Reiseführer · CampingSpirit
Über Aubisque, Tourmalet und Aspin vom Béarn bis ins Ariège: rund 510 Kilometer auf der Route des Cols, mit dem Cirque de Gavarnie, dem Pic du Midi, der Höhlenkunst von Niaux und dem Burgfelsen von Montségur.
Der Spirit der Route
Die französische Seite der Pyrenäen ist grüner, nasser und enger als die spanische. Morgens hängt Nebel in den Tälern des Béarn, mittags reißt er auf, und über den Wiesen stehen Kalkwände, von denen Wasserfälle in Fäden herabfallen. Auf den Pässen klingen Kuhglocken, Gänsegeier kreisen über dem Parkplatz, und neben der Schafherde liegt ein weißer Patou, der Sie genau beobachtet. Aus der Schiebetür sehen Sie am Abend die Grande Cascade im Halbrund von Gavarnie oder die Sternwarte auf dem Pic du Midi im letzten Licht. Die Straßen sind Legenden des Radsports – Aubisque, Tourmalet, Aspin – und verlangen niedrige Gänge, Geduld mit Radfahrern und kühle Bremsen. Weiter östlich wird das Land stiller: Schieferdörfer im Couserans, Bärenland, die Höhle von Niaux mit ihren schwarzen Bisons und zuletzt der Pog von Montségur, auf dem 1244 die Geschichte der Katharer endete.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Pau nach Laruns (Vallée d’Ossau) (ca. 40 km)
- Die Strecke
- Aus Pau auf der N134 Richtung Oloron, bei Gan auf die D934 und durch das breite untere Ossautal über Rébénacq, Arudy und Louvie-Juzon nach Laruns. Gut ausgebaute Talstraße ohne Schwierigkeiten, ab Arudy rücken die Kalkberge heran. Knapp eine Stunde Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Boulevard des Pyrénées in Pau: die Promenade über dem Gave mit Panoramatafeln der Pyrenäenkette, dazu das Schloss, in dem Heinrich IV. geboren wurde.
- Falaise aux Vautours bei Aste-Béon: Beobachtungszentrum mit Kameras an den Brutfelsen der Gänsegeier.
- Abstecher Richtung Col du Pourtalet zum Lac de Fabrèges mit Blick auf den Pic du Midi d’Ossau; dort startet die Seilbahn zum Petit Train d’Artouste (Saison und Reservierung prüfen).
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping du Pont Lauguère am Ortsrand von Laruns am Gave: Stromanschlüsse, Sanitär, Ver- und Entsorgung, im Sommer gut belegt. Im Ort gibt es außerdem die Aire Camping-Car Park „Laruns, Le Bourg“ mit Strom sowie Ver- und Entsorgung, Zugang per Karte des Netzwerks. Wer schon in Pau übernachten will: Camping Le Terrier in Lescar am Westrand der Agglomeration.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Ossautal stehen an vielen Wander- und Seeparkplätzen Schilder gegen Übernachten von Wohnmobilen, am Lac de Fabrèges und am Pourtalet wird im Sommer kontrolliert. Oberhalb von Gabas beginnt die Kernzone des Nationalparks Pyrenäen: Dort ist Campen untersagt, Biwakieren nur zu Fuß und nach festen Regeln (siehe Praxis). Rechtlich gilt: Parken ja, Campingverhalten nein.
- Insider-Tipp für Camper
- In Pau vor der Abfahrt volltanken und Vorräte kaufen – die großen Supermärkte an der Peripherie sind günstiger als die Läden in Laruns und Gourette. Für den Folgetag die Befahrbarkeit von Aubisque und Soulor beim Département Pyrénées-Atlantiques prüfen. Im Ossautal wird Käse direkt am Hof verkauft; die Schilder „fromage fermier“ an der D934 führen zu Erzeugern mit Parkmöglichkeit.
