Reiseführer · CampingSpirit
Rund 700 Kilometer und fast zwanzig Pässe vom Genfersee nach Menton: über Iseran, Galibier, Izoard und Bonette quer durch Savoyen, Briançonnais und Ubaye bis an die Riviera – eine Sommerroute, die sich nach den Öffnungszeiten der Pässe richtet.
Der Spirit der Route
Die Route des Grandes Alpes beginnt mit dem Geruch von Seewasser und endet mit dem von Zitronenblüten – dazwischen liegen acht Tage im zweiten und dritten Gang. Am Genfersee sind die Berge noch Kulisse, hinter den Dranse-Schluchten werden sie Straße. Holzchalets und Reblochon-Höfe im Aravis, der türkisblaue Stausee von Roselend, dann die kahle Hochwelt am Iseran, wo im Juli noch Schneewände stehen und Murmeltiere über den Asphalt laufen. Hinter dem Galibier wechselt das Licht: Das Briançonnais ist trockener, die Lärchen heller, an der Casse Déserte stehen gelbe Felstürme in grauem Geröll. Im Ubaye riecht es nach Lavendel, an der Bonette ist die Luft dünn, und am letzten Morgen sehen Sie aus der Schiebetür über bewaldete Kämme bis zum Meer. Diese Route belohnt frühe Starts, Pausen an Brunnen und den Mut, einen Pass auch einmal ausfallen zu lassen.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Thonon-les-Bains nach Le Grand-Bornand (ca. 100 km)
- Die Strecke
- Auf der D902 aus Thonon durch die Gorges de la Dranse hinauf ins Chablais nach Morzine, über den Col des Gets (1.163 m) nach Taninges und durch das Giffre- und Arvetal nach Cluses. Dort auf der D4 über Le Reposoir hinauf zum Col de la Colombière (1.613 m) – die Nordseite ist anfangs breit, auf den letzten Kilometern schmal und steil, mit wenigen Ausweichstellen – und hinab ins Tal von Le Grand-Bornand. Gut 2,5 Stunden reine Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Abbaye d’Aulps bei Saint-Jean-d’Aulps: Ruine einer Zisterzienserabtei direkt an der D902 mit Klostergarten und kleinem Museum.
- Chartreuse du Reposoir: Kartause aus dem 12. Jahrhundert unterhalb der Colombière, heute von Karmelitinnen bewohnt, nur von außen zu besichtigen.
- Passhöhe der Colombière mit Blick auf die Kalkwände der Chaîne du Bargy und das Aravis.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping L’Escale am Ortsrand von Le Grand-Bornand, gut ausgestattet mit Strom, Sanitär und Ver- und Entsorgung, auch im Winter als Caravaneige geöffnet. Weitere Plätze im Tal, etwa Camping du Crêt. Für einen Zwischenhalt hat Cluses eine kommunale Aire de camping-car mit Ver- und Entsorgung; Le Reposoir eine kleine Stellfläche am Ortseingang.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf dem Passparkplatz der Colombière ist Parken tagsüber unproblematisch, über Nacht in der Hochsaison wegen Schildern und Weidebetrieb nicht ratsam. In den Skiorten von Haute-Savoie regeln Gemeindeerlasse das nächtliche Abstellen von Wohnmobilen und verweisen auf die ausgewiesenen Aires – Schilder mit Uhrzeitbeschränkung ernst nehmen. Freistehen heißt hier: auf erlaubten Parkplätzen ohne Campingverhalten, und selten wirklich ruhig.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Colombière ist im Winter gesperrt und öffnet meist erst im späten Frühjahr; in Morzine und Les Gets wird es an Markttagen und bei Radrennen eng. In Thonon vor dem Start voll tanken und Wasser fassen – die Supermärkte an der Ausfallstraße Richtung Évian haben Tankstellen ohne Höhenbalken; die Aire de Corzent am Seeufer eignet sich für die Nacht vor dem Start.
2Etappe 2: Le Grand-Bornand nach Bourg-Saint-Maurice (ca. 100 km)
- Die Strecke
- Über La Clusaz auf der D909 zum Col des Aravis (1.486 m), mit weitem Blick auf das Mont-Blanc-Massiv, hinab nach Flumet. Dann auf der D218B über den Col des Saisies (1.650 m) ins Beaufortain, von Beaufort durch Arêches oder entlang des Doron zum Lac de Roselend und über den Cormet de Roselend (1.968 m) – oberhalb des Sees schmal, mit Felskanten ohne Leitplanken – in langen Schleifen hinab ins Tal der Isère nach Bourg-Saint-Maurice. Etwa 3 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Kapelle Sainte-Anne am Col des Aravis mit dem Mont Blanc im Hintergrund – Fotostopp im Morgenlicht.
