# Solar im Wohnmobil: Modul, Batterie und Laderegler in einfachen Worten

> Wie man den Verbrauch in Wattstunden schätzt, Modul und Regler auslegt, zwischen LiFePO4 und AGM wählt und was der Winter im Norden Europas zulässt.

Source: https://camping-spirit.com/de/magazine/rv-solar-basics/

*Von CampingSpirit-Redaktion, 2026-09-28*

Eine Solaranlage im Wohnmobil besteht aus vier Teilen: Modulen, die Energie sammeln, einem Laderegler, der sie steuert, einer Batterie, die sie speichert, und oft einem Wechselrichter, der aus 12 V 230 V macht. Jeder Teil ist einfach genug; Probleme entstehen meist, wenn man sie auslegt, ohne zu wissen, wie viel Energie tatsächlich verbraucht wird. Ausgangspunkt ist immer der Verbrauch in Wattstunden (Wh), nicht das Modul.

## Mit dem Verbrauch beginnen

Man listet jedes Gerät mit Leistung in Watt und Betriebsstunden pro Tag auf und multipliziert. Ein Kompressorkühlschrank kann bei Wärme im Schnitt etwa 300 Wh am Tag brauchen, LED-Licht 60 Wh, Handys und Laptop 150 Wh, Wasserpumpe und Ventilator zusammen 90 Wh. Das ergibt rund 600 Wh am Tag, ein plausibler Wert für zwei Personen mit bescheidenem Verbrauch. Diese Werte sind Beispiele: Die eigenen messen, mit Batteriemonitor oder anhand der Datenblätter, denn Heizung, Kaffeemaschine oder Induktionskochfeld verändern das Bild völlig.

## Das Modul dimensionieren

Die Nennleistung eines Moduls gilt unter Laborbedingungen mit 1.000 W pro Quadratmeter. Auf einem flachen, manchmal heißen Dach rechnet man als Faustregel mit etwa 70 bis 75 Prozent davon. Bei rund fünf Stunden kräftiger Sonne im Sommer in Südeuropa liefert ein 200-W-Modul dann etwa 200 × 5 × 0,75, also 750 Wh am Tag, genug für das Beispiel mit 600 Wh. Das sind Schätzungen; der tatsächliche Ertrag hängt von Breitengrad, Neigung und Dunst ab.

Verschattung verdient mehr Aufmerksamkeit als die Modulgröße. In Reihe geschaltete Module verlieren einen großen Teil ihrer Leistung, wenn schon eine kleine Fläche beschattet ist, etwa durch Dachhaube, Antenne oder Baum; eine Anordnung abseits von Hindernissen ist deshalb mehr wert als zusätzliche Watt. Ist das Dach voll, kommen Parallelschaltung oder kleinere Module infrage, aufstellbare Halterungen nur, wenn die Stellrichtung es zulässt.

## Laderegler: MPPT oder PWM

Ein PWM-Regler verbindet das Modul im Wesentlichen mit der Batterie und nimmt den Strom zurück, wenn die Batterie voll wird; die Modulspannung muss deshalb zum Batteriesystem passen. Ein MPPT-Regler wandelt die Modulspannung auf das, was die Batterie braucht, und kann den besten Arbeitspunkt des Moduls verfolgen, was höhere Modulspannungen oder Reihenschaltungen erlaubt und bei Kälte und Bewölkung hilft. Bei kleinen Anlagen rechtfertigt der Wirkungsgradgewinn den Preis womöglich nicht; bei größeren oder mehreren Modulen in Reihe ist MPPT der Normalfall.

Zur Auslegung teilt man die Modulleistung durch die Batteriespannung: 200 W bei 12 V ergeben rund 17 A, ein 20-A-Regler lässt also wenig Reserve, ein 30-A-Modell ist komfortabler. Die maximale Eingangsspannung im Datenblatt prüfen, denn die Leerlaufspannung eines Moduls liegt über der Arbeitsspannung und steigt bei Kälte weiter.