2Etappe 2: Laruns nach Argelès-Gazost über Col d’Aubisque und Col du Soulor (ca. 50 km)
- Die Strecke
- Über Eaux-Bonnes und die Skistation Gourette auf der D918 hinauf zum Col d’Aubisque (rund 1.710 m), dann der berühmte Abschnitt zum Col du Soulor (rund 1.475 m): eine schmale, in den Fels gesprengte Corniche über dem Cirque du Litor mit kurzem Tunnel, kaum Ausweichstellen und stellenweise ohne Leitplanke. Hinab über Arrens-Marsous ins Val d’Azun und nach Argelès-Gazost. Gut 1,5 Stunden reine Fahrzeit. Längen- und Gewichtsbeschränkungen sind vor Ort ausgeschildert; die genauen Werte konnten nicht bestätigt werden, daher vor der Fahrt beim Département prüfen – lange Wohnmobile, schwere Fahrzeuge und Gespanne sollten den Abschnitt meiden und über Louvie-Juzon, Asson, Lestelle-Bétharram und Lourdes nach Argelès fahren (rund 80 km). Die Strecke ist im Winterhalbjahr für Kraftfahrzeuge gesperrt, meist von November bis Mai je nach Schneelage (in schneereichen Jahren bis Anfang Juni); den aktuellen Stand veröffentlicht das Département Pyrénées-Atlantiques.
- Highlights & Must-Sees
- Col d’Aubisque mit den großen Fahrrad-Skulpturen der Tour de France und dem Blick hinunter ins Ossautal und hinüber zum Cirque du Litor.
- Die Corniche zwischen Aubisque und Soulor: Fotostopp nur in den wenigen breiten Buchten, Pferde und Schafe stehen oft auf der Fahrbahn.
- Abtei Saint-Savin oberhalb von Argelès mit romanischer Kirche und Blick ins Tal des Gave de Pau.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Aire Camping-Car Park in Pierrefitte-Nestalas wenige Kilometer südlich von Argelès am Eingang zur Vallée de Gavarnie: Ver- und Entsorgung, Strom, Zugang per Karte des Netzwerks. Rund um Argelès gibt es zahlreiche Campingplätze, etwa Camping du Lac am Ortsrand. Unterwegs hat Arrens-Marsous im Val d’Azun eine Aire Camping-Car Park mit Ver- und Entsorgung.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf den Passparkplätzen von Aubisque und Soulor wird tagsüber geparkt; nachts zu stehen ist dort wegen Weidevieh, Wetterumschwüngen und örtlicher Verbote keine gute Idee. Das Val d’Azun bietet mit der Aire in Arrens-Marsous eine legale Alternative.
- Insider-Tipp für Camper
- Fahren Sie die Corniche früh am Morgen, bevor Radfahrer, Motorräder und Ausflugsverkehr kommen. Bei Gegenverkehr rechtzeitig an einer breiteren Stelle warten, statt sich in der Engstelle zu begegnen; im Zweifel setzt das kleinere Fahrzeug zurück. Bergab im zweiten oder dritten Gang, die Abfahrt vom Soulor ist lang.
3Etappe 3: Argelès-Gazost nach Cauterets und Pont d’Espagne (ca. 25 km)
- Die Strecke
- Über Pierrefitte-Nestalas und die D920 in die enge Schlucht des Gave de Cauterets mit Felsüberhängen bis Cauterets. Oberhalb des Orts führt die Straße an der Raillère vorbei schmal und steil weiter zum Parkplatz Puntas am Pont d’Espagne. Kurze Strecke, aber gut 45 Minuten Fahrzeit; mit Wohnmobil besser per Shuttle hinauf.
- Highlights & Must-Sees
- Chemin des Cascades von der Raillère zum Pont d’Espagne entlang der Fälle von Lutour, Cerisey und Boussès – rund 2 Stunden bergauf.
- Lac de Gaube mit dem Vignemale-Nordgletscher im Hintergrund, zu Fuß oder per Sessellift vom Puntas-Parkplatz.
- Die Belle-Époque-Fassaden und die alten Thermen von Cauterets.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Cauterets stellt die Gemeinde an der Avenue de la Gare einen eigenen Bereich für Wohnmobile mit Übernachtungserlaubnis bereit, mit Ver- und Entsorgung. Campingplätze sind etwa Camping Le Péguère, Camping Le Cabaliros und Les Glères nahe dem Zentrum, mit Strom und Sanitär; Saisonzeiten vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Parkplatz Puntas (Pont d’Espagne) ist Übernachten mit Wohnmobil ausdrücklich nicht erlaubt; Tickets gibt es nur vor Ort. Das Gebiet um den Pont d’Espagne und den Lac de Gaube liegt in der Kernzone des Nationalparks: Hunde nur angeleint und nur auf wenigen ausgewiesenen Wegen, Zelt nur als Biwak mehr als eine Gehstunde von der Straße entfernt, aufgebaut nach 19 Uhr und abgebaut vor 9 Uhr.