- Coopérative laitière in Beaufort: Käserei des Beaufort AOP mit Verkauf und Blick in die Reifekeller.
- Lac de Roselend mit der Kapelle von Roselend am Ufer, darüber die Bogenstaumauer.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Huttopia Bourg-Saint-Maurice am Ortsrand nahe der Standseilbahn nach Les Arcs, mit Strom, Sanitär und Entsorgung, Saisonzeiten vorab prüfen. Wer im Beaufortain bleiben möchte: Die Gemeinde Beaufort hat eine Aire de camping-car im Ort mit Wasser, daneben liegt Camping Onlycamp de Domelin.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Cormet de Roselend liegen große Schotterflächen, die tagsüber zum Parken genutzt werden; dort ist Campingverhalten untersagt, und das Gebiet ist Weide- und Wandergebiet am Rand des Beaufortain – über Nacht eher auf die Aire in Beaufort ausweichen. Am Seeufer von Roselend nicht stehen bleiben: Stauseeufer und Zufahrten sind oft per Schild gesperrt.
- Insider-Tipp für Camper
- Im Beaufortain lohnt der Einkauf direkt auf den Almen: Viele Alpages verkaufen Beaufort d’été am Hof, oft nur vormittags. Die Abfahrt vom Cormet nach Bourg ist lang – Motorbremse nutzen und bei Bedarf an den Parkbuchten halten. In Bourg-Saint-Maurice sind Supermärkte mit Tankstelle die letzte günstige Versorgung vor dem Iseran.
3Etappe 3: Bourg-Saint-Maurice nach Bessans (Haute-Maurienne) (ca. 90 km)
- Die Strecke
- Auf der D902 talaufwärts nach Sainte-Foy-Tarentaise, über die Staumauer des Lac du Chevril und durch mehrere Galerien und Tunnel nach Tignes-Abzweig und Val d’Isère. Ab Val d’Isère steigt die Straße in weiten Kehren zum Col de l’Iseran (2.764 m), dem höchsten asphaltierten Pass der Alpen; die Südseite hinab nach Bonneval-sur-Arc ist schmaler, teilweise ohne Leitplanken. Gut 2 Stunden reine Fahrzeit, wegen Radfahrern und Fotostopps eher ein halber Tag.
- Highlights & Must-Sees
- Pont Saint-Charles und Belvédère de la Tarentaise unterhalb des Iseran mit Blick zurück auf die Gletscher der Grande Sassière.
- Passhöhe des Iseran mit Kapelle Notre-Dame-de-Toute-Prudence; im Juli oft noch Schneewände am Straßenrand.
- Bonneval-sur-Arc: Steinhäuser mit Lauze-Dächern, autofrei im Ortskern, Parkplatz am Ortseingang.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping-Car Park Bessans (Haute Maurienne Vanoise) am Ortsrand: Stellplätze mit Strom, Wasser und Entsorgung, Zugang per Karte des Betreibers. Klassisch: Camping de Lanslevillard etwas weiter talabwärts. In Val d’Isère gibt es mit Les Richardes einen einfachen Sommer-Campingplatz am Ortsrand – Saison und Ausstattung vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Ein großer Teil des Hochtals zwischen Val d’Isère und Bonneval grenzt an die Kernzone des Parc national de la Vanoise oder liegt darin: Dort ist Campieren auch im Fahrzeug verboten, Hunde sind selbst an der Leine nicht erlaubt, Drohnen ebenfalls nicht. Die Passparkplätze am Iseran sind nur für den Tagesbesuch gedacht. Nachts sinken die Temperaturen auf über 2.700 m auch im August unter null.
- Insider-Tipp für Camper
- Der Iseran war 2026 vom 12. Juni an geöffnet, die Wintersperre war für den 2. November angesetzt; bis Anfang Juli begleiten Schneewände die Straße, und die Öffnung hängt jedes Jahr vom Wetter ab. Aktuelle Infos zu Sperrungen und Baustellen auf savoie-route.fr. Früh losfahren: Ab 10 Uhr sind viele Radfahrer unterwegs, und an den Galerien bei Tignes wird es eng.
