nutzbar; das Gebiet ist teils geschützt, Campingverhalten ist verboten. Zu Kastanienfesten im Oktober sind die Bergdörfer zugeparkt.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Cascate del Mulino sind frei zugänglich; am ruhigsten ist es früh morgens und abends. Schlafen Sie im Alveare und gehen Sie zu Fuß oder mit dem Rad hinunter. Tanken vor dem Amiata in Abbadia San Salvatore, in der Maremma sind die Abstände zwischen Tankstellen groß. Zwischen 15. November und 15. April gilt am Amiata Winterausrüstungspflicht; auch im Herbst kann es oben Glätte geben.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- Italienisches Recht (Codice della Strada, Art. 185) trennt „sosta“ und „campeggio“: Ein Wohnmobil darf überall dort parken und darin übernachtet werden, wo Parken erlaubt ist, solange es nur auf den Rädern steht, keine Flüssigkeiten abgibt und nicht mehr Fläche belegt als seine Umrisse. Markise, Stühle, Tische, Stützen oder Keile machen daraus Camping – und das ist außerhalb genehmigter Plätze verboten.
- Die Toskana kennt kein landesweites Übernachtungsverbot, aber die Gemeinden regeln per Verordnung: Camperverbotsschilder, Höhenbegrenzungen, Zeitlimits auf Parkplätzen. In San Gimignano, Pienza, Siena und Montepulciano werden Wohnmobile gezielt auf ausgewiesene Parkplätze gelenkt, die Ortspolizei kontrolliert. Bußgelder und Abschleppen sind möglich.
- Schutzgebiete wie das Naturreservat Lago di Montepulciano oder die Waldgebiete am Monte Amiata haben eigene Verbote; Feld- und Schotterwege im Chianti und Val d’Orcia sind fast immer Privatzufahrten zu Höfen und Weingütern.
- Legal und angenehm stehen Sie auf Campingplätzen, in kommunalen „aree di sosta“ und auf Agriturismi mit „agricampeggio“ oder Camperstellplätzen – als Beherbergungsform erlaubt das toskanische Tourismusgesetz (L.R. 86/2016) auf „aree di sosta“ höchstens 72 Stunden Aufenthalt. Nützliche Apps und Verzeichnisse: park4night, CamperOnline (mit aktuellen Nutzerberichten), Campercontact, Pleinair.
Entsorgung & Versorgung
- Ver- und Entsorgung heißt „camper service“ oder „carico e scarico“; in der Toskana haben die meisten kommunalen Camperparkplätze eine Station, oft kostenlos oder im Parkticket enthalten (etwa Siena Fagiolone, Montepulciano P5, Greve; in San Gimignano P5 nur Entsorgung).
- Grauwasser und Kassetten nur an der Station leeren, nie in Gullys oder auf Schotter – Gemeinden reagieren auf Beschwerden mit Sperrungen und Bußgeldern.
- Leitungswasser ist in der Toskana trinkbar, schmeckt aber mancherorts nach Chlor oder ist sehr kalkhaltig; „acqua potabile“ bzw. „acqua non potabile“ an Hähnen beachten. In den Hügeldörfern gibt es öffentliche Brunnen, oft auch Wasserhäuschen („fontanelli“) mit gefiltertem Wasser.
- Gas: Deutsche Tauschflaschen werden nicht getauscht, italienische Flaschen haben andere Anschlüsse. Tankflaschen und Gastanks befüllen Sie an GPL-Tankstellen mit dem italienischen Adapter; das Netz ist in der Toskana dicht, im Val d’Orcia und am Amiata aber dünner. Mit zwei vollen Flaschen anreisen.
- In der Waldbrandsaison (in der Toskana in der Regel vom 1. Juli bis 31. August, bei Trockenheit verlängert) ist offenes Feuer in und nahe von Wäldern verboten; Grill nur auf Campingplätzen mit ausgewiesenen Stellen.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h, auf der Autobahn 130 km/h; über 3,5 t außerorts 80 km/h und auf der Autobahn 100 km/h. Gespanne mit Wohnwagen: 70 km/h außerorts, 80 km/h auf der Autobahn. Außerorts gilt tagsüber Lichtpflicht. Auf dem mautfreien Raccordo Firenze–Siena gelten abschnittsweise niedrigere Limits, es wird geblitzt.
- ZTL (Zona a Traffico Limitato): Florenz, Siena, San Gimignano, Volterra, Montalcino, Pienza, Montepulciano und die meisten Chianti-Dörfer haben kameraüberwachte Altstadtzonen. Bußgelder kommen per Post, oft Monate später, und pro Durchfahrt. In Florenz gilt die ZTL montags bis freitags tagsüber, in Teilen auch samstags, im Sommerhalbjahr zusätzlich donnerstags bis samstags nachts von 23 bis 3 Uhr.
- Umweltzone „Scudo Verde“ in Florenz: rund um die Uhr kameraüberwacht, ab 1. Dezember 2026 für Diesel bis Euro 2 und Benziner bis Euro 1 gesperrt; für Gelegenheitsbesucher gibt es einmalig drei Tage Zugang (auch nicht aufeinanderfolgend), ohne vorherige Anmeldung. Ältere Wohnmobile vor der Einfahrt prüfen.
- Maut auf der A1 nach Achsen und Höhe über der Vorderachse: zweiachsige Wohnmobile über 1,30 m fahren in Klasse B, Dreiachser in Klasse 3. Bezahlung bar, per Karte oder per Telepass bzw. EU-Mautbox. Die Chianti- und Val-d’Orcia-Strecken selbst sind mautfrei.
- Ragt Ladung über das Heck hinaus – etwa Räder auf dem Heckträger –, ist die rot-weiß reflektierende Warntafel (50 × 50 cm) Pflicht. Winterreifen oder Schneeketten an Bord sind vom 15. November bis 15. April auf vielen Provinz- und Regionalstraßen vorgeschrieben, auch am Monte Amiata.
- Promillegrenze 0,5; für Fahrer mit weniger als drei Jahren Führerschein und für Fahrer von Fahrzeugen über 3,5 t gilt 0,0 – bei Weinproben im Chianti und in Montalcino ernst nehmen. Handy am Steuer wird seit der Reform der Straßenverkehrsordnung Ende 2024 deutlich härter bestraft.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Auffahrkeile Stufe 2–3 – die Stellplätze in Hügellage (Saturnia, Volterra, Agriturismi) sind selten eben, und Keile gehören nur auf Plätze, nicht auf Parkplätze.
- Faltrad oder E-Bike mit Warntafel für den Heckträger: Vitaleta, Terrapille und die Weingüter an Schotterstraßen erreichen Sie damit, ohne den Camper über strade bianche zu quälen.
- Offline-Karte mit markierten ZTL-Grenzen und Camperparkplätzen – Navis führen zuverlässig durch Stadttore.
- Italienischer Gasadapter für GPL-Tankstellen und zwei volle Flaschen bei der Einreise.
- Badeschuhe und ein alter Handtuchsatz für Bagno Vignoni, Bagni San Filippo und Saturnia – Sinterkanten sind scharf, Schwefelgeruch bleibt im Stoff.
- Hitzeschutz: Thermomatten für die Frontscheibe, Ventilator mit 12 V, und im Sommer ein Wasserkanister mehr – Schatten ist auf den Stellplätzen im Val d’Orcia knapp.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.