- Insider-Tipp für Camper
- Lassen Sie den Camper im Ort und nehmen Sie den Shuttlebus ab dem Busbahnhof von Cauterets zum Pont d’Espagne – die Straße oberhalb der Raillère ist für breite Fahrzeuge mühsam, und der Puntas-Parkplatz ist im Sommer früh voll. Die Bergbahnen am Pont d’Espagne fuhren 2026 vom 14. Mai bis 27. September täglich von 9 bis 17 Uhr; ein Kombiticket Lac de Gaube schließt das Parken ein. Bei Regen lohnt der Weg zu den Wasserfällen erst recht.
4Etappe 4: Cauterets nach Gavarnie (ca. 45 km)
- Die Strecke
- Zurück nach Pierrefitte, dann auf der D921 durch die Schlucht von Luz mit kurzen Tunneln nach Luz-Saint-Sauveur und weiter über die Pont-Napoléon-Brücke, Gèdre und das Felssturzfeld Chaos de Coumély nach Gavarnie. Gut ausgebaute, aber kurvige Talstraße, im Sommer viel Verkehr am Vormittag. Gut eine Stunde.
- Highlights & Must-Sees
- Cirque de Gavarnie: Wanderung vom Dorf zum Hôtel du Cirque am Fuß der rund 1.500 m hohen Wände, mit der Grande Cascade als höchstem Wasserfall Frankreichs (rund 1 Stunde 15 Minuten pro Richtung).
- Brèche de Roland: die Scharte im Grat über dem Cirque, gut sichtbar vom Plateau de Bellevue.
- Abstecher von Gèdre zum Cirque de Troumouse über eine schmale Bergstraße – für große Wohnmobile ungeeignet; Maut und Zufahrtszeiten (laut Tourismusbüro Zufahrt vor 8 und nach 19 Uhr, Rückfahrt hinter dem Petit Train) vorab beim Tourismusbüro Vallées de Gavarnie erfragen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Aire für Wohnmobile (Parkplatz Holle) oberhalb von Gavarnie an der D923 Richtung Col des Tentes, rund 1,5 km vom Dorf: laut Campercontact bis etwa 25 Plätze, Ver- und Entsorgung, kein Strom, Aufenthalt bis 7 Tage, zuletzt rund 10 € pro Nacht am Automaten, außerhalb der Saison kostenlos; andere Verzeichnisse nennen abweichende Platzzahlen, daher Platzzahl und Gebühr vor Ort prüfen. Campingplätze mit Strom und Sanitär: Camping La Bergerie am Dorf und Camping Le Pain de Sucre am Gave nördlich des Dorfs.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Dorf Gavarnie selbst ist Übernachten im Wohnmobil nicht vorgesehen; die Dorfparkplätze am Ortseingang sind gebührenpflichtig, Mehrtagesaufenthalte gehören auf den Parkplatz Holle. Der Cirque liegt in der Kernzone des Nationalparks und ist zugleich Site classé und UNESCO-Welterbe (Pyrénées–Mont Perdu): kein Camping, kein Feuer, Biwak nur nach den Parkregeln.
- Insider-Tipp für Camper
- Gehen Sie früh oder am späten Nachmittag: Zwischen 10 und 16 Uhr ist der Weg zum Cirque voll mit Spaziergängern und Eseln. Für die Rückfahrt bergab die Bremsen schonen; tanken und günstig einkaufen lässt sich in Luz, nicht in Gavarnie.
5Etappe 5: Gavarnie nach Sainte-Marie-de-Campan über Col du Tourmalet und La Mongie (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Zurück nach Luz-Saint-Sauveur, dann auf der D918 über Barèges hinauf zum Col du Tourmalet (rund 2.115 m), dem höchsten asphaltierten Straßenpass der französischen Pyrenäen. Breit genug für Wohnmobile, aber lang, steil und an Sommertagen voller Radfahrer. Hinab nach La Mongie und durch die Wälder nach Sainte-Marie-de-Campan. Ohne Pic du Midi gut 1,5 Stunden. Der Pass ist im Winterhalbjahr gesperrt, in der Regel etwa von November oder Dezember bis Mai oder Anfang Juni je nach Schnee; La Mongie ist von Osten ganzjährig erreichbar, Barèges von Westen.