4Etappe 4: Bessans nach Valloire (ca. 70 km)
- Die Strecke
- Durch die Haute-Maurienne über Lanslevillard und Lanslebourg auf der D1006 das Arc-Tal hinab nach Modane und Saint-Michel-de-Maurienne – breite Talstraße mit Lkw-Verkehr zum Fréjus-Tunnel. In Saint-Michel auf die D902 und in rund 12 Kehren durch Wald hinauf zum Col du Télégraphe (1.566 m), dann kurz hinab nach Valloire. Knapp 2 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Barrière de l’Esseillon bei Aussois: fünf Festungen aus dem 19. Jahrhundert über der Arc-Schlucht, mit Klettersteigen und Hängebrücke.
- Kirchen von Lanslevillard und Bessans mit Wandmalereien – die Chapelle Saint-Sébastien in Lanslevillard ist eine der bekanntesten der Maurienne.
- Fort du Télégraphe direkt an der Passhöhe mit Blick ins Arc-Tal.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Caravaneige de Sainte-Thècle in Valloire, fußläufig zum Ort, mit Strom, Sanitär und Ver- und Entsorgung, auch im Winter geöffnet. Am Col du Télégraphe liegt eine Parkfläche, die als Wohnmobilplatz genutzt wird; Ausstattung und aktuelle Regeln vorab in den Apps prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Valloire und Valmeinier verweisen Gemeindeerlasse Wohnmobile über Nacht auf die ausgewiesenen Flächen. Im Talboden der Maurienne gibt es viele Parkplätze, aber kaum ruhige – die D1006 und die Bahnstrecke nach Italien sind laut.
- Insider-Tipp für Camper
- In Modane oder Saint-Michel-de-Maurienne tanken und einkaufen, in Valloire sind Preise und Auswahl ortsüblich höher. Die Kehren des Télégraphe sind eng, aber gut ausgebaut; bei Radrennen im Juli werden sie stundenweise gesperrt – Veranstaltungskalender der Gemeinde Valloire prüfen.
5Etappe 5: Valloire nach Briançon (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Auf der D902 durch das Hochtal von Plan Lachat, dann in steilen Kehren zum Col du Galibier (2.642 m). Kurz unterhalb des Gipfels liegt auf rund 2.550 m der historische Scheiteltunnel: einspurig, rund 360 m lang und nur etwa 4 m breit, mit Ampelregelung; die Straße über die Passhöhe (2.642 m) bleibt als Alternative. Danach hinab zum Col du Lautaret (2.058 m) und auf der D1091 durch das Tal der Guisane über Le Monêtier-les-Bains nach Briançon. Rund 1,5 Stunden.
- Highlights & Must-Sees
- Passhöhe des Galibier mit Blick auf die Meije und die Gletscher der Écrins – vom Parkplatz zehn Minuten zu Fuß zum Orientierungstisch.
- Jardin botanique alpin du Lautaret: über 2.000 Gebirgspflanzen auf 2.100 m, im Sommer geöffnet.
- Briançon: Vauban-Festungen und Altstadt mit der Grande Gargouille, UNESCO-Welterbe; Pont d’Asfeld über die Durance-Schlucht.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Briançon eine städtische Aire de camping-car an der Rue Georges Bermond Gonnet mit Strom, Wasser und Entsorgung, fußläufig zur Oberstadt. Ruhiger: Camping des 5 Vallées in Saint-Blaise südlich der Stadt, oder Camping des Deux Glaciers in Le Monêtier-les-Bains im Tal der Guisane, nahe der Thermalbäder.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Der Galibier liegt an der Grenze zwischen Savoie und Hautes-Alpes, die Écrins-Kernzone beginnt südlich des Lautaret. Am Lautaret und am Galibier sind Übernachtungen auf den Passparkplätzen nicht vorgesehen; in der Kernzone des Parc national des Écrins gilt: kein Campieren im Fahrzeug, Biwak nur zu Fuß, mit kleinem Zelt zwischen Abend und Morgen und erst mehr als eine Gehstunde von der Straße. Hunde sind in der Kernzone verboten.