## Batterie: LiFePO4 oder AGM

Kapazität ist nicht dasselbe wie nutzbare Kapazität. AGM-Batterien werden zur Schonung normalerweise bis etwa 50 Prozent Entladetiefe genutzt, eine 100-Ah-Batterie liefert also etwa 50 Ah. LiFePO4 lässt sich meist zu 80 bis 100 Prozent zyklisieren. Die Zyklenfestigkeit wird oft mit 300 bis 800 Zyklen bei AGM und 3.000 bis 5.000 oder mehr bei LiFePO4 angegeben, und eine 100-Ah-AGM wiegt etwa 27 bis 32 kg gegenüber 10 bis 14 kg bei Lithium; Herstellerangaben sind als Richtwerte zu lesen.

Lithium hat eine wichtige Bedingung: Laden unter 0 °C führt zu Lithium-Plating, das die Kapazität dauerhaft mindert; empfohlen wird meist ein Ladefenster von etwa 5 bis 45 °C. Für den Winterbetrieb braucht es eine Batterie mit temperaturabhängigem Batteriemanagement oder ein beheiztes Modell, und die Batterie gehört möglichst in den beheizten Wohnraum. Für das Beispiel mit 600 Wh speichert eine LiFePO4-Batterie mit 100 Ah nominell etwa 1.280 Wh und überbrückt ungefähr anderthalb bis zwei Tage ohne Sonne.

## Wechselrichter und Sicherheit

Ein Wechselrichter verbraucht auch im Leerlauf Energie; man schaltet ihn deshalb aus, wenn kein 230-V-Strom gebraucht wird, und vergleicht den Leerlaufwert im Datenblatt. Reine Sinusmodelle eignen sich für empfindliche Elektronik. Jedes Pluskabel von der Batterie braucht eine Sicherung nahe am Batteriepol, passend zum Kabel, und die Kabelquerschnitte müssen zum Strom passen. Auf der Modulseite einen für Gleichstrom ausgelegten Schutzschalter verwenden, nie an spannungsführenden Leitungen arbeiten und alles über einfache 12-V-Arbeiten von einer Fachkraft prüfen lassen.

## Was im Winter in Nordeuropa realistisch ist

Der Winter ist die Grenze der Solartechnik. Eine PVGIS-basierte Rechnung für Mitteldeutschland ergibt für November bis Februar etwa 14 Prozent des Jahresertrags, für den Dezember allein 2,6 Prozent gegenüber 12,6 Prozent im Juni, in Hamburg weniger als in München. Ein 200-W-Modul auf dem Flachdach liefert an einem guten Dezembertag deshalb vielleicht nur 50 bis 100 Wh und unter Schnee fast nichts, bei einem Tagesbedarf von 600 Wh.

Die praktische Antwort ist eine zweite Quelle: ein Ladebooster von der Lichtmaschine während der Fahrt, Landstrom auf dem Platz und sparsamerer Verbrauch, etwa Gasheizung und ein nicht überdimensionierter Kühlschrank. Solar hilft auch im Winter beim Nachladen der Batterie und bei Standby-Verbrauchern und rechnet sich von Frühling bis Herbst. Wer für den schwächsten Monat statt für den besten plant, vermeidet unangenehme Überraschungen.

## Quellen

- [What is the difference between a PWM and MPPT charge controller? (Silicon Solar)](https://www.siliconsolar.com/what-is-the-difference-between-a-pwm-and-mppt-charge-controller/)
- [AGM vs LiFePO4 Batteries: Lifespan, Weight and Value Compared (Vatrer Power)](https://www.vatrerpower.com/en-de/blogs/news/agm-vs-lithium-battery-life)
- [Why you should not charge a lithium battery below 0 °C or 32 °F (REDARC Electronics)](https://us.support.redarcelectronics.com/hc/en-us/articles/13856244101007-Why-you-should-not-charge-a-lithium-battery-below-0-C-or-32-F)
- [Photovoltaik im Winter: 14 % Ertrag von November bis Februar (reduco)](https://reduco.ai/blog/solar/photovoltaik-im-winter-ertrag)
- [Solaranlage Ertrag (Aroundhome)](https://www.aroundhome.de/solaranlage/ertrag/)