- Highlights & Must-Sees
- Pic du Midi de Bigorre: Seilbahn ab La Mongie zur Sternwarte auf rund 2.877 m mit Blick über die ganze Kette – Online-Buchung wird dringend empfohlen (Wanderer zahlen am Gipfel per Karte), die Bahn fährt saisonal (2026 laut Tourismusstelle bis 1. November) und bei Sturm nicht.
- Passhöhe des Tourmalet mit der Statue des „Géant du Tourmalet“.
- Kirche Saint-André in Luz-Saint-Sauveur, eine befestigte Kirche mit Zinnen aus dem Mittelalter.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Aire de camping-car in Sainte-Marie-de-Campan an der Kreuzung der Pass-Straßen nach Tourmalet und Aspin, mit Wasser; Gebühr und Entsorgung vor Ort prüfen. Im Campan-Tal liegen kleine Campingplätze an der Adour, etwa Camping L’Orée des Monts in La Séoube. Wer in Luz bleiben möchte, nutzt die Aire Camping-Car Park Luz-Saint-Sauveur mit Strom und Ver- und Entsorgung.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf dem Pass selbst ist Übernachten nicht sinnvoll – Wind, Kälte und frühe Radfahrer. In La Mongie gibt es große Parkplätze der Skistation, darunter einen Wohnmobil-Parkplatz mit rund 25 Plätzen ohne Ver- und Entsorgung; Campingverhalten ist dort nicht erlaubt, die Angaben zum Übernachten sind widersprüchlich – es gilt die Beschilderung. Die Sternwarte und die Hänge des Pic du Midi gehören zur Réserve internationale de ciel étoilé: Licht am Fahrzeug nachts sparsam halten.
- Insider-Tipp für Camper
- Fahren Sie den Tourmalet früh am Morgen von Luz aus, dann sind Sie oben, bevor die Radfahrer-Pulks kommen. In Tunneln und Galerien Licht einschalten. Am 9. Juli 2026 führte die 6. Etappe der Tour de France von Pau über den Tourmalet nach Gavarnie-Gèdre, die Straßen waren dafür gesperrt; auch sonst sind an einzelnen Sommervormittagen die Passzufahrten für Radfahrer reserviert – aktuelle Termine und Sperrungen beim Département Hautes-Pyrénées (inforoute.ha-py.fr) nachsehen.
6Etappe 6: Sainte-Marie-de-Campan nach Saint-Bertrand-de-Comminges über Col d’Aspin und Arreau (ca. 70 km)
- Die Strecke
- Auf der D918 durch Wald und Weiden hinauf zum Col d’Aspin (rund 1.490 m), mit weiten Kehren und guter Fahrbahn, hinab nach Arreau im Tal der Neste. Weiter auf der D929 über Sarrancolin und La Barthe-de-Neste, dann ins Garonnetal bei Montréjeau und südlich hinauf nach Saint-Bertrand-de-Comminges. Rund 1,5 Stunden.
- Highlights & Must-Sees
- Col d’Aspin: offene Passhöhe mit Kühen und Pferden und einem der weitesten Blicke auf die Hochpyrenäen.
- Arreau mit Fachwerk, Schieferdächern und dem Château des Nestes am Zusammenfluss von Neste d’Aure und Neste du Louron.
- Kathedrale Sainte-Marie in Saint-Bertrand-de-Comminges auf dem Hügel und darunter die Basilika Saint-Just de Valcabrère, beide Welterbe am Jakobsweg.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Es Pibous am Fuß des Hügels von Saint-Bertrand mit Blick auf die Kathedrale: Stromanschlüsse, Sanitär, Ver- und Entsorgung. Unterwegs hat Arreau eine Aire Camping-Car Park mit Strom und Ver- und Entsorgung, Zugang per Karte.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Saint-Bertrand ist die Oberstadt für Wohnmobile tabu; der Hügel ist Site classé mit Monuments historiques, im Umkreis von 500 m ist Wildcampen verboten. Am Col d’Aspin weiden Herden – nachts dort zu stehen bringt Ärger mit Hirten und Patous.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Gassen der Oberstadt von Saint-Bertrand sind sehr eng; parken Sie unten an den Parkplätzen am Hügelfuß und gehen Sie zehn Minuten hinauf. In Arreau ist Donnerstag Markttag; die Parkplätze an der Neste füllen sich dann früh. Tanken im Garonnetal bei Montréjeau ist günstiger als in den Bergen.