- Insider-Tipp für Camper
- Der Galibier öffnet in der Regel im Juni und schließt im Herbst mit den ersten Schneefällen, ein festes Datum gibt es nicht; Öffnung und Ampelbetrieb hängen vom Schnee ab und werden von den Départements Savoie und Hautes-Alpes bekanntgegeben. Mit einem breiten oder hohen Wohnmobil nehmen Sie besser die Straße über die Kuppe statt des nur etwa 4 m breiten Tunnels; die Durchfahrtshöhe konnten wir nicht bestätigen, vor der Einfahrt die beschilderten Maße beachten und der Ampel folgen. Die Westzufahrt über La Grave und den Tunnel du Chambon ist für diese Route nicht nötig – Sie bleiben auf der Ostseite des Lautaret.
6Etappe 6: Briançon nach Barcelonnette (ca. 103 km)
- Die Strecke
- Auf der D902 durch das Tal der Cerveyrette über Cervières hinauf zum Col d’Izoard (2.360 m), auf der Südseite durch die Casse Déserte – gelbe Felsnadeln im Geröll – und durch die Combe du Queyras hinab nach Guillestre. Dort weiter auf der D902 über Vars zum Col de Vars (2.108 m), gut ausgebaut und meist auch im Winter offen, bei Schnee aber zeitweise gesperrt, und hinab ins Ubaye über Jausiers nach Barcelonnette. Zwei Pässe, gut 3 Stunden reine Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Casse Déserte am Izoard mit den Gedenktafeln für Fausto Coppi und Louison Bobet – am Abend und am frühen Morgen im besten Licht.
- Mont-Dauphin bei Guillestre: Vauban-Festung auf einem Felsplateau über Durance und Guil, Teil des UNESCO-Welterbes.
- Villas mexicaines in Barcelonnette: Villen der Auswanderer, die im 19. und 20. Jahrhundert in Mexiko ihr Glück machten, heute teils Museum (Musée de la Vallée).
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Barcelonnette die Aire du stade Léon Signoret mit Strom, Wasser und Entsorgung, wenige Minuten vom Zentrum. Camping Le Tampico am Stadtrand für längere Aufenthalte. Wer in Guillestre übernachten will, hat dort eine dichte Auswahl, etwa Le Catinat Fleuri oder Saint-James les Pins. Für den Izoard ist Camping de l’Izoard in Arvieux eine ruhige Option auf der Queyras-Seite.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Casse Déserte ist ein Site classé – Wildcampen ist dort ausdrücklich verboten, und auch auf den Parkbuchten am Izoard ist Übernachten nicht vorgesehen. Im Parc naturel régional du Queyras gilt in Wäldern und auf Almen ohne Erlaubnis kein Camping. In Jausiers liegt eine kommunale Aire am Ortsrand, eine legale Alternative.
- Insider-Tipp für Camper
- Bei Gewitterlage den Izoard morgens fahren: Die Südseite mit losem Schutt neben der Fahrbahn ist nach Starkregen tückisch. In Guillestre gibt es Supermärkte mit Tankstelle; im Ubaye sind die Tankstellen dünner gesät – voll tanken, denn hinter Barcelonnette folgen die längsten Abschnitte ohne Versorgung.
7Etappe 7: Barcelonnette nach Saint-Martin-Vésubie (über die Bonette) (ca. 120 km)
- Die Strecke
- Von Jausiers auf der D64 durch Lärchenwald und Almen über den Faux Col de Restefond zum Col de la Bonette (2.715 m); die Ringstraße um die Cime de la Bonette erreicht 2.802 m und ist schmal, große Fahrzeuge bleiben besser am Col. Auf der M2205 hinab durch das Tal der Tinée über Saint-Étienne-de-Tinée und Isola nach Saint-Sauveur-sur-Tinée, dann über Valdeblore und den Col Saint-Martin (La Colmiane, 1.500 m) nach Saint-Martin-Vésubie. Rund 3,5 Stunden. Variante: über den Col de la Cayolle (2.326 m) auf der D902, durch die Gorges du Bachelard und das Haut-Var nach Guillaumes, Valberg und Beuil – landschaftlich intensiver, rund 20 km länger, aber für große Wohnmobile die schwierigere Wahl und bei Gewicht oder Länge besser vorab abzuklären.
- Highlights & Must-Sees
- Cime de la Bonette: zehn Minuten Fußweg vom Parkplatz zum Gipfel mit Rundblick vom Mont Viso bis zu den Seealpen.
- Militärruinen am Camp des Fourches und an den Kasernen von Restefond, Zeugen der Alpenbefestigung.
- Saint-Martin-Vésubie: Altstadt mit Rinnsal in der Rue du Docteur Cagnoli, die Einheimischen nennen das Tal „Suisse niçoise“.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Saint-Martin-Vésubie liegt Camping A la Ferme Saint-Joseph am Ortsrand, ein kleiner Platz mit einfacher Ausstattung; für größere Fahrzeuge ist der Camping municipal de Valdeblore in La Bolline oberhalb der Vésubie die bessere Wahl. Sanitär und Strom vorhanden, Saison vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Ein großer Teil der Straße zwischen Jausiers und Saint-Étienne-de-Tinée liegt in oder an der Kernzone des Parc national du Mercantour. Dort ist Campieren im Fahrzeug verboten, Biwak nur zu Fuß, mit kleinem Zelt, abends bis morgens und mehr als eine Gehstunde von der Straße entfernt (genaue Zeiten bei der Parkverwaltung erfragen); Verstöße können mit Bußgeld geahndet werden. Hunde sind in der Kernzone auch angeleint verboten. Der Passparkplatz ist Tagesziel, kein Nachtplatz.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Bonette ist im Winter gesperrt; die Saisonangaben der Region nannten für 2026 den 9. Mai bis 31. Oktober, wetterabhängig. Die Cayolle ist von Dezember bis Mai nicht geräumt und öffnet meist erst Ende Mai oder im Juni: Ihre Nordseite durch die Gorges du Bachelard ist sehr schmal, mit Felsüberhängen und wenigen Ausweichstellen. Konkrete Gewichts- und Längenlimits konnten wir nicht bestätigen – für große oder schwere Wohnmobile und Gespanne ist sie nicht zu empfehlen; Beschilderung an der Abzweigung bei Barcelonnette lesen, Auskunft beim Département Alpes-de-Haute-Provence einholen und im Zweifel die breitere Bonette wählen. Zwischen Jausiers und Saint-Étienne gibt es weder Tankstelle noch Mobilfunk durchgehend.
8Etappe 8: Saint-Martin-Vésubie nach Menton (ca. 80 km)
- Die Strecke
- Durch das Vésubie-Tal auf der wiederaufgebauten M2565 nach Lantosque, dann über La Bollène-Vésubie auf der M70 in engen Kehren durch Lärchen- und Kiefernwald zum Col de Turini (1.607 m). Auf der M2566 hinab nach Sospel, über den Col de Castillon (706 m) und in den letzten Kurven hinunter nach Menton ans Meer. Gut 2,5 Stunden; auf der Turini-Nordseite schmal, Gegenverkehr in den Kehren.
- Highlights & Must-Sees
- Col de Turini: Wendepunkt der Rallye Monte-Carlo, im Sommer kühle Waldpause mit Abstecher zum Plateau de l’Authion und den Forts.
- Sospel: mittelalterliche Brücke über die Bévéra mit Mautturm und barocke Kathedrale Saint-Michel.
- Menton: Altstadt mit der Basilika Saint-Michel-Archange und dem Blick über den Hafen bis zur italienischen Grenze.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Menton liegt Camping Parc Saint-Michel an der Route des Ciappes auf dem Plateau oberhalb der Stadt, mit Sanitär, Strom und Entsorgungsstelle; der Platz nimmt nach eigener Angabe nur kleinere Wohnmobile unter 7 m auf (Portale nennen bis 8 m), die Zufahrt ist steil und eng mit Kehren. Von Mai bis Mitte September gilt bei Buchung ein Mindestaufenthalt von drei Nächten – Länge und Verfügbarkeit vorab mit dem Platz klären. Entspannter für große Fahrzeuge: die Aire Camping-Car Park in Sospel mit Strom, Wasser und Entsorgung, rund 20 km vor dem Ziel – von dort mit dem Zug nach Menton oder Nizza.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Vésubie wurde im Oktober 2020 durch den Sturm „Alex“ schwer verwüstet; Uferbereiche, Baustellen und provisorische Flächen sind kein Platz zum Übernachten. An der Côte d’Azur verbieten viele Gemeinden das nächtliche Abstellen von Wohnmobilen in Küstennähe per Arrêté, Parkhäuser haben Höhenbalken – planen Sie Menton mit festem Platz.