7Etappe 7: Saint-Bertrand-de-Comminges nach Niaux (Tarascon-sur-Ariège) über Saint-Lizier und Foix (ca. 125 km)
- Die Strecke
- Über Saint-Gaudens und Salies-du-Salat ins Couserans nach Saint-Girons und Saint-Lizier, dann auf der D117 über den Col del Bouich nach Foix und auf der N20 ins Tal der Ariège bis Tarascon; Niaux liegt 4 km südwestlich. Vorwiegend breite Landstraßen durch Hügelland, gut 2 Stunden Fahrzeit. Die längste, aber ruhigste Etappe.
- Highlights & Must-Sees
- Saint-Lizier: romanische Kathedrale mit Kreuzgang und der Bischofspalast hoch über dem Salat, mit Blick auf die Couserans-Berge.
- Grotte de Niaux: im Salon Noir tief im Berg zeichneten Menschen des Magdalénien Bisons, Pferde und Steinböcke – geführte Besichtigung (rund 1 Stunde 45 Minuten, insgesamt etwa 2,5 km über unebenes Gelände) im Lampenlicht; Online-Reservierung ist Pflicht, für Kinder unter 6 Jahren nicht empfohlen und für Menschen mit Gehbehinderung nicht möglich; Stöcke, Kinderwagen und Taschen sind nicht erlaubt.
- Parc de la Préhistoire in Tarascon mit Nachbildungen der Höhlenkunst und Werkstätten zur Steinzeittechnik – gut für Kinder.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping des Grottes in Alliat direkt unterhalb der Höhle von Niaux, mit Strom, Sanitär und Pool, oder Camping Le Sédour in Surba bei Tarascon, gut ausgestattet mit Ver- und Entsorgung. Saison vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Das Couserans ist dünn besiedelt und auf Waldwegen und Almen lockt das Freistehen; viele Pisten sind jedoch Forststraßen mit Fahrverbot, und die Weiden gehören den Herden. Am Höhlenparkplatz von Niaux ist Übernachten nicht vorgesehen. Rechtlich gilt die französische Linie: Parken erlaubt, wo es nicht verboten ist, Campingverhalten nicht.
- Insider-Tipp für Camper
- In Saint-Girons ist Samstag der große Markt der Region – Wohnmobile frühzeitig am Stadtrand abstellen. Niaux-Tickets so früh wie möglich online buchen; ohne Reservierung gibt es keinen Zutritt, die Gruppen sind klein und im Sommer schnell ausgebucht. In der Höhle ist es kühl und feucht: feste Schuhe und Jacke mitnehmen.
8Etappe 8: Niaux nach Ax-les-Thermes über Foix und Montségur (ca. 100 km)
- Die Strecke
- Zurück nach Foix, dann auf der D9 über Roquefixade und Nalzen nach Montségur. Von dort auf kleinen Straßen hinauf aufs Plateau de Sault und auf der D613 über Belcaire, Camurac und den Col du Chioula (rund 1.430 m) hinab nach Ax-les-Thermes. Bergige, teils schmale Landstraßen, aber ohne heikle Engstellen. Rund 2,5 Stunden.
- Highlights & Must-Sees
- Château de Foix: die drei Türme über der Stadt, Burgmuseum mit Darstellungen des Mittelalters.
- Montségur: steiler Aufstieg (rund 30 Minuten) zur Burgruine auf dem Pog, wo 1244 nach monatelanger Belagerung über 200 Katharer verbrannt wurden; unten das Feld „Prat dels Cremats“.