- Insider-Tipp für Camper
- Am Turini ist im Sommer tagsüber viel Motorradverkehr unterwegs; in den Kehren ganz rechts bleiben und Spiegel einklappen, wo es eng wird. Wer nach Nizza weiterfährt: Die Métropole Nice Côte d’Azur hat eine eigene ZFE – Crit’Air-Regeln vor der Weiterfahrt prüfen. In Menton hat die Markthalle am Quai de Monléon vormittags geöffnet – gut für Zitronen und Socca vor der Heimfahrt.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- Frankreich trennt „stationnement“ und „camping“: Ein Wohnmobil darf als Fahrzeug dort parken – höchstens 7 Tage am selben Ort –, wo Parken erlaubt ist und kein Gemeindeerlass entgegensteht. Stützen, Markise, Tisch und Stühle oder Abwasser ablassen gelten als Camping und sind außerhalb von Campingplätzen und Aires untersagt. Pauschale Verbote für ganze Gemeindegebiete sind rechtlich angreifbar, in Skiorten und an der Riviera aber verbreitet.
- Nationalparks: In den Kernzonen der Parcs nationaux de la Vanoise, des Écrins und du Mercantour ist Campieren – auch im Fahrzeug – verboten, Hunde sind dort selbst an der Leine verboten, ebenso Drohnen und Feuer. Biwak ist nur für Wanderer mit kleinem Zelt zwischen Abend und Morgen erlaubt, im Écrins und Mercantour erst mehr als eine Gehstunde von der Straße, in der Vanoise nur an ausgewiesenen Stellen nahe den Hütten (19 bis 8 Uhr, nur 1. Juni bis 30. September, Anmeldung beim Hüttenwart).
- Wildcampen ist außerdem verboten in Sites classés wie der Casse Déserte, im Umkreis von 500 m um Monuments historiques (etwa die Festungen von Briançon und Mont-Dauphin), nahe Trinkwasserfassungen und am Meeresufer. Passparkplätze sind Tagesziele, nachts auf über 2.000 m ist es auch im Sommer frostig.
- Legal übernachten Sie auf Campingplätzen, auf den „aires de camping-car“ der Gemeinden und privater Ketten (etwa Camping-Car Park mit Zugangskarte) sowie bei Höfen über Netzwerke wie France Passion. Nützliche Apps: park4night, Campercontact, CamperStop; für Pass-Sperrungen die Verkehrsseiten der Départements Savoie, Hautes-Alpes, Alpes-de-Haute-Provence und Alpes-Maritimes.
Entsorgung & Versorgung
- Ver- und Entsorgung heißt „borne“ oder „aire de services“; verbreitet sind Automaten von Euro-Relais, Flot Bleu und Urbaflux, bezahlt mit Jetons, Münzen oder Karte. In den Tälern (Cluses, Bourg-Saint-Maurice, Briançon, Barcelonnette, Sospel) gibt es zuverlässige Stationen, auf den Pässen keine.
- Wasser: Dorfbrunnen in Savoyen und im Queyras sind oft Trinkwasser, aber nicht immer – „eau non potable“ beachten. Den Tank vor Iseran und Bonette füllen; im Spätsommer können Sécheresse-Erlasse in den Hautes-Alpes und Alpes-de-Haute-Provence die Wasserabgabe einschränken.
- Grauwasser und Kassette nur an Stationen leeren; Ablassen auf Passparkplätzen oder in Bachläufe kostet Bußgeld und schadet den empfindlichen Hochgebirgsböden.
- Gas: Französische Tauschflaschen (Butan/Propan) gibt es überall, ausländische Flaschen werden nicht getauscht. GPL-Zapfsäulen zum Befüllen (Adapter Dish/Euronozzle) sind in den Alpentälern dünn gesät – voll anreisen. Über 1.500 m und bei Frost Propan statt Butan verwenden.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Wohnmobile und Gespanne bis 3,5 t wie Pkw – Autobahn 130 (bei Regen 110), Schnellstraße 110 (100), Landstraße 80 bzw. 90 wo beschildert, innerorts 50. Wohnmobile über 3,5 t: Autobahn 110, Schnellstraßen mit getrennten Fahrbahnen 100, übrige Straßen 80, innerorts 50; Geschwindigkeitsscheibe am Heck. Gespanne über 3,5 t: Autobahn und Schnellstraßen 90, übrige Straßen 80.