- Bassin des Ladres in Ax-les-Thermes: ein öffentliches Fußbecken mit Thermalwasser mitten im Ort.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Ax-les-Thermes hat mehrere Aires für Wohnmobile, u. a. am Parc d’Espagne und am Bahnhof im Ort sowie oben an der Skistation Ax 3 Domaines, Ausstattung vor Ort prüfen. Campingplatz mit Strom, Sanitär und Ver- und Entsorgung: Sunêlia Le Malazéou am Ortseingang an der Ariège. Bei Foix: Camping du Lac am Stadtrand.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Für Montségur nennt der Ariège-Tourismus einen kostenlosen Parkplatz; er ist für Tagesgäste gedacht, Lage und Zufahrt für große Wohnmobile vor Ort prüfen; der Burgberg ist Monument historique, im Umkreis gilt das Wildcampverbot. Auf dem Plateau de Sault sind Forststraßen gesperrt; Übernachten nur auf Plätzen.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Altstadt von Foix ist eng und an Markttagen gesperrt – parken Sie unten an der Ariège. Wer nach Spanien oder Andorra weiterfährt: Ab Ax führt die N20 zum Col de Puymorens und zum Tunnel; im Winter gelten Ketten- und Reifenpflicht, und in Andorra lohnt Tanken. Rückweg nach Toulouse über N20 und A66 (mautpflichtig).
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- Frankreich trennt „stationnement“ und „camping“: Ein Wohnmobil gilt als Fahrzeug und darf parken, wo Parken erlaubt ist – höchstens 7 Tage am selben Ort –, sofern keine Gemeinde-Arrêté entgegensteht. Campingverhalten (Stützen, Markise, Tisch und Stühle, Ablassen) ist außerhalb von Campingplätzen und Aires untersagt. Pauschale Verbote für ein ganzes Gemeindegebiet sind rechtlich angreifbar, maßgeblich ist die Beschilderung vor Ort.
- Wildcampen verboten ist u. a. in Sites classés (Cirque de Gavarnie, Saint-Bertrand), im Umkreis von 500 m um Monuments historiques (etwa Montségur, Saint-Lizier, Foix) und nahe Trinkwasserfassungen. An Pont d’Espagne und im Dorf Gavarnie ist Übernachten im Wohnmobil ausdrücklich nicht erlaubt.
- Nationalpark Pyrenäen, Kernzone (Ossau-Hochtal ab Gabas, Cauterets/Pont d’Espagne, Gavarnie, Néouvielle): Camping ist verboten. Biwakieren ist nur zu Fuß erlaubt, mehr als eine Gehstunde von der Parkgrenze oder einer Straße entfernt, mit Zelt erst ab 19 Uhr und abgebaut bis 9 Uhr. Hunde sind in der Kernzone grundsätzlich nicht erlaubt, außer angeleint auf wenigen ausgewiesenen Wegen; Feuer, Drohnen und Pflanzenpflücken sind untersagt.
- Herdenschutzhunde: Auf den Almen von Ossau, Aubisque, Gavarnie und im Ariège bewachen Patous (Montagne des Pyrénées) Schafherden. Herden weiträumig umgehen, nicht streicheln, nicht füttern, ruhig stehen bleiben, wenn der Hund anschlägt; Radfahrer steigen ab. Hunde an der Leine führen.
- Bären: Die Pyrenäen haben eine wachsende Braunbär-Population, die meisten Tiere leben im Ariège (Couserans) und im Haut-Comminges. Begegnungen sind selten. Essensreste nicht draußen lassen, Müll nur in geschlossene Behälter, auf Wanderungen laut gehen und Abstand halten.
- Legal übernachten Sie auf Campingplätzen, kommunalen und privaten Aires (oft mit Gebühr, Platzzahl- und Dauerbegrenzung), auf Plätzen von Camping-Car Park (Zugang per Karte) und bei Erzeugern über France Passion. Apps: park4night, Campercontact, Camping-Car Park.
Entsorgung & Versorgung
- Ver- und Entsorgung heißt „aire de services“ oder „borne“ (Euro-Relais, Flot Bleu, Raclet); bezahlt wird mit Münzen, Jetons, Karte oder Netzwerkkarte. In den Pyrenäentälern haben die meisten Aires eine Station, auf den Pässen gibt es keine.
- Grauwasser und Kassette nur an der Station leeren – in den Karstgebieten von Ariège und Ossau versickert Abwasser direkt ins Grundwasser, das viele Gemeinden als Trinkwasser nutzen.
- Leitungswasser ist trinkbar; Quellen und Brunnen auf Almen sind mit „eau non potable“ gekennzeichnet oder unbehandelt – wegen der Weidetiere nicht ohne Filter trinken.
- Gas: Französische Tauschflaschen (Butan/Propan) gibt es in jedem Supermarkt und vielen Tankstellen; ausländische Flaschen werden nicht getauscht. GPL-Zapfsäulen zum Füllen von Tankflaschen (Adapter Dish/Euronozzle) sind im Gebirge dünn gesät – in Pau, Tarbes, Saint-Gaudens oder Foix nachfüllen. In Höhen über 1.500 m und bei Kälte Propan statt Butan verwenden.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t und Gespanne bis 3,5 t zulässiges Gesamtzuggewicht wie Pkw – 130/110/80 km/h (Autobahn/Schnellstraße/Landstraße, 90 wo ausgeschildert), innerorts 50, bei Regen 110/100/80. Wohnmobile über 3,5 t bis 12 t: Autobahn 110, Schnellstraße mit getrennten Fahrbahnen 100, übrige Straßen 80, innerorts 50, mit Geschwindigkeitsscheibe am Heck. Gespanne über 3,5 t: Autobahn und Schnellstraße 90, übrige Straßen 80.
- Fahrzeuge über 3,5 t, ausdrücklich auch Wohnmobile, brauchen seitlich und hinten die Aufkleber „Angles morts“; Bußgeld 135 €. Auf den Pässen und in Bergdörfern können Durchfahrts- und Längenbeschränkungen ausgeschildert sein, besonders am Abschnitt Aubisque–Soulor; die Beschilderung geht vor.
- Pass-Öffnung: Aubisque/Soulor, Tourmalet und Pourtalet sind im Winterhalbjahr ganz oder abschnittsweise gesperrt, meist von November oder Dezember bis Mai oder Anfang Juni; Aspin und Chioula können nach Schneefall kurzfristig schließen. Aktuellen Stand bei den Départements Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées und Ariège prüfen. Nach dem Loi Montagne sind in ausgewiesenen Gemeinden vom 1. November bis 31. März Winterreifen oder Schneeketten an Bord Pflicht.
- Maut: A64 (Pau–Tarbes–Toulouse) und A66 (Toulouse–Pamiers) sind mautpflichtig. Klassen nach ASFA: Klasse 2 über 2 m und unter 3 m Höhe bei ≤ 3,5 t, Klasse 3 zweiachsig und ab 3 m Höhe oder über 3,5 t, Klasse 4 drei und mehr Achsen über 3,5 t oder ab 3 m. Die Route selbst ist mautfrei.
- Crit’Air/ZFE: Die Zonen bestehen weiter, nachdem der Conseil constitutionnel am 21. Mai 2026 ihre landesweite Abschaffung gekippt hat; jede Métropole legt die Klassen selbst fest. An der Route selbst liegt keine bekannte ZFE, bei Anreise über Toulouse den Stand bei der Métropole prüfen. Plakette nur über certificat-air.gouv.fr bestellen; sie gilt auch für ausländische Fahrzeuge.
- Alkoholgrenze 0,5 Promille (Fahranfänger 0,2); Telefonieren am Steuer auch mit Headset verboten. Warnweste für den Fahrer und Warndreieck Pflicht. In Tunneln und Lawinengalerien Licht einschalten; bei Radrennen und Almauftrieb sind Pässe zeitweise gesperrt.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Bremsentest und Infrarot-Thermometer: Aubisque, Tourmalet, Aspin und Chioula bedeuten zusammen viele tausend Höhenmeter bergab.
- Zettel mit exakter Länge, Breite inklusive Spiegel, Höhe und Gewicht am Armaturenbrett – an der Corniche des Aubisque, in der Schlucht von Cauterets und an Höhenportalen entscheiden Sie dann in Sekunden.
- Wanderstöcke, feste Schuhe und Regenjacke für den Cirque de Gavarnie, den Chemin des Cascades und den Aufstieg nach Montségur – das Wetter schlägt am Nachmittag oft um.
- Warme Jacke und Mütze für Pic du Midi und Grotte de Niaux: oben auf rund 2.900 m und in der Höhle ist es auch im August kalt.
- Tankflaschen-Adapterset (Dish/Euronozzle) oder eine französische Tauschflasche mit passendem Regler.
- Ausdrucke oder Offline-Kopien der Buchungen für Niaux, Pic du Midi und Pont d’Espagne – Mobilfunk ist in den Tälern lückenhaft.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.