- Loi Montagne: Vom 1. November bis 31. März müssen in den per Präfektur ausgewiesenen Gemeinden der Gebirgs-Départements – darunter Haute-Savoie, Savoie, Hautes-Alpes, Alpes-de-Haute-Provence und Alpes-Maritimes, erkennbar an den Schildern B58/B59 – vier Winterreifen mit Alpine-Symbol (3PMSF, Schneeflocke im Berg) montiert sein oder Schneeketten bzw. Schneesocken für mindestens zwei Antriebsräder mitgeführt werden; das gilt auch für Wohnmobile. Reine M+S-Reifen genügen seit dem 1. November 2024 nicht mehr. Ein Bußgeld ist für den Winter 2026/27 nach den vorliegenden Angaben nicht vorgesehen, die Weiterfahrt kann aber verweigert werden, und Versicherer können nach einem Unfall kürzen. Die hohen Pässe sind in dieser Zeit ohnehin gesperrt.
- Passöffnungen: Iseran, Galibier, Izoard, Cayolle, Bonette, Cormet de Roselend und Colombière sind im Winter gesperrt und öffnen je nach Schnee zwischen Mai und Ende Juni; die Schließung folgt meist im Oktober oder Anfang November. Aravis, Col des Gets, Lautaret, Télégraphe, Vars und Turini sind in der Regel ganzjährig befahrbar, bei Schnee oder Lawinengefahr aber zeitweise gesperrt. 2026 war der Iseran ab 12. Juni offen (Winterschließung ab 2. November vorgesehen), die Bonette vom 9. Mai bis 31. Oktober angekündigt. Sichere Reisezeit für die ganze Route: Anfang Juli bis Mitte September. Einzelne Pässe werden für Radveranstaltungen stundenweise gesperrt.
- Fahrzeuge über 3,5 t, auch Wohnmobile, brauchen seitlich und hinten die Aufkleber „Angles morts“; ohne sie drohen 135 €. Auf den Pässen können beschilderte Beschränkungen gelten (Cayolle-Nordseite sehr eng, Ringstraße an der Cime de la Bonette schmal, Galibier-Tunnel einspurig und nur etwa 4 m breit) – Schilder haben Vorrang vor jeder App.
- ZFE und Maut: Auf der Route selbst liegen keine Umweltzonen mit Fahrverbot; Nizza hat eine eigene ZFE, die Crit’Air-Plakette (nur über certificat-air.gouv.fr) gilt auch für ausländische Fahrzeuge. Die Route ist mautfrei; bei Anreise über A40/A41 gilt Klasse 2 bis unter 3 m Höhe und 3,5 t, Klasse 3 ab 3 m Höhe oder über 3,5 t. Wer über die Schweiz anreist, braucht bis 3,5 t die Vignette, darüber die pauschale Schwerverkehrsabgabe.
- Promillegrenze 0,5 (Fahranfänger 0,2); Handy am Ohr und Kopfhörer am Steuer verboten. Warndreieck und Warnweste sind Pflicht. Auf Bergstraßen hat an Engstellen das bergauf fahrende Fahrzeug Vorrang – trotzdem defensiv fahren und Busse vorlassen.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Schneeketten passend zur Reifengröße oder 3PMSF-Reifen – Pflicht nach Loi Montagne ab 1. November und auch im Juli nützlich, wenn es am Iseran oder an der Bonette schneit.
- Fernglas: Steinböcke am Iseran, Murmeltiere am Galibier und mit Glück Bartgeier über der Bonette sind von der Straße aus zu sehen.
- Offline-Karten und eine gedruckte Straßenkarte der Südalpen – zwischen Jausiers und Saint-Étienne-de-Tinée und am Col de la Cayolle gibt es lange Funklöcher.
- Daunenjacke, Mütze und warmer Schlafsack: In Bessans auf 1.700 m und auf den Pässen fallen die Nachttemperaturen auch im August Richtung Gefrierpunkt.
- Euronozzle- und Dish-Adapter samt voller Gasflasche, dazu Propan statt Butan für kalte Nächte in der Höhe.
- Hundeleine, Kotbeutel und ein Plan B für den Vierbeiner: In den Kernzonen von Vanoise, Écrins und Mercantour sind Hunde verboten, Wanderungen dort ohne Hund planen.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.